Kreis Kaiserslautern Ein Mineral trägt seinen Namen
Als Geologe erforschte er in der Pfalz und in der weiten Welt den Aufbau und die Veränderungen der Erdkruste. Gerhard Dreyer galt als Spezialist für das sogenannte Rotliegende, die hiesigen Schichten aus Sandstein, die vor Milliarden Jahren entstanden. Er legte dazu eine Sammlung von Mineralen und Gesteinen unserer Gegend an, die zu den wissenschaftlich wertvollsten über diesen Bereich zählt.
Gerhard Dreyer wurde am 23. Juni 1944 in Landstuhl geboren. Schon als Gymnasiast interessierte er sich für die Minerale und Ablagerungen der Nordpfalz, die später zu seinem Fachgebiet wurden. Mit seinem älteren Bruder streifte er auf dem Fahrrad durch das Gebiet zwischen Nahe und Saar, stöberte intensiv einschlägige Literatur in der Landesbibliothek in Speyer und nahm Kontakte zu anderen Hobbygeologen auf. Nach dem Abitur begann Dreyer 1965 in Mainz das Studium der Geologie und Mineralogie. 1970 legte er seine Diplomarbeit über die Kuppel des Königsberges bei Wolfstein vor und war danach beim Geologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität tätig. Bald rückte er zum wissenschaftlichen Mitarbeiter auf und promovierte 1975 mit einer Dissertation über die Geologie des Tronfjell-Massivs bei Alodal in Norwegen. Zwei Jahre später wurde er zum Assistenzprofessor ernannt und zudem als Mitglied in bedeutende gelehrte Gesellschaften aufgenommen. Dreyer befasste sich mit vielfältigen geowissenschaftlichen Themen und veröffentlichte die Ergebnisse seines Forschens in Fachzeitschriften und Heimatblättern. Er entwarf eine geologische Karte des Saar-Nahe-Berglandes und seiner Randgebiete, schrieb über neue Mineralien in der Rheinpfalz und über Uranvorkommen im Königsberg bei Wolfstein. Dazu führte der Geologe bei der „Hohen Buche“ auf dem Hauptgipfel des Königsberges Untersuchungen durch. Er fand zahlreiche radioaktive Gesteinsproben mit Urangehalten und stellte ein Quecksilber-Vorkommen fest. Eine Schürfung ergab jedoch, dass der regelrechte Abbau der Bodenschätze sich nicht lohnte. In der Nähe des Bahnhofs von Hirschhorn entdeckte Dreyer zudem ein seltsames Mineral, das mikroskopisch winzig war und gelbe Kristalle bildete. Dieser seltene anorganische Fund wurde nach seinem Entdecker Dreyerit benannt und im Mineralatlas von Rheinland-Pfalz verzeichnet. Die Laufbahn des jungen Wissenschaftlers wurde durch ein Unglück während eines Kanada-Aufenthalts jäh beendet. Gerhard Dreyer starb bei einem Verkehrsunfall am 31. August 1978 im Alter von nur 34 Jahren.