Kreis Kaiserslautern „Ein Ansprechpartner in allen Lebenslagen“

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„So einen Geistlichen wie ihn werden wir wohl nie mehr bekommen. Es war ein Glücksfall für unsere Gemeinde.“ Das war die einhellige Meinung der katholischen Kirchengemeinde Hauptstuhl, die sich am Sonntagnachmittag von ihrem Pfarrer Johannes Schirmer verabschiedet hat.

Johannes Schirmer stammt aus Gutentag in Oberschlesien. 1973 wurde er dort in Oppeln zum Priester geweiht und war in der gleichnamigen Diözese sechs Jahre lang als Kaplan tätig. 1979 kam er über Friedland nach Ludwigshafen, wo er zunächst bei seiner Schwester lebte. Der damalige Bischof Friedrich Wetter schickte Schirmer dann für zwei Jahre als Kaplan nach Bad Dürkheim und weitere zwei Jahre nach Homburg-Erbach. Von Bischof Anton Schlembach wurde ihm die Pfarrstelle in St. Ingbert-Oberwürzbach zugewiesen, die er zehn Jahre als Pfarrer leitete, bevor er aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand trat. In seiner erneuten Berufung als Seelsorger übernahm er zunächst die beiden Pfarreien St. Markus Landstuhl und St. Josef Mittelbrunn, danach zusätzlich noch St. Ägidius Hauptstuhl. Nun geht Pfarrer Schirmer endgültig in den Ruhestand und wird seinen Lebensabend in Zweibrücken-Bubenhausen verbringen. „Sie haben viele sichtbare und unsichtbare Spuren hier hinterlassen und das trotz ihrer angegriffenen Gesundheit. Sie haben viele Menschen erreicht durch ihre Herzlichkeit und Zuwendung.“ Mit diesen Worten würdigte Monika Jürgens, Vorsitzende der Pfarrgemeinde Hauptstuhl, das Engagement des scheidenden Pfarrers, der sechseinhalb Jahre das Amt des Seelsorgers in der Gemeinde inne hatte. Dabei kam auch sein großer Einsatz für die Ökumene zur Sprache: So konnte Schirmer beispielsweise bei der Renovierung der Pfarrkirche St. Ägidius und der Gestaltung des Pfarrgartens mit Mariengrotte, Kreuz und Sitzgelegenheiten viele Helfer beider Konfessionen mobilisieren, die mit ihm zusammen die gesteckten Ziele verwirklichten. Unter den Messdienern finden sich auch protestantische Jugendliche, die den Altardienst versehen. Und dass die protestantische Kirchengemeinde bei der Fronleichnamsprozession ihr Gotteshaus für einen Altar zur Verfügung stellt, ist ein weiteres, sichtbares Zeichen gelebter Ökumene. Für sein großes Engagement in der Pfarrei hat die Gemeinde ihm ein Denkmal gesetzt. Es trägt außer seinem Namen auch drei Symbole, die seine Person in großen Teilen widerspiegelten: als Pfarrer, als Handwerker und als Imker. Und da sein angegriffener Gesundheitszustand Schirmer nicht von körperlicher Arbeit aller Art abhalten kann, sein Fahrzeuganhänger aber nicht mehr Tüv-tauglich ist, gab es einen neuen Hänger mit Zulassung als Abschiedsgeschenk, an dessen Finanzierung sich auch Hauptstuhler Vereine beteiligten. „Nicht nur die Kirche als steinernes Gebäude haben sie auf Hochglanz gebracht, auch die Ökumene in Hauptstuhl steht auf festen Füßen“, bescheinigte Pfarrer Thomas Risser von der protestantischen Kirchengemeinde seinem scheidenden Amtskollegen und wünschte ihm „Gottes reichen Segen für den weiteren Lebensweg“. Den Dank der Ortsgemeinde für die seelsorgerische Tätigkeit Schirmers sprach Ortsbürgermeister Gerald Frank Bosch (SPD) aus. „Sie waren Ansprechpartner für alle Lebenslagen. Sie haben sich in Hauptstuhl große Wertschätzung und Hochachtung erworben.“ In seinen Abschiedsworten versicherte Schirmer, dass ihm die Pfarrei St. Ägidius sehr ans Herz gewachsen sei. Er hoffe, dass diese „von guten Händen weitergeführt wird“. Sein Dank galt dem Musik- und Gesangverein sowie dem ökumenischen Kirchenchor mit Solistin Marina Schwender, die seinen Abschiedsgottesdienst umrahmt hatten. (amk)

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