Kreis Kaiserslautern Ein Sammler von Namen und Wörtern

Philipp Keiper war der ältere Bruder von Johann Keiper, den wir in dieser Serie schon vorgestellt haben. Er war ein Mann der Schule, der sich außerdem durch volkskundliche und geschichtliche Veröffentlichungen einen Namen machte. Als begeisterter Wanderer und Kenner deutscher Landschaften trug er auch zur Erforschung der Mundarten bei.
Philipp Keiper wurde am 15. März 1855 als Sohn eines Lehrers in Otterberg geboren. Er war später gleichfalls im Schuldienst tätig: von 1877 an als Studienlehrer in Ludwigshafen, von 1884 an als Gymnasialprofessor in Zweibrücken und ab 1904 als Konrektor am Neuen Gymnasium in Regensburg. Keiper starb am 21. Oktober 1927 in seinem bayerischen Wirkungsort. Der Pädagoge aus der Westpfalz trat vor allem mit sprachwissenschaftlichen Untersuchungen hervor. So veröffentlichte er eine Studie über „Krimm, Kotten und Lawandee“, die Bedeutung dieser Namen von Stadtteilen in Ludwigshafen, Kaiserslautern und Zweibrücken. In anderen Aufsätzen beschäftigte er sich mit französischen Familiennamen in der Pfalz und französischen Einflüssen im hiesigen Volksmund. Sein Interesse galt ebenso den geografischen Bezeichnungen. So verfasste er Beiträge über pfälzische Berg- und Flussnamen sowie rheinische Ortsspitznamen. Während seiner Zweibrücker Jahre befasste sich Philipp Keiper überdies mit historischen Themen. Er trug Urkunden zur Geschichte des Schulwesens im Herzogtum Zweibrücken zusammen, schrieb über die Kanzleiordnung des Herzogs Wolfgang von 1559 und stellte die frühe Denkschrift über die Einrichtung der Armenpflege in der Herzogstadt vor. Schließlich schuf er eine Chronik der Gemeinde Seelen und erinnerte in einem biografischen Abriss an Christian Dettweiler, einen tapferen Pfälzer in französischen Kriegsdiensten. Keipers schriftstellerische Arbeiten erschienen in Kaiserslauterer Verlagen, in den „Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz“, den „Blättern zur bayerischen Volkskunde“ und der Zeitschrift „Pfälzisches Museum – Pfälzische Heimatkunde“. Auch bei seinen Wanderungen durch die Pfalz und das Elsass, die Oberpfalz und den Bayerischen Wald sammelte Philipp Keiper Eindrücke und Erfahrungen über Land und Leute. Er zeichnete die jeweilige Mundart auf und wurde so zu einem geschätzten Mitarbeiter der Wörterbuch-Kommission in München, die nach seinem Tod auch seinen handschriftlichen Nachlass erhielt. Die Bayerische Akademie der Wissenschaften bezeichnete ihn in ihrem Nachruf als einen Kollegen, „der in entsagungsvoller, wenn auch stiller Arbeit unwägbare Schätze für unsere Wörterbücherei gehoben und gesammelt hat“. (khs)