Kreis Kaiserslautern Eine gesunde Artenvielfalt
Wie eine nach Artenschutz-Gesichtspunkten sinnvolle Umgestaltung des Naherholungsgebiets Seewoog aussehen sollte, erfuhren die Mitglieder des Stadtrates in dessen Sitzung am Freitagabend. Unter anderem stellte Biologe Christoph Bernd die Ergebnisse seiner Untersuchungen zum dortigen „Arteninventar“ vor. Außerdem fasste der Rat den Beschluss, das Haus des Bürgers in Congress Center Ramstein umzubenennen.
Der jetzige Name der Kultur- und Tagungsstätte Haus des Bürgers (HdB) soll „in der Unterzeile“ erhalten bleiben, betonte Bürgermeister Ralf Hechler (CDU). Aus den von Bürgern und aus den Schulen kommenden Namensvorschlägen ging am Ende Congress Center Ramstein – abgekürzt CCR – als Sieger hervor. Als Anlass für die neue Namensgebung führte Hechler unter anderem die in Zusammenhang mit dem Umbau des Busbahnhofes stehende Umgestaltung der dortigen Seite des HdB an. Der Beschluss erfolgte mit großer Mehrheit bei einer Gegenstimme. Umfassende Informationen erhielten die Ratsmitglieder über das Naherholungsgebiet Seewoog, dessen Neugestaltung demnächst ansteht. Christoph Bernd vom Büro für Freilandforschung in Bexbach bescheinigte dem Gewässer und Umfeld eine hohe ökologische Vielfalt. Das einzige größere Manko, das sich bei seinen Untersuchungen zum dortigen Arteninventar ergeben habe: „Es gibt nur sehr wenige Amphibienarten.“ Das liege vor allem an der hohen Fischpopulation im Gewässer. Bei einer solchen Vielfalt an Fressfeinden, sei es für die meisten Amphibien unmöglich, sich hier durchzusetzen. Die ohnehin angedachte Lösung: Den kleineren Teil des Gewässers – voraussichtlich im September – leerlaufen lassen , somit die Fische entfernen, dann wieder befüllen und hier eine ökologische Nische schaffen, wo keine Fische leben und sich andere Arten ungestört ausbreiten können. „Die sind alle ausgesetzt“, erläuterte Bernhard, wo die vielen Schildkröten im Seewoog herkommen. Diese stellen ein großes Problem dar und müssen aus dem Gewässer entfernt werden. Sein Appell, dem sich der Stadtrat anschloss: „Keine Tiere aussetzen.“ Sinnvoll sei es daher, mit Schildern auf die negativen Folgen hinzuweisen, die nichtheimische, ausgesetzte Arten auf die örtliche Ökologie haben können. Denn „die meisten tun das ja nicht in böser Absicht“, so Bernd. Das Anlegen eines Naturlehrpfades in Zusammenarbeit mit den Schulen sei nicht nur aus pädagogischer Sicht sinnvoll, sondern könne auch der weiteren Sensibilisierung der Menschen für ihre Umwelt dienen, erläuterte Bernd. Bei der Vorstellung des Konzepts für die Neugestaltung des Seewoogs durch Marion Achtel vom Planungsbüro LF-Plan aus Rodenbach hatten die Stadtratsmitglieder dann auch hauptsächlich Fragen zur ökologischen Verträglichkeit. Unter anderem soll ein von der neu zu errichtenden Gaststätte als Terrasse nutzbarer Holzsteg direkt am See gebaut werden. Ein Spielgelände mit Matschspielplatz soll neben der Gaststätte und den Grillplätzen entstehen. Etwas weiter weg vom Gewässer sind Wohnmobilstellplätze angedacht. „Einfach weiter machen wie bisher“, lautete Bernds Rat bei Fragen nach möglichen negativen Einflüssen auf die Natur – zum Beispiel durch Feste. Auch gegen die Gestaltungsplanung gebe es aus dieser Sicht keine Bedenken. Den Antrag des Pfadfinderzentrums Kurpfalz, eine Informationstafel über Biber an der Mohrbach im Stadtteil Ramstein aufzustellen, hat der Rat einstimmig bewilligt. 1000 Euro erhalten die Pfadfinder für dieses Projekt. 375 Euro bekommt die Chorgemeinschaft Miesenbach. Das Geld ist für den Kauf eines elektronischen Pianos gedacht. Die Förderrichtlinien für die Städtepartnerschaften mit Maxéville (Frankreich) und Balatonlelle (Ungarn) hat der Stadtrat einstimmig neu gefasst. Unter anderem werden Busfahrten mit 650 statt 500 Euro bezuschusst. Die Anzahl der jährlich maximal geförderten Fahrten nach Balatonlelle wird von fünf auf drei reduziert.