Ramstein-Miesenbach
Fastnacht: Bruchkatze und Vielläppcher begnügen sich mit „Schluckimpfung“
Tja, was hätten nun die Ramsteiner an diesem Fastnachtsdienstag für ein Wetterchen gehabt. Tags zuvor jedenfalls verhieß strahlende Sonne ideale Bedingungen für das größte Ereignis weit und breit. Zum zweiten Mal in Folge aber hat die Pandemie auch den Narren eine Zwangspause verordnet. Zudem: Der Krieg in der Ukraine hat den sonst so Frohgestimmten vollends die Laune verhagelt. Da sei ja nun wahrlich keinem zum Feiern zumute, meinte am Montagmorgen Ralf Hechler.
Der CDU-Stadtbürgermeister hatte zwar die Narrenkappe im Rathaus gelassen, war allerdings mit einer Flasche perlenden Inhalts zum Busbahnhof geschlendert. Dass die Fastnacht in der Westricher Hochburg Ramstein-Miesenbach nicht so ganz sang- und klanglos vorüberziehen sollte, war seit Längerem schon ausgemachte Sache. Gesungen hat keiner, Klang steuerte allenfalls der Straßenverkehr bei. Und so blieb das Treffen zur „Schluckimpfung“ ein Stelldichein der leisen, nachdenklichen Töne.
Ein dickes Dankeschön an zwei Vereine
Prinzessin Jaana I., Hoheit der Miesenbacher Vielläppcher, hatte mit ihrem Verein zur Impfung geladen. Nicht von ungefähr; „ich habe auf der Intensivstation einiges miterlebt“, brach sie eine dicke Lanze für den Corona-Vorbeugeschutz. Jaana Zapotoczny arbeitet als Krankenschwester im Westpfalz-Klinikum. Das hat sie übrigens mit einer Amtskollegin der Bruchkatze gemein. Lisa Sehy, die als Lisa I. aktuell die Ramsteiner Bruchkatze repräsentiert, war ebenfalls zur symbolischen Impfung erschienen. „Richtig impfen geht ja nicht – wir sind alle schon geboostert“, stellte der Bürgermeister fest. Allerdings: „Dass jetzt ausgerechnet an Rosenmontag der Impfbus kommt – das Drehbuch hätte ja keiner besser schreiben können“, meinte Hechler.
Am Tag des Westricher Fastnachtszugs werden sich die Narren der Stadt letztmals treffen. Der Bürgermeister lädt noch einmal ein, dann zur Zusammenkunft im Alten Rathaus. „Mir geht es darum, den Vereinen ausdrücklich Danke zu sagen“, unterstrich Hechler, der die Bedeutung der Bruchkatze wie der Vielläppcher fürs städtische Leben hervorhob, dabei besonders auf die Jugendarbeit verwies. Eben weil beide Vereine Wichtiges leisten, soll ihnen in schwerer Zeit Unterstützung zukommen. Ralf Hechler signalisierte finanzielle Hilfe für Vereine aus einem Sonderfonds. Dazu sei ein runder Tisch geplant.
Ludwigstraße wird zur Prinzessinnenstraße
Schon am Donnerstag hatten die Bruchkatze ihrer Prinzessin einen Wunsch erfüllt: Die Ludwigstraße, in der Lisa Sehy ebenso wohnt wie zwei ihrer Vorgängerinnen, wurde kurzerhand zur Prinzessinnenstraße umbenannt. Zur Schluckimpfung waren neben anderen, auch VG-Beigeordneter Marcus Klein (CDU), die Stadtbeigeordneten Ludwig Linsmayer und Gisela Pfaff (beide CDU), Vorsitzender Stefan Roth und Senatspräsident Hans Roos (Vielläppcher) und der Zweite Bruchkatze-Vorsitzende Markus Kuproth gekommen.