Kreis Kaiserslautern
Enkenbach-Alsenborn: Die Halfmanns spielen Lieder wie aus einem Poesiealbum
Zum Volksliedsingen mit Zither, Hackbrett und Mandoline traf sich im Rahmen der Kulturtage im Enkenbacher Rathaussaal ein singfreudiges Publikum. „Wenn die Zither hell erklingt“ lautete das Motto, das hausgemachte Musik und Poesie in Hülle und Fülle bot. Das Ehepaar Alois und Wiltrud Halfmann trugen dabei Lieder und Gedichte vor, die von Freundschaft, Liebe, Natur, Idylle und Poesie handelten.
Seinen Aktionsradius wollte das rüstige Seniorenpaar, er 83, sie 82, eigentlich schon vor zwei Jahren einschränken. Doch ihre Auftritte bei den Kulturtagen gehören zum festen Bestandteil des Terminkalenders, Konzerte und Auftritte in Seniorenheimen und im privaten Kreis ebenso. „90 Minuten sind nicht lang, drum fangen wir auch gleich zu spielen an“, verlor Alois Halfmann, ein Meister der freien, spontanen Rede, keine Zeit. Flott und beschwingt stimmten sie den Fürst-„Bismarck-Marsch“ an und „Spiel mir eine alte Melodie“, ein Tanz-Schlager der frühen 50er Jahre. An die Zeit des Kennenlernens erinnerte das Stück.
Gedächtnis voller Anekdoten
Irischer Herkunft war das mit dem Publikum angestimmte Volkslied „Lang, lang ist’s her“. Wie aus dem Poesiealbum, froh und bunt, erklangen die Verse zu „Hab Sonne im Herzen“ und das instrumental gespielte „Rosen und Jugend“. Voller Anekdoten ist Alois Halfmanns Gedächtnis. „Tragt alles einfach mit Humor“ hieß ein Lebensrezept des Pfälzer Mundartdichters Paul Tremmel. Paul Münchs „Mei Schatz vum Potzberg“, garniert mit dem Lied „Das Lieben bringt gross’ Freud“, bildete Halfmanns persönliche Hommage an die noch immer heiß geliebte Ehefrau.
Von einem heimlichen Rendezvous kündete die gefühlvoll angestimmte Zithermelodie „’s Bacherl“. Zu den Klassikern der Stimmungslieder gehörte Anfang des 19. Jahrhunderts „Mädle, ruck ruck ruck an meine grüne Seite“ ebenso wie das nostalgisch verklärte „Schwalbenlied“ („Mutterl unterm Dach ist ein Nesterl gebaut“) und der Liebeswalzer „Gold und Silber lieb ich sehr“.
Flink rauschende Schlägel
Instrumental begann der zweite Teil. Sicher zupfte Wiltrud Halfmann ihre Zither. Flink rauschten die Schlägel über die Saiten, als Alois Halfmann sich ans Hackbrett setzte. Mit Mandolinenklängen war das Publikumslied „Wohlauf in Gottes schöne Welt“ versehen. Mit Friede und Harmonie werden Zitherklang und Hackbrett gleichgesetzt. In die Welt der Berge entführten damit sentimentale Lied- und Gedichtbeiträge um das Edelweiß. Mit Singen und Summen begleiteten die Zuhörer selbst weniger bekannte Weisen.
„Wenn uns danach ist, dann setzen wir uns einfach mal zwei, drei Stunden ins traute Kämmerlein und machen Musik. Singen und Musizieren hält nämlich jung, noch mehr, wenn es mit einer Portion Humor versehen ist“, sagte Alois Halfmann. Mit einem Gedicht („Zeit um einfach Mensch zu sein“), einer Eigenkomposition und dem für sie schönsten Volkslied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ verabschiedeten sich die Halfmanns bis zum nächsten Mal. Versprochen!