Kreis Kaiserslautern
Engstelle auf der A6 bei Ramstein-Miesenbach: Keine schnelle Lösung
Die Engstelle auf der A6 an der Anschlussstelle Ramstein-Miesenbach in Fahrtrichtung Saarbrücken wird voraussichtlich noch mehrere Jahre bestehen bleiben. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Marcus Klein (CDU) hervor.
Ramstein-Miesenbach Die Verengung der Fahrbahn ist eine Maßnahme des Landesbetriebs Mobilität (LBM). Die Behörde hatte im Frühjahr vor zwei Jahren darüber informiert, dass an den zwei Brücken der Anschlussstelle Ramstein-Miesenbach über die L363 Defizite am äußeren Rand der Fahrbahnplatten bestehen. Die in den 1960er Jahren gebauten Brückenkonstruktionen hielten den heutigen Belastungen nicht mehr Stand. Dies betreffe vor allem den Schwerlastverkehr, sagt Stefan Schmitt, stellvertretender Leiter des Autobahnamts Montabaur des LBM.
Um die Brückenränder von diesem zu entlasten und die Lkw von der rechten Fahrspur zu bekommen, wird der gesamte Verkehr in den mittleren Bereich der Fahrbahn gelenkt. Damit werde erreicht, dass die Hauptlast des Gewichts auf den Haupttragwerken liege, die noch in Ordnung seien, so Schmitt. Dazu wurde die Fahrbahn an den Brücken von drei auf zwei Spuren verengt und verschwenkt. Zudem wurde dort die Geschwindigkeit beschränkt und ein stationärer Blitzer installiert.
„Verkehrssicherheit gefährdet“
„Diese Maßnahme wurde bereits 2017 getroffen, die jetzige Behelfslösung darf aber kein Dauerzustand bleiben“, kritisiert Landtagsabgeordneter Klein, der vor allem die Verkehrssicherheit an der Engstelle gefährdet sieht. Aus der Antwort der Landesregierung gehe zwar hervor, dass es sich auf dem Abschnitt nicht um einen Unfallschwerpunkt handele. Seit der Inbetriebnahme der Messanlage im Mai dieses Jahres seien allerdings laut Landesregierung über 55.000 Geschwindigkeits-Verstöße festgestellt worden. „So viele Blitzer in einem knappen halben Jahr an einer Stelle zeigen doch, dass Handlungsbedarf besteht. Man kann von Glück sagen, dass dort, zumindest statistisch, kein Unfallschwerpunkt liegt. Ein Gefahrenpunkt ist es wegen der unübersichtlichen Verschwenkung aber allemal“, so Klein.
Beide Brücken müssen neu gebaut werden
Daran, dass sich an dieser Situation bald etwas ändert, besteht allerdings kaum Hoffnung: Bevor die Engstelle auf der A6 beseitigt werden kann, müssen erst die beiden Brücken neu gebaut werden, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Fakt sei, dass die bestehenden Bauwerke nicht verstärkt werden können, bestätigt der stellvertretende Dienststellenleiter des Autobahnamts. Geplant sei jetzt, eine Behelfsbrücke hinzustellen, über die der Verkehr während der Bauarbeiten weiter über die L363 fließen kann. Im Zuge dieser Maßnahme soll auch ein Unfallschwerpunkt an der A6 in Fahrtrichtung Kaiserslautern entschärft werden: An der Abfahrt Landstuhl werde die Zufahrt zur L363 Richtung Ramstein mit einer zusätzlichen Einfädelspur sicherer gemacht, erläutert Schmitt.
Langwieriges Verfahren
Die Vorplanung für die Neubauten sei abgeschlossen. Weil die Autobahn-Anschlussstelle in einem FFH-Naturschutzgebiet liegt, sei jetzt die Abstimmung mit den Naturschutzbehörden nötig. Schmitt rechnet damit, dass dies bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein wird. Danach gehe es an die Entwurfsplanung, die voraussichtlich noch einmal zwei Jahre in Anspruch nehmen werde, bevor die Maßnahme ins Genehmigungsverfahren geht.
Marcus Klein fordert schnellere Lösung
Es sei nicht hinzunehmen, dass alleine die Herstellung des Baurechts noch mehr als fünf Jahre dauern solle, erklärt CDU-Landtagsabgeordneter Klein. „Bis sich dann was tut, dauert’s noch länger, dann haben wir am Ende über zehn Jahre Notlösung. Wenn dann weiter munter im Fünf-Minuten-Takt geblitzt wird, hat das einen ganz faden Beigeschmack.“
Der Steinwendener will sich nun sowohl an das zuständige Landesministerium als auch an das Bundesverkehrsministerium wenden und eine schnellere Lösung anmahnen: „Eine direkte Anknüpfung an die derzeit laufenden Maßnahmen wäre dringend geboten. Die Engstelle muss schnellstmöglich beseitigt werden.“