Weilerbach
Ehepaar kritisiert Autoverkehr auf Forst- und Wirtschaftsweg
Seit 1997 wohnt das Paar „Auf dem Immel“, am Ortsausgang in Richtung Mackenbach. „Die Strecke wird tagsüber als Abkürzung genutzt und nachts ist es die Besoffenen-Strecke“, beschreibt die 61-Jährige das verkehrswidrige Befahren des Forst- und Wirtschaftswegs hinter ihrem Haus. Zwischen den Landesstraßen L356 und L367 wird die asphaltierte Strecke auf einer Länge von knapp 500 Metern zur „Rennstrecke für 30 bis 40 Fahrzeuge pro Tag, manche sogar mehrfach und regelmäßig“, zeigt sich Christine Schwarz verärgert.
Totgefahrene Eichhörnchen und Kleintiere seien die Regel, schildert Christine Schwarz. Sie und andere Spaziergänger fürchteten um das Leben ihrer Hunde, oder sogar um ihr eigenes. „Wir müssen manchmal auf die Seite springen, weil die Fahrer meinen hier wäre eine Autobahn“. Auch vor Beleidigungen schreckten die Verkehrssünder nicht zurück. „Ich muss mich oft auch dumm anmachen lassen, wenn ich nicht so weggehe, wie die Herrschaften es gerne hätten“.
Billy kann wegen einer Behinderung nicht schnell laufen
Denn Christine Schwarz muss ihren Billy sichern. Der kleine Hund hat ein verkrüppeltes Vorderbeinchen und kann nicht schnell oder weit laufen. Daher nutzen sie den Forst- und Wirtschaftsweg hinter ihrem Haus zum Gassi gehen. Zur Rettung des kleinen Rüden müsse sie dann schon schnell durchstarten, wenn die Raser vorbeigeschossen kämen. Vor kurzem habe es ein Vorkommnis mit einem Fahrradfahrer gegeben. „Billy saß auf der Seite im Gras. Von hinten kam der Radler angedüst, machte sich nicht bemerkbar, so dass ich ihn nicht kommen hören und aus dem Weg gehen konnte“, erzählt die Weilerbacherin. Der Radfahrer habe ein Stück über das Bankett ausweichen müssen und ärgerlich den Kopf geschüttelt. „Wenn ich nur auf der Hälfte des Weges stehe wird auch schon gemeckert. Der Weg ist ja nicht sonderlich breit. Die nehmen wohl an, ich hätte neben in das Wege-Grün zu springen!“. Christine Schwarz war schon auf dem Ordnungsamt, hatte die Nummer eines Rasers notiert und wollte Anzeige erstatten. „Mir wurde geraten, bei einem solchen Vorfall die Polizei zu rufen. Das ist ja wohl ein Witz! Bis die Polizei kommt, ist derjenige, der hier heruntergerast ist, doch schon lange weg!“
Ortsbürgermeister Bonhagen angesprochen
Am Beginn des asphaltierten Weges steht das Verkehrszeichen 250 für „Durchfahrt verboten“. Das runde, weiße Schild mit rotem Rand ist ein Verbotsschild und gilt für jegliche Fahrzeuge, also auch für Fahrräder. Ein Zusatzschild verdeutlicht die einzige Ausnahme: Land- und forstwirtschaftlicher Verkehr ist frei. Als Ortsbürgermeister Horst Bonhagen einmal vorbeispaziert ist, habe sie auch ihn angesprochen und den Vorschlag gemacht, an der Einmündung zum Forst- und Wirtschaftsweg Pfosten oder eine Schranke zu installieren. Bonhagen meinte, dass er sich darum kümmern wolle. „Es ist aber bis heute nichts passiert. Es tut sich nichts!“, so Schwarz.
„Bis zur Grillhütte und zum Hundeheim darf der Weg befahren werden“, äußert sich Horst Bonhagen zu der Sache. Diesen Verkehr halte er für tolerierbar. Es stelle sich für ihn die Frage, ob tatsächlich so viele Autos dort durchfahren würden. Das Ordnungsamt habe geäußert, dass sie dort nicht kontrollierten, dies sei Sache der Polizei.
„Unerlaubte Nutzung konnte nicht festgestellt werden“
„Wir haben uns mit der Ordnungsbehörde der Verbandsgemeinde Weilerbach in Verbindung gesetzt. Aufgrund der Beschwerde wurde ein besonderes Augenmerk auf den besagten Weg gelegt. Die geschilderte, unerlaubte Nutzung konnte nicht festgestellt werden. Es erschließt sich auch nicht, warum dieser Weg so stark frequentiert sein soll“, antwortet das Polizeipräsidium Westpfalz auf Anfrage der RHEINPFALZ zu der Sache. Eine Nutzung des Weges stelle jedem Fall einen Umweg dar. Es sei nicht ersichtlich, welchen Vorteil dieser Umweg habe. Die Zufahrt zur Grillhütte und zum Hundeplatz erfolge grundsätzlich, und auch wesentlich einfacher, über die Straße „Falltor“. Ordnungsbehörde und Polizei wollen aber jetzt nach Absprache Kontrollen an dem Weg durchführen.
Viele Hundebesitzer, die sie kenne, wollten den Weg zum Ausführen ihrer Vierbeiner nicht mehr nutzen, so Christine Schwarz. Zu groß sei die Angst, von einem der Autos angefahren zu werden. „Manche rasen hier hoch und runter, da stehen einem die Haare zu Berge. Andere nehmen auch Rücksicht, das ist jedoch die Ausnahme.“