Kreis Kaiserslautern „Es ist immer schön hier“
Wieder hat sich der Ramsteiner Bauernmarkt als Besuchermagnet erwiesen. Dichtes Gedränge herrschte gestern in der Innenstadt, die mit lukullischen Genüssen zum Probieren und zum Mitnehmen lockte. Hinzu kamen Unterhaltung für die großen und die kleinen Besucher sowie ein verkaufsoffener Sonntag in den Läden.
Diejenigen, die dem Trubel ab der Mittagszeit entgehen wollen, kommen bereits mit voll gepackten Tüten zurück. Doch der Großteil drängt zur Innenstadt, wo sich die Stände der mehr als 50 regionalen Erzeuger aneinanderreihen. Sie bieten ihre ländlichen Produkte, Dekorationen für Haus und Garten, Schönes und Nützliches, Handgearbeitetes und zahllose Schlemmereien feil. Vor der katholischen Kirche haben sich die Menschen um ein Gatter geschart. Drinnen kauen drei Alpakas noch auf dem Kraftfutter, das gerade von kleinen Händen gefüttert wurde. Die Tiere recken neugierig ihre Hälse, schieben ihre Ohren mal nach vorne, klappen sie dann wieder nach hinten weg und haben mit den lange bewimperten Augen ihr Umfeld aufmerksam im Blick. Junge und ältere Besucher haben sich von dem unaufdringlichen Charme der Tiere einfangen lassen. Zum ersten Mal ist der Alpakahof Hunsrück mit den Tieren und einem Verkaufsstand nach Ramstein gekommen. Hobbyzüchter Oliver Schuch beantwortet Fragen der zahlreichen Interessierten. Ihm ist es wichtig, dass das Gehege groß genug ist, damit die Tiere bei all dem Trubel um sie herum in der Mitte eine Ruhezone haben. In Ramstein sei dies kein Problem gewesen, berichtet er. Überhaupt gefällt es ihm in der Westpfalz. „Der Markt ist schön, es sind viele Leute da. Es passt“, meint er und kann sich vorstellen, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Nur wenig weiter hat die Landjugend aus Konken einen Erlebnisparcours für den Nachwuchs aufgebaut. Der fünf Jahre alte Linus hat ihn gerade gemeistert und darf nun in die Körbe greifen, um sich Bleistift, Button und Ausmalbilder auszusuchen, während sein zwei Jahre alter Bruder Marlon noch dabei ist. „Man muss die Tiere in den richtigen Stall setzen“, erklärt der Bub die Herausforderung. Doch zuerst müssen die Pimpfe mit einem kleinen Schubkarren einen Slalom und eine Wippe bewältigen, bevor sie die bunten, dekorierten Stoffwuschel, die Huhn, Schwein, Pferd und Kuh darstellen, unter ein Holzdach aufs Stroh setzen. Linus’ Eltern, Nadine und Hans-Jürgen Natter aus Miesenbach, besuchen gerne den Bauernmarkt und waren schon früh da. „Es ist immer schön hier“, sagen sie. Kürbisse zum Aushöhlen und zum Dekorieren haben sie schon in der Tüte und jeder Sohn hat ein Holzschwert bekommen. Nun machen sie sich auf den Heimweg, damit der Jüngste seinen Mittagsschlaf antreten kann. Holzdekorationen, herbstliche Pflanzen und Gestecke ziehen die Blicke an und lassen so manchen Besucher zugreifen. Bürsten, Besen und Borsten in jeder Form werden angeboten, dazu frisch geerntetes Obst und Gemüse, von der Rote-Bete-Kugel bis zum Kohlkopf. Überall duftet es verführerisch, da können die Besucher nicht widerstehen. Beim Flanieren legen sie einen Stopp beim Korbflechter oder den Seildrehern ein und erfreuen sich an dem farbenprächtigen Angebot. Auch Tante Lilli, alias Yasna Andrea Salazar Sanhueza, und der Löwe, das Ramsteiner Maskottchen, sind in den Straßen unterwegs, um Luftballons und kleine Überraschungen an die Kinder zu verteilen. Die Ramsteiner Straßenmusikanten tragen zusammen mit dem Sonnenschein zu guter Laune und entspannter Atmosphäre auf dem Marktgelände bei. Wird ein Sitzplatz auf dem Prometheusplatz frei, ist er schon wieder belegt. Hier sind drei Landfrauen-Ortsvereine aus Miesau, Ramstein und Erzenhausen mit ihrem Kaffee- und Kuchenangebot vertreten. Am Stand der Bliesgau Öl- und Senfmühle haben sich Susanne Kern und ihr Ehemann Reinhold beim Verkosten gerade überzeugen lassen und einen scharfen Senf gekauft. „Der hat Pep!“, sagt die Schwedelbacherin. Das Paar ist noch nicht lange da, hat zwar schon einen Kürbis gekauft, ist aber noch nicht weit gekommen. „Wir haben viele Bekannte getroffen“, berichtet es lachend, „jetzt werden wir noch bummeln.“