Kreis Kaiserslautern Die hohe Kunst der Flötentöne

Die Familie der Holzblasinstrumente gab beim gut besuchten Konzert der Veranstaltungsreihe „Musik im Kreis“ am Sonntag den Ton an: In Landstuhls Zehntenscheune stellten sich Lehrkräfte, Schüler – auch ehemalige – sowie diverse Gäste in den Dienst von Ensembles, die so auch für den bei der Kreismusikschule gepflegten Gemeinschaftsgeist warben.
Der zum Auftakt verkündete „Nachruf auf eine Amsel“ von Cesar Bresgen steht in der Tradition der musikalischen Märchen wie etwa das bekanntere „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew: Ein Erzähler entwickelt chronologisch eine Kurzgeschichte und die wird musikalisch in Motiven, Figurationen und auch rein lautmalerisch mit musikalischen Mitteln stimmungsvoll ausgedeutet. Die im großen Blockflöten-Ensemble mitwirkende Interpretin Ursula Simgen-Buch hatte eigens für diesen Zweck den Text überarbeitet. Aaron Klaaßen sowie Anna Steiner spielten zu der von Manuel Buch als Rezitator prägnant vorgetragenen Geschichte den in kühnen Spielfiguren und anmutigen Kantilenen ausdeutenden Blockflötenpart sehr sicher in der Tongebung und treffend in der Charakterisierung. Klarinettenlehrer Wilfried Bernath erntete im frühen Herbst schon reife Früchte langjähriger künstlerischer Aufbauarbeit: Auf der Bass-Klarinette zusammen mit Christian Parr, Sabine Fuchs sowie Daniel Fluhr gab dieses Klarinettenquartett Kostproben des Könnens. Dabei entdeckte es vor allem die verspielte Seite des ohnehin quirligen Instruments in kapriziösen Kapriolen bei Kompositionen von Clare Grundman. Ausgeprägtes Rhythmusgefühl war die Basis für eine Adaption eines Gershwin-Titels. Bei Mozarts Divertimento kam die melodische Erfindungskraft des Wiener Klassikers vortrefflich zum Ausdruck; neben dem guten harmonischen Zusammenspiel wären dabei noch mehr tonliche Nuancen und Feinabstufungen zu entdecken. Das Blockflöten-Ensemble „Lauter Töne“ unter der Leitung von Monika Pallmann zeigte von der Sopranino- bis zur Bass-Blockflöte, welch klangliche Farbigkeit solche Instrumente erzielen können. Ausgewählte Tänze aus der Sammlung „Terpsichore“ von Michael Praetorius verrieten intensive Detailarbeit an der Metrik, der Akzentuierung und Artikulation. Sie lebten von der gepflegten spielerischen Reinkultur an allen Pulten. Querflöten haben es klanglich und intonatorisch bei Spitzentönen in kleineren Räumen (vor allem mit trockener Akustik) besonders schwer, weil sich die Klänge nicht so gut mischen. Unter diesen ungünstigen Vorzeichen etablierte sich dennoch ein solches Trio, angeführt von Isabel Weimer, zusammen mit Gabriele Straßer und Manfred Pfeifer. Das Trio von Alexander Tcherepnin – in spätromantischer russischer Tradition stehend – gab dennoch dem Trio reichlich Gelegenheit, subtile Stimmungsbilder (etwa bei der „Reverie“) und lebhafte Spielfreude (beim „Scherzo) zu demonstrieren. Dennoch war der künstlerische Höhepunkt die Aufführung eines Duetts von Georg Philipp Telemann, das Katharina-Maria Jalali und Heike Franke auf Alt-Blockflöten in gestochen klarer Artikulation und bestechender Präzision auf höchstem spielerischen Niveau in allen stilistischen Finessen vermittelte.