Stelzenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Die neue Bahnunterführung bei Stelzenberg ist fertig

Schwer abgehoben: Ein Kran hat die etwa 80 Tonnen wiegende Brücke an ihren Bestimmungsort gehievt.
Schwer abgehoben: Ein Kran hat die etwa 80 Tonnen wiegende Brücke an ihren Bestimmungsort gehievt.

Der Neubau einer Eisenbahnunterführung beim Stelzenberger Ortsteil Breitenau ist abgeschlossen. Ein Kran hat die rund 80 Tonnen schwere Brücke in die Widerlager gehievt.

Eines der technisch anspruchsvollsten und versiertesten Bauprojekte, das in den vergangenen Jahren unter der Regie des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Kaiserslautern ausgeführt wurde, konnte in der Woche nach Ostern abgeschlossen werden: Die Eisenbahnunterführung im Stelzenberger Ortsteil Breitenau ist fertig. Sowohl beim Bau der Widerlager, mit denen die Brücke an ihren beiden Enden im Bahndamm verankert wird, als auch beim Bau des eigentlichen Brückenkörpers kamen Verfahren zum Einsatz, die beim Brückenbau erst seit wenigen Jahren Verwendung finden und vor allem eines sparen: Zeit.

„Die Widerlager der Brücke wurden nicht in klassischer Weise direkt am Bahndamm errichtet, sondern bestehen aus Betonteilen, die in den vergangenen Wochen vor Ort, also in unmittelbarer Nachbarschaft zur Baustelle, gegossen wurden. Nachdem die Bauteile fertig waren, wurde in der Woche vor Ostern die Bahnlinie gesperrt, der Bahndamm abgetragen und die Widerlager links und rechts der neuen Brücke über die Osterfeiertage mit einem Schwerlastkran eingebaut“, erläutert Volker Priebe, der stellvertretende Dienststellenleiter des Lauterer LBM, die Vorgehensweise.

Elf Meter lang, acht Meter breit

Parallel dazu wurde der eigentliche Brückenüberbau – ein rund elf Meter langes, acht Meter breites und rund 80 Tonnen schweres Bauteil aus Stahl – in einem Unternehmen im Saarland vorgefertigt und per Schwertransport unmittelbar nach den Osterfeiertagen an die Baustelle verfrachtet. In den frühen Morgenstunden des vergangenen Mittwochs wurde die eigentliche Brücke per Schwerlastkran zwischen die beiden Widerlager gehoben – echte Millimeterarbeit, die allerdings in weniger als zwei Stunden erledigt war.

„Durch das neue Verfahren muss der Zugbetrieb auf der Bahnlinie zwischen Kaiserslautern und Pirmasens nicht für Monate, sondern nur noch für zwei Wochen unterbrochen werden. Planmäßig und aller Voraussicht nach können die Züge ab dem kommenden Montag wieder durchgehend zischen den Hauptbahnhöfen in Kaiserslautern und Pirmasens verkehren“, erklärt Priebe.

Weitere Baumaßnahmen folgen

Der Neubau der Bahnunterführung, die die aus der Entstehungszeit der Bahnstrecke stammende Unterführung – die sogenannte Biebermühlbahn wurde 1913 in Betrieb genommen – ersetzt, stellt allerdings nur den Auftakt umfangreicher Baumaßnahmen dar. Die Einmündungsbereiche der K6 sowie der L502 in die B270 in Höhe der Stelzenberger Annexe Breitenau sollen in den kommenden beiden Jahren grundlegend umgestaltet werden.

Wie der stellvertretende Chef des LBM in Kaiserslautern erklärt, seien die beiden Einmündungsbereiche, die nur wenige 100 Meter auseinanderliegen, Unfallhäufungsstellen. „Zwischen 2021 und 2023 haben sich dort insgesamt 17 Unfälle ereignet, alleine im Einmündungsbereich der K6 in die B270 hat es 2023 fünfmal gekracht“, so Priebe. Problematisch sei die kurvige Streckenführung der B270, die dazu führe, dass die beiden Einmündungsbereiche sehr unübersichtlich seien. Außerdem gebe es auf der Bundesstraße keine Linksabbiegerspuren, was zu Rückstaus und der Gefahr von Auffahrunfällen führen könne. All diese Faktoren hätten schließlich dazu geführt, dass man sich für eine Neukonzeption der Verkehrssituation an den beiden Einmündungsbereichen entschlossen habe, um die Verkehrssicherheit in dem bislang neuralgischen Bereich deutlich zu steigern.

Neue Verkehrsführung mit Kreisel

Das Kernstück der neuen Verkehrsführung besteht aus zwei Elementen: Die beiden bestehenden Einmündungsbereiche werden zurückgebaut und zu einer neuen Einmündung zusammengefasst, die als neue L502 über einen Kreisverkehr an die B270 angebunden wird. Der Verkehrskreisel soll bis Ende kommenden Jahres etwa 40 Meter südlich der derzeitigen K-6-Einmündug entstehen, weshalb die neue Bahnunterführung notwendig wurde, die zudem deutlich höher ausfallen wird, als die alte, bogenförmige Bahnunterführung, die für Fahrzeuge über 2,50 Meter Gesamthöhe gesperrt war.

Die historische Unterführung bleibt jedoch erhalten: Im Zuge der Bauarbeiten wird zusätzlich ein Fuß- und Radweg zwischen der Einmündung der L427 von und nach Queidersbach in Höhe des Gelterswoogs bis zum künftigen Kreisverkehr und bis nach Breitenau gebaut. Die neue Rad- und Fußwege-Trasse führt Richtung Breitenau durch die alte Bahnunterführung. Nach dem Abschluss der Bauarbeiten werden die bisherige Trasse der L502 zwischen Breitenau und der Bundesstraße sowie die Brücke über die Bahnlinie unmittelbar an der Einmündung in die Bundesstraße abgerissen und renaturiert. Nicht mehr geben wird es dann den „Anglerparkplatz“ unmittelbar südlich der Einmündung. Dieser Bereich soll renaturiert werden. Die Gesamtkosten der Baumaßnahmen, die anteilig vom Bund und vom Land gezahlt werden, bezifferte Priebe auf rund sieben Millionen Euro. Davon entfallen zirka 2,5 Millionen Euro auf den Bau der neuen Eisenbahnbrücke.

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