Landstuhl
Fördergemeinschaft plant Veranstaltungen und ändert Beiträge
Seit Jahren seien die Mitgliedsbeiträge ein Diskussionsthema gewesen, erzählt Oliver Krauß aus dem Vorstand der FÖG. Zuletzt seien sie kurz nach der Einführung des Euros angehoben worden. „Wir waren in weitem Umkreis der günstigste Gewerbeverein.“ In jedem Jahr sei die Umsetzung von Aktivitäten aufgrund der Finanzen schwieriger geworden. „Das ist ein Thema, das man nicht gerne angeht, aber jetzt musste es eben sein, um kostendeckend arbeiten zu können und keine Verluste zu machen, auch wenn wegen Corona jetzt kein guter Zeitpunkt ist“, erläutert er. „Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht. Es war kein Schnellschuss.“
Das neue Konzept umfasst Gold-, Silber- und Bronze-Mitgliedschaften. Die Gold-Variante ist für den stationären Handel gedacht und kostet statt wie bisher 150 Euro pro Jahr 300 Euro. Sie bietet zusätzliche Vorteile. Die FÖG plant, noch in diesem Jahr eine Broschüre in Deutsch und Englisch mit einer Auflage von circa 10.000 Stück drucken zu lassen. Diese Broschüre in handlichem Format und hochwertigem Druck soll auch auf der Air Base ausgelegt werden. Jährlich ist eine Neuauflage vorgesehen.
Hilfe bei Digitalisierung
Außerdem sollen Mitglieder bei der Digitalisierung ihres Betriebs kostenlos Unterstützung erfahren. Eine Fachfirma prüft beispielsweise den Google-Eintrag, die Präsenz in den sozialen Medien, den Internetauftritt oder auch, ob alle gesetzlich geforderten Angaben enthalten sind. Erste Termine haben bereits stattgefunden, berichtet Krauß. Die Resonanz sei geteilt, einerseits Zurückhaltung, andererseits Begeisterung.
Einen weiteren Vorteil sieht er in der kostenlosen Präsenz auf der Homepage www.gutscheinwelt-landstuhl.de, über die Gutscheine der beteiligten Geschäfte erworben werden können und die nicht an eine Mitgliedschaft gekoppelt ist. Dieses Projekt hatte die FÖG während des ersten Lockdowns im März 2020 auf die Beine gestellt, um den örtlichen Handel zu unterstützen. Nun stockt die Stadt die Kosten für die Gutscheine um 20 Prozent auf. „Eine Win-Win-Situation für die Geschäftsleute und die Kunden“, hält er fest und ergänzt: „Das war nur möglich, weil es die Site schon gab.“
„Die FÖG arbeitet nicht gewinnorientiert“
Die Silber-Mitgliedschaft kostet 180 Euro jährlich. Sie richtet sich an Freiberufler wie Ärzte, Architekten, Steuerberater, Notare sowie Handwerksbetriebe und Dienstleister. Während Gold-Mitglieder in der Broschüre auf einer ganzen Seite kostenlos in Text und Foto vorgestellt werden, können sich Silber-Mitglieder auf einer halben Seite präsentieren.
Neu ist eine Bronze-Mitgliedschaft für Privatpersonen, Vereine und Gönner, die 60 Euro pro Jahr kostet. Auf diesem Weg seien schon einige Neumitglieder gewonnen worden, die mit ihren Beiträgen helfen, dass Landstuhl durch Veranstaltungen attraktiv und lebendig bleibt, sagt Krauß. Als Beispiel nennt er den Christkindlmarkt der Heimatfreunde im vergangenen Jahr. „Ohne unsere Unterstützung hätte er nicht stattgefunden.“ Er betont: „Die FÖG arbeitet nicht gewinnorientiert. Keiner von uns bekommt einen Cent.“
Für den Gewerbeverein bedeuten diese Veränderungen viel Aufwand. Jedes der rund 120 Mitglieder muss kontaktiert und vor die Wahl gestellt werden, wobei auch die Möglichkeit der Kündigung besteht. Derzeit befinde man sich in der Übergangsphase, spätestens zum 1. Juni gelten die neuen Regelungen.
Veranstaltungen beginnen mit Mondscheinmarkt
Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für die kommenden Veranstaltungen. Da ist zum Einen der Sickinger Mondscheinmarkt am Freitag und Samstag, 20. und 21. Mai, der zum ersten Mal zweitägig durchgeführt wird. An beiden Tagen bieten Erzeuger aus der Region zwischen 17 und 23 Uhr Handgefertigtes und Kulinarisches auf dem Alten Markt an. Musik, Speisen und Getränke gehören ebenfalls dazu. Die FÖG beteiligt sich mit dem Verkauf von Getränken. Die Einnahmen sollen die gestiegenen Kosten, unter anderem für die Überdachung der Bühne, mitfinanzieren.
Die Sickingenmesse, die sonst im zeitigen Frühjahr stattfindet, wurde wegen der Pandemie auf den 2. und 3. Juli verschoben. Als Leistungsschau für Handel, Handwerk, Dienstleistung und Gewerbe bildet sie eine Plattform für Betriebe, die Mitglied in der FÖG und im Ramsteiner Werbering sind. Sie soll in und um die Stadthalle und mit Street-Food-Markt stattfinden. Ein verkaufsoffener Sonntag sei angedacht, berichtet Krauß. Derzeit laufe eine Umfrage unter den Geschäftsleuten, ob sie ihre Läden öffnen. Auch könnte wieder eine Modenschau durchgeführt werden. „Die Planungen sind derzeit schwierig“, so Krauß, „wir sind aber motiviert.“
Oktoberfest geplant
Das gilt auch für das Stadtfest im September, das mit seinen drei Bühnen, Livemusik und Verkaufsständen sowie einem Einkaufssonntag lockt. Bands aus weitem Umkreis haben sich laut Krauß bereits für Live-Auftritte beworben, nach wie vor seien jedoch weder die Corona-Problematik noch das Thema Sicherheit vom Tisch. „Wir wollen ein Stadtfest machen, müssen es aber unserem Budget anpassen“, betont Krauß. Auch die Suche nach Sponsoren werde zunehmend schwieriger. All das zusammen könnte unter Umständen bedeuten, dass bei der diesjährigen Auflage nur zwei, statt drei Bühnen aufgebaut werden.
Ein Oktoberfest ist ebenfalls geplant. Veranstalter ist ein Mitgliedsbetrieb in Kooperation mit der FÖG. Zum ersten Mal könnte es auf dem Neuen Markt hinter der Stadthalle stattfinden, da für die vorgesehene Befestigung des Festzelts keine Bohrungen im Untergrund erforderlich seien. Ob die Händler sonntags ihre Läden öffnen, ist derzeit noch unklar.
„Wir wollen etwas bewegen“
Auch könnte es Ende November den Andreas-Markt geben, bei dem die Stadt Veranstalter ist. Dann sei ein verkaufsoffener Sonntag vorgesehen. Gleichzeitig weist Krauß auf die Kosten für die Weihnachtsbeleuchtung hin, die sich auf 10.000 Euro belaufen und die unter anderem durch Mitgliedsbeiträge finanziert werden. „Wir wollen etwas bewegen, wollen, dass etwas passiert, um Landstuhl attraktiv zu halten und die Leute in die Geschäfte zu locken.“