Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Fahrradaktion für den Frieden

Mit Friedensflaggen: Rund 60 Menschen waren dem Aufruf des Aktionsbündnisses am Samstag gefolgt.
Mit Friedensflaggen: Rund 60 Menschen waren dem Aufruf des Aktionsbündnisses am Samstag gefolgt.

„Als wir im vergangenen Jahr damit begonnen haben, die heutige Aktion vorzubereiten, war die Welt noch eine andere“, sagte Konstantin Schneider von der Kampagne „Stopp Air Base Ramstein“. Das Aktionsbündnis hatte für Samstag zur Fahrradaktion „Rauf auf’s Rad – Runter mit der Rüstung“ eingeladen.

Rund 60 Menschen waren dem Aufruf gefolgt, umrundeten im Konvoi und flankiert von rund 20 Einsatzkräften der Polizei zweimal das Gelände der Air Base.

Bei der Auftaktkundgebung auf dem Parkplatz der Gedenkstätte zum Flugtagunglück von 1988 betonte Schneider, dass es wegen der aktuellen weltpolitischen Situation wichtiger denn je sei, sich für Frieden und Abrüstung einzusetzen. „Aktuell herrscht in der Gesellschaft wieder vielfach die Meinung vor, man könnte dauerhaften Frieden nur durch Waffen sichern. Wir sehen das anders“, sagte er. Nach Auffassung der Kampagne wäre die Air Base zudem aufgrund ihrer militärischen und strategischen Bedeutung eines der ersten Ziele bei einem militärischen Schlagabtausch zwischen der Nato und Russland. „Viele Menschen glauben, dass ihnen die Air Base und die Anwesenheit der US- und Nato-Militärs Sicherheit bringt. Wir sehen das anders“, meinte Schneider.

„Zentrale Rolle bei kriegerischen Auseinandersetzungen“

Die Kriegsrhetorik werde immer schärfer, und das 100 Milliarden schwere Aufrüstungsprogramm für die Bundeswehr führe nicht nur zur Kriegstreiberei, sondern in direkter Folge auch zur Verstärkung sozialer Ungerechtigkeit. „Die Tafeln sind voller Bedürftiger, aber wir investieren in einem bislang nicht gekannten Maß in die Aufrüstung“, kritisierte er.

Auch Kristine Karch, Sprecherin des internationalen Netzwerks „No to war – no to Nato“ betonte, dass die Air Base Ramstein seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle bei kriegerischen Auseinandersetzungen spiele, so auch beim Ukraine-Konflikt. Unterstrichen wurde dies erst vor wenigen Tagen, als US-Verteidigungsminister Lloyd Austin Vertreter von rund 40 Staaten auf die Air Base zu einem Treffen eingeladen hatte, um militärische Hilfen für die Ukraine zu besprechen. Dadurch habe die USA die Bundesregierung massiv unter Druck gesetzt und direkt dafür gesorgt, dass Deutschland Kriegspartei werde. Fakt sei, so Karch, dass die Nato unter Führung der Vereinigten Staaten in der Ukraine einen Stellvertreterkrieg gegen Russland austrage, um ihre weltpolitische Rolle zu verteidigen.

Gedenken an Friedensradler

Hannelore Philippi erinnerte bei der Auftaktkundgebung an den Anfang April verstorbenen Friedensaktivisten und Friedensradfahrer Konni Schmidt, einer der Gründer der Kampagne „Stopp Air Base Ramstein“, der Pfälzer Initiative „Entrüstet Euch!“, Vorstandsmitglied des Vereins „Aktiv für den Frieden – Stopp Ramstein“ sowie Gründer und Vorsitzender des Vereins „Bike for Peace and New Energies“. Schmidt, in Miesenbach geboren, war einer der bekanntesten Friedensaktivisten der Region und machte durch Friedensradfahrten – unter anderem von Paris nach Moskau – auf seine Anliegen aufmerksam.

Die beiden Umrundungen der Air Base der Friedensradfahrer am vergangenen Samstag wurden flankiert von zwei weiteren Kundgebungen auf dem Parkplatz, bei denen es um die weltweiten Rüstungsausgaben in den vergangenen Jahren ging sowie um die sozialen Auswirkungen der neu in Gang gesetzten Rüstungsspirale, zu deren Finanzierung unter anderem bei Bildung, Gesundheit und der Unterstützung bedürftiger Menschen gespart werde.

Camp im Juni

Im Gespräch mit der RHEINPFALZ zeigte sich Konstantin Schneider zufrieden mit der Resonanz auf den Fahrrad-Aktionstag, den das Bündnis zum zweiten Mal ausgerichtet hatte. Eingebunden sei die Aktion in die „Global Days of Action on Military Spending (GDAMS – auf Deutsch: Globale Aktionstage zu Militärausgaben“) bei denen alljährlich immer im April weltweit Friedensinitiativen zu Aktionen gegen Rüstungsausgaben und für Abrüstung aufriefen.

Die nächste Aktion der Kampagne „Stopp Air Base Ramstein“ in der Region wird das Friedenscamp sein, das vom 19. bis zum 26. Juni in Steinwenden stattfindet. Höhepunkt des Camps ist am 25. Juni eine Demo vor der Air Base, kostümiert und unter dem Motto „Tanz der Toten“.

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