Kreis Kaiserslautern Er nahm sich Voltaire als Vorbild

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Karl Ludwig Klöber aus Reichenbach hatte sich als Beamter, Autor und Historiker verdient gemacht. Vom preußischen König geadelt, nannte er sich fortan „von Klöber und von Hellscheborn“. Zeitgenossen rühmten seine umfassende Bildung und anregende Unterhaltung, die Originalität seines Denkens und seine liberale Gesinnung. Klöber orientierte sich an den maßgebenden Geistern seiner Epoche.

Karl Ludwig wurde am 2. Februar 1736 in Reichenbach geboren. Sein Vater war der Schultheiß und Handelsmann Caspar Bertram Christian Klöber, seine Mutter Charlotte Luise Margaretha, eine geborene Reinwald. Nach der Kindheit wurde er von seinem Onkel, einem lutherischen Pfarrer, erzogen. Als sich der 17-Jährige bei der Universität Frankfurt an der Oder einschrieb, gab er als Herkunftsort „Reichenbachio Palatinus“ an. Als Begleiter und Hofmeister des Grafen Friedrich Wilhelm von Schlabrendorf, des ältesten Sohnes des preußischen Ministers, unternahm er Reisen nach England, Frankreich und Italien. In Italien traf er mit Winkelmann, dem Wiederentdecker der griechischen Antike, zusammen und unterhielt sich mit ihm über Lessings Laokoon-Essay. Durch die Protektion und Fürsprache Schlabrendorfs wurde Klöber 1766 Kriegs- und Domänenrat im schlesischen Verwaltungsdienst. Bei der Kammer in Breslau avancierte er zu deren zweitem Direktor und fungierte zugleich als Zensor, der für die Presse zuständig war. Klöber hatte sich vorher außerdem als Schriftsteller betätigt. Er veröffentlichte Unterhaltungen für Damen und Mütter, schrieb ein Lustspiel „Der Unbesonnene“ sowie weitere Theaterstücke. In der Zeitschrift „Deutsches Museum“ erschienen seine Auszüge aus den Briefen eines reisenden Engländers. In einem längeren Beitrag setzte er sich für eine geänderte Rechtschreibung ein, die sich nach dem gesprochenen Wort richten sollte. Er berief sich dabei auf seinen Lieblingsautor Benjamin Franklin. In dieser eigenwilligen Orthografie ist denn auch das Hauptwerk Klöbers gehalten, das unter dem Titel „Von Schlesien vor und seit dem Jahr 1740“ in zwei Bänden herauskam. Die Bücher erschienen 1785 anonym und wurden sogar als Übersetzungen aus dem Englischen bezeichnet. Der Autor bot darin eine umfassende Übersicht der Geschichte und Wirtschaft Schlesiens, wobei er sich die historischen Darstellungen Voltaires als Vorbild nahm. Besonders der zweite Teil über die inneren Verhältnisse des Landes unter der Regierung Friedrichs des Großen ist heute noch wertvoll, weil dem Verfasser wohl amtliche Quellen zugänglich waren. Klöber heiratete mit 51 Jahren eine um drei Jahrzehnte jüngere Frau. Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter und ein Sohn hervor. Jener, 1792 in Breslau geboren, nahm an den Freiheitskriegen teil und widmete sich danach der Malerei. Er schuf in Berlin zahlreiche Wand- und Deckengemälde und porträtierte in Wien Ludwig van Beethoven und Franz Grillparzer. Sein Vater, der königlich preußische Geheimrat Karl Ludwig von Klöber, starb am 4. Juni 1795 in Breslau. Bei Buchwald am Fuße des Riesengebirges erinnerte ein Denkmal an ihn, das inzwischen leider verfallen ist. |khs

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