Niedermohr
Die Werkvolkkapelle feiert 70. Geburtstag – Oswin Müller ist fast von Beginn an dabei
Mit seinen 84 Jahren ist Oswin Müller der Senior der Kapelle. In Jahr 1957 trat er ihr als Trompeter bei und spielte unter der Stabführung des Dirigenten Anton Pietschak.
1955 konnte Pfarrer Marin Weber aus Kirchmohr junge Musiker dafür begeistern, eine Kapelle zu gründen. Lothar Groß, Gerhard Pfeiffer, Willi Westrich, Wilhelm Mende, Heinrich Rinder, Theo Schmitt, Ernst Rinder, Günter Holzhauser, Otto Feick, Manfred Lenhardt, Paul Dietrich und Alois Altschuck schlossen sich zusammen, um die Idee von Pfarrer Weber umzusetzen. Ihnen gelang es, den Konzertmeister des SWR Kaiserslautern, Anton Pietschak, als Dirigenten zu gewinnen. Es fehlte allerdings an Instrumenten. Pfarrer Weber streckte die finanziellen Mittel vor. Instrumente wurden bei Musik Melchior in Kaiserslautern gekauft. Das vorgestreckte Geld zahlten die Musiker später wieder zurück.
Erster Auftritt beim Cäcilienfest
Mit viel Geduld, Können und großem Engagement baute Anton Pietschak die Musiktruppe auf, formte sie und prägte einen eigenen musikalischen Charakter. Zwei Jahre nach der Gründung kam Oswin Müller in die Kapelle. Bereits 1955, also im Gründungsjahr, spielten die Musiker erstmals vor Publikum im Saal Barth beim Cäcilienfest. Einen musikalischen Höhepunkt erlebte die Truppe 1958, als sie zusammen mit der Kolpingkapelle Kindsbach im Saal Morgenstern ein glanzvolles Konzert bot.
Im Jahr 1961 folgte der Anschluss an das Werkvolk. Alfred Nothof übernahm den Vorsitz der Musiktruppe, die sich seither Werkvolkkapelle nennt. Ein musikalischer Höhepunkt folgte dem anderen. 1965 gab es ein Musikfest im Saal Morgenstern, fünf Jahre später war die „Königliche Fanfare“ von Wingenden zu Gast in Niedermohr. Es entwickelte sich eine Freundschaft, die über Jahrzehnte bestand.
Viele Konzerte in der Westpfalz und darüber hinaus
1983 musste Anton Pietschak aus gesundheitlichen Gründen den Dirigentenstab abgeben. Lukas Ludes übernahm. Bei vielen kirchlichen Anlässen bereicherte die Kapelle mit ihren Beiträgen die Messen und Gottesdienste in Kirchmohr. Viele Konzerte in der Westpfalz und darüber hinaus prägten die Geschichte einer Kapelle, die sich und ihrer Musik immer treu geblieben ist.
„Es ist einfach schön, Musik zu spielen und dabei Menschen zu erfreuen“, bringt es Oswin Müller auf den Punkt. Dabei blickt er verschmitzt auf seine Musikkolleginnen und -Kollegen, die voller Leidenschaft dabei sind. So auch Sophie Geminn, die jüngste Musikerin der Truppe um den Dirigenten Stefan Würkner. Die Tochter des Dirigenten ist 25 Jahre alt und spielt Querflöte. Sie ist mit Leidenschaft und Herzblut dabei.
Seit 70 Jahren gibt es die Werkvolkkapelle in Kirchmohr. Sie ist eine musikalische Truppe, die Kultur- und Musikgeschichte in der Gemeinde geschrieben hat und bei vielen Festen auftritt.
Am 25. Oktober feiert die Musikgruppe ihren 70. Geburtstag. Oswin Müller sagt mit einem zufriedenen Lächeln: „Das is eh Ding. Als ich angefangen habe, hätte ich nicht gedacht, mit 84 Jahren immer noch in der Kapelle mitzuspielen.“