Kreis Kaiserslautern Ein Kabinett der Erinnerungen

Im Büro des Bürgermeisters warten tagtäglich ein Berg von Arbeit sowie viele Dinge, die ihm gefallen und etwas bedeuten, auf Ral
Im Büro des Bürgermeisters warten tagtäglich ein Berg von Arbeit sowie viele Dinge, die ihm gefallen und etwas bedeuten, auf Ralf Hechler.

«Ramstein-Miesenbach.» Viel – dieses Wort verbindet sich automatisch mit Ralf Hechler beim Betreten seines Büros. Der Raum gibt Auskunft über all das, was das Leben des Bürgermeisters von Stadt und Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach ausmacht. Mit einem Blick wird deutlich: Er ist ein viel beschäftigter, viel gefragter Mann mit vielen Interessen und viel Humor.

Das Auge hat reichlich zu tun. Ordner in unterschiedlichen Farben füllen die Regale, Papiere stapeln sich. Auf der Fensterbank reihen sich Flyer und Broschüren endlos aneinander und veranschaulichen die ganze Palette der Bereiche, für die Ralf Hechler verantwortlich ist. Wo man Überbeanspruchung vermuten könnte, scheint der Bürgermeister ganz in seinem Element zu sein. „Wenn ich all das nicht wollte, würde ich es nicht machen“, meint er und zeigt sein Lachen, das nur selten verschwindet. Doch das Büro erzählt nicht nur von Arbeit, es ist auch ein Kabinett der Erinnerungen und persönlichen Vorlieben. „Immerhin verbringe ich viel Zeit in den vier Wänden. Da möchte ich Dinge um mich haben, die mir gefallen und etwas bedeuten.“ Dazu gehört der Kalender mit Familienfotos ebenso wie die Madonnenfigur, die aus der alten Ramsteiner Kirche stammt. Sie thront auf einer Kommode und ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass Ralf Hechler praktizierender Christ ist. Gleich daneben steht eine Blumenschale, die regelmäßig mit Blühendem gefüllt wird. Auf einer Vitrine verlangt ein Feuerwehrhelm samt Blaulicht und der Aufschrift „uffbasse“ nach Aufmerksamkeit. „Den hab ich zum 40. Geburtstag bekommen. Ich ziehe ihn immer auf, wenn ich Besuch von Schulklassen und Kitas bekomme. Dann setzen wir uns zusammen auf den Boden und unterhalten uns. Wenn es zum Beispiel um die Gestaltung von Spielplätzen geht, höre ich mir die Meinung der Kinder an. Meine Vorschläge können sie mit Daumen hoch oder Daumen runter kommentieren, aber auch selbst Ideen einbringen. Schließlich sind sie ja die User.“ Die Kinder- und Jugendarbeit ist sein Steckenpferd, aber auch die Senioren sollen nicht zu kurz kommen, etwa mit dem Mundartnachmittag. Wer 90 Jahre und älter ist, kann zum Geburtstag mit der persönlichen Gratulation des Bürgermeisters rechnen. Er selbst möchte eigentlich keine Geschenke haben, trotzdem bleiben sie nicht aus. So wie die zwei Figuren für 25 Jahre Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Maxéville. Dass Ralf Hechler zur Fraktion der Sammler gehört, zeigt sich in der Glasvitrine. Dort präsentieren sich ein paar besonders eindrucksvolle Bierkrüge. „Ich bin in einer Gastwirtschaft groß geworden. Damals gab es einmal im Jahr Krüge von der Brauerei. Das gab wohl den Ausschlag für mich, Bierkrüge und Gläser zu sammeln. Hier im Büro habe ich nur eine kleine Auswahl, zuhause stehen etwa hundert große und kleine Exemplare.“ Dazu gesellen sich der Originalzapfhahn aus einer Ramsteiner Gaststätte und eine Lederschürze der BBK-Brauerei. Klein dagegen nimmt sich die Tasse anlässlich des 150. Geburtstags, den das Bahnhofsgebäude Ramstein und die Zugstrecke Landstuhl-Kusel in diesem Jahr feiern, aus. Umso größer ist ihre Bedeutung als Erinnerungsstück an das bedeutende Jubiläum. Ralf Hechlers Tage sind angefüllt, mit Besprechungen, Terminen, Schreibtischarbeit. 2017 habe er 86 Abendveranstaltungen verzeichnen können. Viel steht auch in diesem Jahr auf der Agenda. Da bleibt es nicht aus, dass der Weg sogar mal am Wochenende oder abends ins Büro führt. Wenn er nicht gerade beim FV Olympia Ramstein gefragt ist. „Ich habe 20 Jahre in der ersten Mannschaft gespielt, war schon mit 21 Jahren im Vorstand und bin heute Jugendleiter. Das ist ein guter Ausgleich zum Job, aber auch etwas, das mir wichtig ist.“ Außerdem schlägt sein Fußballherz noch für den 1. FCK. Hier ist er nicht nur Fan, sondern auch Mitglied, wie in insgesamt 14 Vereinen. Den Menschen zugewandt zu sein, zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben. „Der Mensch hat Vorrang vor Paragraphen. Man muss den Leuten zuhören, dann kann man auch richtige Entscheidungen treffen.“ Passend dazu verkündet ein Schild im Regal „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und damit einen Leitsatz des zweifachen Bürgermeisters, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, „dass jeder das Recht hat, ordentlich behandelt zu werden“.

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