Kreis Kaiserslautern Die Miesenbacher SPD wird 100 Jahre alt
100 Jahre SPD Miesenbach – das feiert der SPD-Ortsverein Ramstein-Miesenbach am Samstag, 24. November, ab 19 Uhr in der Mehrzweckhalle in Miesenbach. Von der Gründung bis heute hat sich viel getan. Besonders der Zusammenschluss der beiden Ortsgemeinden brachte für die Sozialdemokraten einige Veränderungen mit sich.
Denn seit der Gebietsreform liegt die Regierungsgewalt in Ramstein-Miesenbach in christdemokratischen Händen. In Miesenbach sah das zuvor anders aus, wie Bodo Mahl, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, und die beiden Urgesteine Winfried Hellriegel sowie Matthias Hammerschmidt zu berichten wissen. „Miesenbach war SPD-dominiert“, verrät Mahl. Unter dem Leitmotiv „Freiheit, Frieden, Gleichberechtigung“ wurde die Miesenbacher Ortsgruppe im November 1918 gegründet. Der erste Vorsitzende war Hermann Müller. Erste Erfolge in dem damals noch sehr konservativen Miesenbach gab es bei der Gemeinderatswahl 1924, als die Sozialdemokraten 24 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen konnten. Aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Miesenbacher SPD ortsprägend. „Die CDU hat 1949 keine Protestanten aufgenommen“, weist Hellriegel auf die damals noch größeren konfessionellen Klüfte hin. Und Miesenbach sei eben protestantisch gewesen. Unter anderem damit erklärt sich der Mann, der 1969 wegen der damals ihn ansprechenden Sozialpolitik der Partei in die SPD eingetreten war, den großen Zuspruch den die Miesenbacher Sozialdemokraten erfuhren. So kam es, dass mit Hermann Müller, der erste Bürgermeister Miesenbachs nach dem Krieg ein Sozialdemokrat war (1946-1948 und 1953-1957). Sein Parteigenosse Theo Fischer (1965-1969) war der letzte Bürgermeister der damals noch eigenständigen Gemeinde. Dann kam die Fusion mit Ramstein. Die SPD rückte in die Rolle der Oppositionspartei. Der SPD-Ortsverein Ramstein-Miesenbach wurde erst im Jahr 2000 gegründet. Dass es nicht früher zur Vereinigung der Ramsteiner und der Miesenbacher Genossen gekommen ist, erklärt Hammerschmidt, der bereits seit 1970 SPD-Mitglied ist, salopp gesagt mit dem „Ortspatriotismus“. Dass aus anfangs 170 Mitgliedern – nimmt man den Ramsteiner und den Miesenbacher Ortsverein zusammen – mittlerweile 49 geworden sind, begründen die drei mit fehlendem Nachwuchs. „Da gab es einige Austritte“, verweist Hellriegel aber auch auf die Ära Gerhard Schröder und die Agenda 2010. „Im Moment bin ich ziemlich unzufrieden damit, was die SPD auf Bundesebene macht“, sagt Hammerschmidt. Sowohl er als auch Mahl und Hellriegel hoffen darauf, dass ihre Partei sich wieder mehr auf ihre Wurzeln besinnt. Was den Ortsverein betrifft, sollen wieder mehr Veranstaltungen angeboten und dadurch vielleicht auch neue Mitglieder gewonnen werden. „Ein weiterer Sitz im Stadtrat wäre auch gut“, blickt Mahl auf die kommende Wahl. Zur Feier am Samstag, 24. November, 19 Uhr, ist die Bevölkerung in die Mehrzweckhalle eingeladen. Zu Gast sind Landtagsabgeordneter Daniel Schäffner und Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner. Für Unterhaltung sorgen Eckhard Richter und Achim Pauli mit ihrem auf den Abend zugeschnittenen Programm „Wir müssen reden“.