Weilerbach RHEINPFALZ Plus Artikel Diese Pfälzerin bringt bei „Mainz bleibt Mainz“ den FCK und Dialekt auf die Bühne

Das Posaunespielen ist eine von Marie Döngis großen Leidenschaften.
Das Posaunespielen ist eine von Marie Döngis großen Leidenschaften.

Marie Döngi aus Weilerbach mischt gerade die Mainzer Fasnacht auf. Die 26-Jährige läuft beim Rosenmontagsumzug mit und zeigt bei Auftritten stolz ihre Pfälzer Wurzeln.

Marie Döngi kann es immer noch nicht so richtig glauben. Am Faschingsfreitag wird die 26-Jährige auf der wohl begehrtesten Bühne der Mainzer Fasnachtsszene stehen und bei „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ dabei sein. Für Döngi die Krönung ihrer bisher steil verlaufenen Faschingskarriere. Und das, obwohl es sich bei der Lehramtsstudentin keinesfalls um ein Mainzer Urgestein handelt, sondern, wie sie selbst sagt, um ein „Pälzer Mädche“.

Aufgewachsen ist Döngi nämlich im westpfälzischen Weilerbach. Und obwohl das gemeinsame Schauen der Fernsehübertragung von „Mainz bleibt Mainz“ schon als Kind ein fester Termin in ihrer Familie gewesen sei, habe sie sich damals nie vorstellen können, dort selbst einmal auf der Bühne zu stehen. Mit Fasching hatte die 26-Jährige damals noch gar nicht viel zu tun, dafür habe sie eine andere, verwandte Leidenschaft früh entdeckt: die für die Posaune.

Für ihren Musikzug macht Marie Döngi Stimmung bei den Auftritten.
Für ihren Musikzug macht Marie Döngi Stimmung bei den Auftritten.

Beim Ausprobieren im Schulunterricht habe sie sich in das Instrument verliebt und es seitdem nicht mehr losgelassen. In der Schule war sie Teil der Big Band und des Orchesters. In ihrer Freizeit spielte sie in den Musikvereinen in Rodenbach und in Reichenbach.

„Wir haben die Bühne gerockt“

Als sie 2019 für das Lehramtsstudium nach Mainz zog, sei es ihr wichtig gewesen, nicht nur an der Uni, sondern auch in der Stadt anzukommen. „Eine ehemalige Lehrerin wohnt in Mainz und ich habe sie um Hilfe gebeten. Sie hat mich gleich zum Musikzug geschickt“, erinnert sich Döngi und lacht. Die Musikzüge seien vergleichbar mit einem Musikverein, aber mit der Fasnacht verbunden, erklärt sie. Einen Aufnahmeantrag stellte sie dann bei der Füsilier-Garde des „Modernen Musikzugs“.

Zwei Fürsprecher aus dem Zug habe sie dafür gebraucht und jeder Antrag werde genau geprüft, beschreibt sie das Aufnahmeverfahren. „Aber Posaunen werden immer mit Handkuss genommen“, so Döngi. Seit Frühjahr 2020 ist sie offizieller Teil der Fasnacht und spielt mit ihrem Zug bei Umzügen, wie dem großen an Rosenmontag, und an Sitzungen. Zu Beginn der aktuellen Kampagne – in der Fasnachtswelt die Zeit vom 11. November bis Aschermittwoch – sei dann ihr Dirigent auf sie zugekommen und habe gefragt, ob sie nicht Lust hätte, ganz vorne im Zug zu laufen und die Menge anzuheizen. „Ich habe das noch nie gemacht, aber hab dann gleich zugesagt“, sagt Döngi, der die Begeisterung für ihr Hobby deutlich anzumerken ist. „Die Kampagne lief echt super. Wir haben die Bühne gerockt, zuletzt vor 3000 Zuschauern in der Rheingoldhalle, aber auch bei den anderen Sitzungen“, freut sie sich.

Der Sprung vom Musikzug auf die Bühne

Auftritte habe sie auch bei den Sitzungen des Gonsenheimer Carneval-Vereins gehabt, erzählt sie. Bei einer davon sei Katharina Greule auf sie zugekommen und habe gefragt, ob sie bei ihrem Beitrag mitmachen wolle. „Ich habe bisher nur Musik gemacht, noch nie einen Vortrag, aber ich habe mich so gefreut und es war schon eine Ehre, überhaupt gefragt zu werden“, sagt Döngi. Greule habe dann zusammen mit Döngi und zwei weiteren Frauen den Vortrag entwickelt, mit dem sie im vergangenen Jahr bei allen sieben Sitzungen des Vereins auftraten.

Zusammen mit Kati Greule (rechts) steht Marie Döngi (Zweite von rechts) bei Mainz bleibt Mainz auf der Bühne.
Zusammen mit Kati Greule (rechts) steht Marie Döngi (Zweite von rechts) bei Mainz bleibt Mainz auf der Bühne.

Dass sie jetzt auch bei „Mainz bleibt Mainz“ ihre Nummer aufführen dürfen, habe Döngi, wie alle anderen Fasnachtsfans auch, erst am vergangenen Sonntag bei der Bekanntgabe der Auftritte für die diesjährige Sitzung erfahren. „Und dann ging alles ganz schnell. Am Dienstag war die Stellprobe, am Mittwoch die Generalprobe und am Freitag ist dann die Live-Übertragung“, erzählt Döngi.

Westpfälzer Dialekt und Betze-Witz

Was die 26-Jährige besonders freut: Bei dem Vortrag tritt sie als Pfälzer Hausfrau auf, samt original Westpfälzer-Dialekt. „Ursprünglich sollte ich Mainzerisch sprechen und hab das auch geübt. Bei den Proben haben aber gleich alle gesagt, dass das nicht funktioniert. Ich hab dann gesagt: Gut, dann mach ichs halt auf Pfälzisch“, berichtet Döngi lachend. Ein weiterer Höhepunkt für die Wahl-Mainzerin: Auch einen Witz über den FCK konnte sie in ihrer Nummer unterbringen. Für Döngi, die selbst leidenschaftlicher Betze-Fan ist, in der Hochburg von Mainz 05 ein besonderes Vergnügen.

Den Pfälzer Dialekt spricht sie auch nach Jahren fern der Heimat noch fließend. „Ich bin in der Pfalz verwurzelt, aber auch voll in Mainz angekommen“, sagt Döngi. In der Stadt, in die sie sich mittlerweile wirklich verliebt habe, will sie auch nach ihrem Lehramtsstudium bleiben. Nächstes Jahr stehe das Referendariat an, außerdem beginne sie ihre Promotion in Latein – neben der Posaune und dem FCK die dritte große Leidenschaft der 26-Jährigen.

Mit Blick auf den Auftritt am Freitag sei sie gleichermaßen dankbar wie aufgeregt. „Blut geleckt“ habe sie auf jeden Fall, was das Vortragen angeht und sie könnte sich vorstellen, noch einmal in dieser Form aufzutreten. „Aber ich liebe auch die Musik und die Posaune und ich würde den Musikzug nie an zweite Stelle setzen wollen, da komm ich her und da gehör ich hin“, bekräftigt Döngi.

Info

Die Fassnachtssitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ mit Marie Döngi wird am Freitag, 13. Februar, um 20.15 Uhr im ZDF übertragen.

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