Kreis Kaiserslautern Eine Runde weiter

Nach dem Ortsgemeinderat Linden hat sich auch der Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd für das Konzept ausgesprochen, das beim Land für einen Fortbestand der Grundschule Linden wirbt. Im nächsten Schritt soll der Verbandsgemeinderat am Montag das Konzept beschließen, bevor es dem Bildungsministerium zugeht.
Bürgermeister Uwe Unnold (FWG) stellte den Ausschussmitgliedern in der Sitzung am Montag das Konzept vor, das er bereits am Donnerstag im Gemeinderat Linden, dessen Ortsbürger er in Personalunion ist, vorgetragen hatte. (Die RHEINPFALZ berichtete am Samstag.) An der Ausarbeitung wurden laut Unnold der Schulelternbeirat und die Schulleitung beteiligt. Die Dorferneuerung 2011 nannte Unnold als Ausgangspunkt für die positive Entwicklung, die der Ort seitdem durchs Engagement der Bürger genommen und so letztlich an Einwohnern gewonnen hat. Mit der Einwohner- stieg auch die Schülerzahl auf 23 im vergangenen Schuljahr, für 2022/23 prognostiziert die Verbandsgemeinde als Schulträgerin 35 Schüler. Damit ist immer noch die vom Land geforderte Mindestgröße von 40 unterschritten, „wir rechnen dauerhaft mit Kombiklassen“, sagte Unnold. Er verwies auch darauf, dass die Landesregierung vor knapp zehn Jahren den Fortbestand der Grundschule garantiert habe und „wir daraufhin die Sanierung der Schule begonnen haben, die insgesamt rund eine halbe Million Euro kostete“. In dem Konzept wird erläutert, dass die Schulen Queidersbach und Schopp erstens wegen eigener Auslastung und zweitens wegen langer Transport- und Wartezeiten für die Lindener Kinder ungeeignet seien. Als Alternative sieht das Konzept jedoch Linden als Außenstelle der Queidersbacher Schule, zumal schon eine Kooperation besteht. Sybille Jatzko (SPD) merkte an, dass ihr ein pädagogisches Konzept fehle, das sie gerne als Ergänzung sähe. Unnold erwiderte, dass jenes vorhanden sei und die ADD es kenne; dafür sei eh nicht der Schulträger, sondern die Schulleitung zuständig. „Jetzt ist dies nicht gefordert, es geht lediglich um die Rahmenbedingungen“, sagte er. Inge Schmalenberger (FWG), Leiterin der Trippstadter Grundschule, fand das Konzept ausgewogen und lobte, dass es eine Alternative vorsah: Bei Linden als Außenstelle seien keine Kombiklassen mehr nötig, denn dann könnte eine ganze Klasse ausgelagert werden. Der Stelzenberger Reinhold Meister (SPD) betonte, dass ein Ort auch ohne Grundschule eine Zukunft habe. Er verwies damit auf Stelzenberg und Krickenbach, die keine Grundschule mehr beheimaten – im Gegensatz zu den anderen vier Orten in der VG. Er sieht ein finanzielles Ungleichgewicht, da die beiden schulfreien Gemeinden die Schulen in der VG mitfinanzierten. „Die 80.000 Euro im Haushalt für Linden tragen alle Ortsgemeinden“, sagte er. Bürgermeister Unnold widersprach dem. „Als die Schulträgerschaft von der Orts- auf die Verbandsgemeinde überging, haben wir beschlossen, dass Stelzenberg und Krickenbach entlastet werden“, entgegnete er, was Meister wiederum bestritt. „Die Schulsonderumlage vorher haben alle Gemeinden gezahlt.“ Aufgrund seiner Ausführungen war Meister in der Abstimmung letztlich der einzige, der dem Konzept nicht zustimmte, alle anderen wollen es so auch im VG-Rat beschlossen sehen.