Ramstein-Miesenbach
Energetische Stadtsanierung geplant
Bevor Energie eingespart oder effizienter genutzt werden kann, muss erst einmal festgestellt werden, wie viel überhaupt verbraucht wird. „Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme mit Energie- und CO2-Bilanz“, erläutert Bossung das Vorgehen. Dazu soll ein Sanierungsgremium gebildet werden, Begehungen und eine Fragebogenaktion sind geplant. Bei allem sollen immer die Bürger miteinbezogen werden. Die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Themen Klimaschutz, Energieeinsparung, Nutzung alternativer Energieträger, aber auch für die individuelle Mobilität sei ein ganz wichtiger Bestandteil des Programmes. Und Bossung gibt zu bedenken: „Je mehr Daten wir bekommen, umso besser wird natürlich der Bestand, den wir haben, auf dem dann alles weitere aufbaut.“
Im Stadtteil Ramstein soll begonnen werden
Betrachtet werde nicht das gesamte Stadtgebiet, sondern nur ein vorher zu definierendes Quartier. Das gebe das Förderprogramm 432 der KfW-Bank, über das die energetische Stadtsanierung zu einem Großteil finanziert werden soll, so vor. „Als Pilot wird die Ortslage Ramstein beginnen“, sagt Stadtbürgermeister Ralf Hechler (CDU), die neueren Neubaugebiete seien allerdings ausgenommen, fügt Bossung hinzu. Die seien weitgehend energetisch bereits gut aufgestellt. Weitere Quartiere sollen später folgen.
Wenn bekannt ist, wie groß, wie alt und wie energieverbrauchend die öffentlichen und privaten Gebäude im Quartier sind, welche Kraftfahrzeuge dort verkehren und wie es mit dem öffentlichen Personennahverkehr dort aussieht, folge eine Potenzialanalyse, sagt Bossung. Da werde dann geschaut, ob und wie Energie aus eigenen Energieträgern wie Holz, Biomasse oder Sonne produziert werden, aber auch wo sie eingespart werden kann. Untersucht werde ebenfalls, ob sich Nahwärmeversorgung in diesem Bereich lohne oder wie Rad- und Fußverkehr gefördert werden könnten. Die zentrale Fragestellung dabei sei immer: Was ist machbar? Darauf aufbauend sollte am Ende ein Maßnahmenkatalog erstellt werden.
Workshops und Vorträge
Um die Bürger und alle anderen, die an diesem Prozess beteiligt sind, also auch Handwerker, Kommunalpolitiker, Energieversorger, jederzeit gut einzubinden, möchte die Verwaltung gerne Workshops und Vorträge anbieten. Coronakonform könnten diese vielleicht im Sommer und dann im Freien durchgeführt werden, schlägt Bossung vor. Sie stellt heraus, dass ein solches Förderprogramm, wird es in der Stadt umgesetzt, den Bürgern und der Kommune steuerliche Vorteile bringen könnte. Baumaßnahmen und Investitionen seien dann anders absetzbar.
Da die Stadtverwaltung selbst ein solches integriertes energetisches Sanierungskonzept nicht erstellen könne, sei bereits nach geeigneten Büros gesucht worden, die dies übernehmen könnten. Das günstigste Angebot habe das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (Ifas) der Hochschule Trier abgegeben, berichtet die Bauamtsleiterin. Ihrer Empfehlung, das Ifas zu beauftragen, folgte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig.
Beratung für Privatleute
Das Institut wird damit auch einen Teil des ebenfalls einzurichtenden Sanierungsmanagements übernehmen, und zwar die Beratung der Privatleute und der öffentlichen Hand, wenn es um Sanierung ihrer Gebäude geht. Ein intern noch einzustellender Sanierungsmanager soll sich hauptsächlich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern.
Bodo Mahl von der SPD-Fraktion bekräftigte seine Zustimmung mit dem Satz: „Das ist eine super Sache, und dass Kreis (erwartetet wird eine Zusammenarbeit mit dem Klimaschutzmanager des Landkreises, Anm. d. Red.), Verbandsgemeinde und Stadt an einem Strang ziehen, das kann uns in Richtung Klimaschutz richtig einen Schub geben und weiterbringen.“