Kreis Kaiserslautern Familienforscher und Heimatpfleger
KATZWEILER. Der gebürtige Westpfälzer Karl Henn wurde durch seine Tätigkeit vor allem in der Vorderpfalz bekannt. Von Beruf Lehrer, kümmerte er sich um die Heimatkunde und gründete ein Museum, betrieb Familienforschung und organisierte Sippentage, ordnete Gemeindearchive und veröffentlichte zahlreiche Studien. Für sein Wirken wurde er 1974 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Karl Henn wurde am 6. November 1898 in der Stiftsmühle in Katzweiler geboren. Der Sohn eines Bauern und Müllers besuchte er die Lehrerbildungsanstalt in Kaiserslautern und unterrichtete anschließend vor allem an vorderpfälzischen Schulen. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er seine berufliche Tätigkeit in Iggelheim, dem Geburtsort seiner Frau, fort. Der überaus fähige Pädagoge fungierte von 1952 bis zu seiner Pensionierung als Rektor an der dortigen Schule. Henn interessierte sich bereits als Knabe für die Geschichte seiner Vorfahren. Angeregt durch einen alten Zettel mit den zehn Geschwistern seines Urgroßvaters erstellte er schon als Jugendlicher einen Stammbaum seiner Familie. Nach mehr als 20-jährigen Recherchen legte er 1938 eine Ahnentafel auf Karton vor, die einen Meter hoch und sechs Meter lang war. Seine Forschungen ergaben, dass viele Müller im Lautertal den um 1615 geborenen Wilhelm Henn als gemeinsamen Urahn haben. Karl Henn organisierte in der Folge mehrere Familientage und gab 1952 die Schrift „Geschichte der Katzweilerer Sippe Henn“ heraus. Er beschäftige sich außerdem mit der Historie der väterlichen Mühle und der Vergangenheit des Dorfes. Gerade in jüngster Zeit konnten Heimatforscher und Familienkundler auf seinen Vorarbeiten aufbauen und sie fortführen. Auch in seinem Wohn- und Arbeitsort Iggelheim widmete sich der Lehrer der Familien- und Heimatgeschichte. In seinem Unterricht durften die Schüler der Oberklassen Ahnentafeln ihrer Familien erarbeiten. Henn gründete einen Heimatpflege- und Museumsverein und konnte 1957 ein Museum in dem 400 Jahre alten Rathaus von Iggelheim eröffnen. Es galt als mustergültig und war das erste Heimatmuseum im Rhein-Pfalz-Kreis. Henn leitete darüber hinaus das örtliche Volksbildungswerk und hielt zahlreiche Vorträge. Als Mitglied des Historischen Vereins bekundete er ein besonderes Interesse für die deutschen Kaiser und Könige, die für unsere Region bedeutsam waren. Er stöberte nicht nur in Archiven, sondern wurde in mehreren Orten sogar zum Archivpfleger bestellt. Die Ergebnisse seines Forschens veröffentlichte er in Zeitungen und Zeitschriften, unter anderem auch im Heimatkalender des Ludwigshafener Landkreises. Sie handelten von der Iggelheimer Geschichte, den Tagen der 1848er-Revolution und dem Sturm der Freischaren, von Pfarrer Johann Schiller sowie einer einfachen Gemeindeschwester. Karl Henn starb am 3. Juni 1977 in Iggelheim und wurde auf dem dortigen Friedhof beerdigt. |khs