Kreis Kaiserslautern Ein Fest der Begegnungen

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Sonne, Wolken, Regen – das Wetter zeigte sich ebenso abwechslungsreich wie das Programm des diesjährigen Landstuhler Werkstättenfests am Sonntag. Unter der Überschrift „Hand in Hand in einer Welt“ übten Menschen mit und ohne Handicap ganz im Sinne der Inklusion den Schulterschluss – auf der Bühne, in der Besucherschar und bei den vielen Mitmach-Aktionen.

„Das Motto entstand aus Vorschlägen der Projektgruppe, die das Werkstättenfest plant und wurde in diesem Jahr auch von dem Flüchtlingsthema geleitet“, sagt Bettina Rivera, Leiterin der Westpfalz-Werkstätten im Ökumenischen Gemeinschaftswerk Pfalz. „Damit möchten wir aufzeigen, dass wir auch in dieser Hinsicht aufgeschlossen sind. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis in den Werkstätten die ersten Flüchtlinge arbeiten. Außerdem engagieren sich viele unserer Mitarbeiter in der Flüchtlingshilfe.“ Das alle zwei Jahre stattfindende Ereignis ist mittlerweile zu einer festen Einrichtung geworden und führt Menschen zusammen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Diversität ist normal, lautet das Leitbild und „alle Menschen sind gleich einzigartig“, so Rivera. „Es ist ein Volksfest für die ganze Region, ermöglicht Begegnungen und einen Einblick in die Arbeitswelt der Werkstätten. Die Menschen können sich ganz zwanglos über die Räumlichkeiten und Produktbereiche informieren. Das sorgt für Transparenz und Aufklärung.“ „Wir kommen seit etlichen Jahren regelmäßig hierher und kennen schon viele Leute. Es geht richtig familiär zu. Außerdem wird viel Unterhaltung geboten“, bestätigt eine Besucherin, deren Sohn in den Werkstätten Landstuhl beschäftigt ist, und macht sich auf den Weg zur Bühne, denn das Blasorchester Bann will sie nicht verpassen. Über Nacht haben sich der Innen- und Außenbereich in einen vergnüglichen Markt der Möglichkeiten verwandelt. Auf dem Flohmarkt stöbern Besucher nach Schnäppchen, der Bücherbasar lockt Leseratten, in den Produktionshallen demonstrieren die Beschäftigten ihre tägliche Arbeit, von der Lagerhalle bis zur Metallverarbeitung und Montage. Das Atelier Zitronenblau zeigt, was die Freizeitkünstler der Siegelbacher Werkstätten auf die Leinwand gebracht hatten: farbenfrohe, ausdrucksstarke Bilder, jedes so individuell wie sein Schöpfer.“ Im Foyer können die Besucher selbstgezogene Kerzen kaufen, die Damen reizt der außergewöhnliche Schmuck, hergestellt aus Kaffeekapseln und modisch verziert. Ein dekorativer Beitrag zum Thema Upcycling. Auf dem Außengelände haben die Kinder die Qual der Wahl zwischen Kobold-Kegeln, Eisstockschießen, Giraffenlauf, Rallye und etlichen anderen Aktionen. Während sich die einen am Schminkstand fantasievoll verwandeln lassen, statten andere den Zwergponys einen Besuch ab oder machen sich daran, Speckstein-Rohlinge in Form zu feilen. Zu schmucken Anhängern und kleinen Skulpturen. Dazwischen darf eine Stärkung nicht fehlen. Pizza, asiatische Reispfanne, Wraps, Crêpes und Deftiges vom Grill laden zu einer kulinarischen Reise durch verschiedene Länder ein. Süßes gibt es natürlich auch, Kuchen, Torten und im Café International sogar Eis. Auf der Bühne löst eine Darbietung die nächste ab. Die „Phoenixkrechzer Ramstein“ marschierten mit Guggenmusik ein, die beiden Tanzgruppen der Westpfalz-Werkstätten „Rolling Dancer“ und „Westpfalz-Ladies“ schwingen die Beine. Auch auf dem Parkplatz und im Lager geht es musikalisch zu: mit Rhythmen und Tänzen aus Russland, Portugal und Afrika. Den Abschluss bildet das multikulturelle Bandprojekt aus Kaiserslautern mit Musikern aus Afghanistan, Syrien, Pakistan, Deutschland und dem Irak – ganz dem Motto „Hand in Hand in einer Welt“ gemäß. | juf

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