Kreis Kaiserslautern Die Jugend rockt das Maximilian-Kolbe-Haus

Ausschließlich mit jugendlichen Künstlern hat der Musikverein 1957 Reichenbach am Freitagabend im Saal des Maximilian-Kolbe-Hauses das „Konzert der drei Bands“ präsentiert. Mit sichtlichem Stolz konnte Vereinsvorsitzende Angelika Lißmann verfolgen, wie die jungen und jüngsten Musiker unter Leitung von Ulrike Müller das Publikum zusehends begeisterten.
Das Wörtchen „ungewöhnlich“ ist eigentlich ein wenig zu schwach für den Auftritt von Maren Kather an diesem Abend. Über die drei, vier Stufen des seitlichen Bühnenaufgangs betritt die junge Musikerin gelassenen Schrittes die Mitte des Podiums. Der fast voll besetzte Saal wird einmal kurz ins Auge gefasst. Dann konzentriert sie sich auf das Musikinstrument in ihren Händen – eine Blockflöte. Mit reinen und klaren Tönen versetzt sie das Publikum sofort ins Staunen. Der Instrumentalsong „Human“ kommt ohne große Tempowechsel aus. Tiefe und vor allem sehr hohe Töne prägen die Präsentation. Die feinen und klaren Klänge heben den Charakter des Instrumentes hervor. Hier und da setzt dezente Begleitung durch Schlagzeug und Keyboard ein. Sehr tonsicher bleibt jedoch die Flöte immer dominant. Das Blockflöten-Stück fällt eigentlich aus dem Rahmen des Konzertes. Angelika Lißmann, die Vorsitzende des Reichenbacher Musikvereins, hatte zuvor erklärt, dass es an diesem Abend um die Mini-, die Midi-Band und die Gruppe „High Voltage“ geht. Musikalische Nachwuchstalente im Alter von neun bis achtzehn Jahren haben sich unter der Leitung der Dirigentin Ulrike Müller auf diesen Auftritt vorbereitet. Dann stehen die Minis auf der Bühne. Anton und Julius Ehlhard an der E-Gitarre und am Schlagzeug, Johanna Heil am Keyboard und Mathilda Henn an der Gitarre. Sie und Sänger Hennes Späth müssen aber warten. Im Publikum wird noch laut geredet. Erst ein beherzter Schlag einer Helferin aus dem Hintergrund auf das Schlagzeug-Becken lässt Stille eintreten. Der Titel „80 Millionen“ von Max Giesinger beginnt langsam und tragend. Das Schlagzeug gibt den Takt vor und dominiert zunächst. Die sehr junge Stimme von Hennes Späth kämpft sich tapfer durch und gewinnt zusehends an Kraft und Ausdruck. Dann fällt die E-Gitarre in den Rhythmus ein. Mit dem Keyboard im Hintergrund gelingt ein schreitender Zusammenklang mit dem Songtext, der von einer staunend wahrgenommenen Begegnung handelt. Wie erlöst wirken die Minis durch den anerkennenden Beifall aus dem Saal. Nun sind die Midis dran. Enrico Geier und Jonathan Heil lassen mit ihren Keyboards melancholische Orgeltöne erklingen. Jakob Müller am Schlagzeug diktiert dazu einen marschierenden Takt. „Altes Fieber“ von den Toten Hosen haben sich die Midis als einen ihrer Titel für den Konzertauftritt ausgesucht. „Wo sind diese Tage ...“, Sängerin Sofia de Schmitt bringt ihre Stimme mit den ersten Songversen immer besser in Form. Mit dem taktgebenden Schlagzeug im Rücken bewältigt sie mit Schwung und klarer Artikulation ihren Part. Ihr Duettpartner Frederic Späth hat zunächst etwas Mühe, die Klarheit des Liedtextes gegen die Wucht von E-Gitarre und Schlagzeug durchzusetzen. Aber auch er schafft es, seiner sehr jugendlichen Stimme die nötige Klarheit zu verleihen. Dann formiert sich die Gruppe „High Voltage“. Das sind die Älteren. Fünf bis sechs Jahre spielen sie schon zusammen. Vor allem die beiden Sängerinnen scheinen auf der Bühne zuhause zu sein. Hannah Böß und Melanie Kreutz heizen vom ersten Titel an die Stimmung im Saal auf. „Shut up and Dance“ röhren sie ins Publikum wie professionelle Rock-Ladys. Drei E-Gitarren geben den nötigen Rückenwind. Einmal nur schlagen die Frontfrauen die Hände über den Köpfen zusammen und schon geht der Saal mit. Das rhythmische Klatschen hört nicht mehr auf und mündet am Ende in begeisterten Beifall.