Kreis Kaiserslautern DRK fährt wie bewährt weiter

Anspannungen einer gut halbjährigen Zitterpartie lösen sich vor allem für die Arbeitnehmer nun in Wohlgefallen auf: Der Kaiserslauterern Kreisverband wird auch weiterhin behinderte Kinder zur Schule der Reha Westpfalz befördern. Das DRK-Engagement hatte auf der Kippe gestanden, nachdem der Kreistag im Zuge einer Ausschreibung den Auftrag anderweitig hatte erteilen müssen. Inzwischen hat das Gremium aufs Neue das DRK ins Boot geholt.
Hocherfreut gab sich gestern auf Anfrage Michael Nickolaus: „Wir sind sehr froh, dass uns der Kreistag das Vertrauen ausgesprochen hat“, sagte der Geschäftsführer des Kreisverbands Kaiserslautern-Land. Nickolaus hat, wie er sagte, am Mittwochabend die Nachricht erhalten. Die will er nun umgehend an die Mitarbeiter weitergeben, die bislang um ihre Jobs hatten bangen müssen. Noch Anfang Dezember hatte der DRK-Geschäftsführer unmissverständlich erklärt, dass der Wohlfahrtsverband die Leute nicht mehr weiter beschäftigen könne, wenn der Auftrag der Kreisverwaltung verloren gehe. Die Beförderung mehrfach behinderter Kinder zu der privaten Förderschule mit Schwerpunkt „Motorische und ganzheitliche Entwicklung“ hatte Ende vergangenen Jahres turnusgemäß neu ausgeschrieben werden müssen. Im Zuge der europaweiten Ausschreibung hatte ein günstigerer Bieter den Zuschlag erhalten (wir berichteten ausführlich). Der Kreistag war bei der Auftragsvergabe Anfang Dezember nicht umhin gekommen, die in Mainz ansässige Firma „Sonnenschein“ zu bevorzugen, weil die den Auftrag zu günstigeren Konditionen hatte bewerkstelligen wollen. Damit schien die gemeinnützige Gesellschaft „Behindertenhilfe“, die das DRK als Tochterunternehmen für den Schülertransport gegründet hatte, außen vor. Allerdings hatte das DRK gegen die Auftragsvergabe Widerspruch eingelegt – erfolgreich. Wie Mitte März berichtet, hatte das Oberlandesgericht (OLG) in Koblenz den Auftrag an „Sonnenschein“ gekippt: Der Mitbewerber habe in seinem Angebot gegen eine Vergabevorschrift verstoßen, urteilte das OLG. „Aus formalen Gründen“ durfte die Firma nicht mehr berücksichtigt werden. Bereits am 4. Mai hat nun der Kreistag erneut über die Ausschreibung beraten – und in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, dass das DRK in bewährter Manier auch weiterhin die Kinder zur Schule fahren und danach wieder nach Hause bringen solle. Landrat Paul Junker (CDU) teilte am Mittwochabend mit, dass der Auftrag ans DRK nun in trockenen Tüchern sei. Obwohl der Kreistagsbeschluss von Anfang Mai gestanden habe, sei es notwendig gewesen, die neuerliche Einspruchsfrist abzuwarten. Die sei nun verstrichen, ohne dass der nicht mehr berücksichtigte Bieter seinerseits wieder Einwände dargelegt habe. Damit sei der Zuschlag jetzt verbindlich erteilt. „Wir waren in den vergangenen Jahrzehnten, in denen das DRK die Schüler zur Reha Westpfalz gefahren hat, mit der Leistung sehr zufrieden und freuen uns nunmehr auf weitere mindestens fünf Jahre guter und bewährter Partnerschaft“, teilte Junker mit. Nicht minder froh darüber, dass es nun weitergehe wie gewohnt, zeigte sich der DRK-Geschäftsführer. „Die Zeitverträge der Beschäftigten waren ausgelaufen. Sie werden jetzt umgehend verlängert“, kündigte Nickolaus gute Nachrichten für die Beschäftigten der DRK-Beförderungsgesellschaft an. Rund 30 Fahrer und ebenso viele Beifahrer hätten, wäre denn „Sonnenschein“ zum Zuge gekommen, mit Ende des Schuljahres das DRK wohl verlassen müssen. Die Mainzer Firma hätte den Auftrag nach den Ferien übernehmen sollen. Michael Nickolaus verteilte gestern Lob an seine Leute: „Kompliment. Trotz des drohenden Arbeitsplatzverlustes haben die Fahrer und Beifahrer konstruktiv und vertrauenswürdig ihre Leistung erbracht.“ Das möchte ein anderer nur bestätigen, der die Fahrer und Begleitpersonen bestens kennt. Die hätten sich „über viele Jahre durch große Zuverlässigkeit ausgezeichnet und damit ein hohes Maß an Zufriedenheit“ erfüllt, so Boris Bohr, Der Schulelternsprecher der Förderschule zeigte sich gestern ebenfalls hocherfreut darüber, dass das DRK als „idealer Partner“ weitermachen dürfe. (cha)