Kreis Kaiserslautern Ein Bürgermeister zum Geburtstag
Vor 25 Jahren wurde aus dem Dorf Ramstein-Miesenbach eine Stadt. Am 5. April 1991 überreichte der damalige rheinland-pfälzische Innenminister Rudi Geil (CDU) im Haus des Bürgers die Stadtrechte-Urkunde. An selber Stelle feierte die Stadt am Dienstagabend in einer ihrer wohl am besten besuchten Ratssitzungen Jubiläum. Gleichzeitig trat Ralf Hechler (CDU) sein Amt als Stadtbürgermeister an.
Die Ernennung des Stadtbürgermeisters und das 25. Jubiläum der Stadt Ramstein-Miesenbach waren die einzigen beiden Punkte auf der Tagesordnung der Ratssitzung, die durchaus als Geburtstagsfeier der Stadt betrachtet werden kann. Gut 300 Gäste hatten sich anlässlich des städtischen Geburtstagsfestes und der Ernennung des Stadtbürgermeisters im Haus des Bürgers eingefunden. Bevor Stefan Layes, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit von Stadt und Verbandsgemeinde, in einer reichhaltig bebilderten Präsentation die Geschichte der Stadt Revue passieren ließ, bekam diese einen neuen Chef. „Die Zeit der ständigen Stellvertretung hat nun ein Ende“, betonte Stadtbeigeordneter Hans-Jörg Schweitzer. Gemeinsam mit seinem Kollegen Ludwig Linsmayer hatte er in Vertretung des verstorbenen Bürgermeisters Klaus Layes (CDU) in den vergangenen Monaten die Geschicke der Stadt geleitet. Mit der von Linsmayer vorgenommenen Vereidigung und Ernennung von Ralf Hechler zum Stadtbürgermeister Ramstein-Miesenbachs kehren nun wieder reguläre Verhältnisse ein. „Ich bin kein Einzelgänger, sondern ein Mannschaftsspieler“, verriet Hechler, wie er die Stadt führen will. Nämlich gemeinsam mit den Bürgern. Die Finanzen weiter stabil halten, weitere Gewerbeansiedlungen gewinnen, beste Voraussetzungen für Familien bieten und den Breitband-Ausbau fürs schnelle Internet vorantreiben seien Dinge, die er sich für seine Amtszeit vorgenommen habe. Damit war Tagesordnungspunkt eins auch schon abgeschlossen. Der neue Bürgermeister übernahm erstmals die Sitzungsleitung. Das bedeutete an diesem Abend lediglich, Tagesordnungspunkt zwei aufzurufen, – den Rückblick auf 25 Jahre Stadtgeschichte. Die präsentierte Stefan Layes. Mit etlichen Bildern, die auf einer großen Leinwand auf der Bühne gezeigt wurden, machte er den Wandel Ramstein-Miesenbachs in den vergangenen 25 Jahren deutlich. Von der Entwicklung der Schullandschaft über die Erschließung neuer Wohn- und Industriegebiete bis hin zum Straßenaus- und -neubau, zeichnete Layes ein umfangreiches Bild dessen, was sich seit Verleihung der Stadtrechte getan hat. Eines wurde deutlich: Das Dorf und die Stadt Ramstein-Miesenbach zeigen nach einem viertel Jahrhundert zumindest äußerlich sehr unterschiedliche Gesichter. Besonders die Eröffnung der inneren Umgehungsstraße (1996) und der großräumigen Umgehung um Ramstein im Jahr 2001 führten zu einem enormen Wandel in der Innenstadt. Der Durchgangsverkehr wurde deutlich verringert. Die Steinwendener Straße, die Spesbacher Straße und die Landstuhler Straße sind heute kaum wiederzuerkennen. Die wuchtigen, asphaltierten Verkehrswege mit Ampelanlage an ihren Kreuzungspunkten sind inzwischen aus dem Stadtbild gänzlich verschwunden. Nun mutet besagte Kreuzung eher wie eine Fußgängerzone an. Überhaupt habe die Innenstadt mit Pflastersteinen statt Asphalt und vielen weiteren Akzenten stark an Attraktivität gewonnen, so Layes. Die Liste des Wandels ließe sich fast nach Belieben erweitern – die Auswirkungen des Ausbaus der Air Base ab dem Jahr 2003 könnten alleine ein Kapitel in einem Buch über die Stadtgeschichte einnehmen. Doch neben all den Veränderungen gibt es auch Beständigkeit. Und die bezieht sich auf die Einstellung der Bürger. Hans-Jörg Schweitzer brachte dies mit folgenden Worten auf den Punkt: „In den 25 Jahren hat sich eines nicht geändert, weder in Ramstein noch in Miesenbach: In beiden Stadtteilen geht man ins Dorf.“ (bby)