Kreis Kaiserslautern Die Geschenke sind zweitrangig

Zum gemütlichen, vorweihnachtlichen Plausch empfingen Helga und Horst Rudolphi Stadtratsmitglied Joe Felka (rechts).
Zum gemütlichen, vorweihnachtlichen Plausch empfingen Helga und Horst Rudolphi Stadtratsmitglied Joe Felka (rechts).

Seit dem 11. Dezember sind die 24 Stadtratsmitglieder und die beiden Beigeordneten Ludwig Linsmayer und Hans-Jörg Schweitzer in Ramstein-Miesenbach unterwegs, um den 491 Einwohnern, die über 80 Jahre alt sind, einen Besuch abzustatten. Kleine Präsente haben sie natürlich auch dabei.

Vor den Besuchen steht eine lange Vorarbeit. Die Sekretärin von Bürgermeister Ralf Hechler (CDU), Angelika Lenz, muss beispielsweise die Gaben, die in die Päckchen kommen, bestellen. „Die selbstgefertigten Bastelsachen und Weihnachtskarten werden von den Schulen frühzeitig geliefert, die Stadtgärtnerei besorgt die Einkäufe und unsere Auszubildenden packen an zwei Tagen die fast 500 Päckchen mit einem Christstollen, Tee, Weihnachtsdeko, einem Fläschchen Wein und der Grußkarte von mir“, erzählt Hechler. Die Weihnachtskarten kommen mit vier verschiedenen Motiven von der Wendelinus-Grundschule Ramstein, die Weihnachts-Bastel- und Dekoartikel steuert die Realschule Plus bei. Wenn die ganze Vorarbeit erledigt ist, beginnen die alljährlichen Hausbesuche. Viele Leute freuten sich darauf. Ein Einziger der fast 500 Senioren habe sich bislang beschwert, dass er das absolut nicht möchte. Alle anderen seien froh über den Besuch, meint Hechler. Das Geschenk sei dabei für die Leute eher zweitrangig, betont der Bürgermeister. „Die älteste Mitbürgerin, die auf unserer Besuchsliste steht, ist Irene Gensinger. Sie wird am 28. Februar 101 – also Jahrgang 1918 und noch topfit“, freut sich Hechler. Beim Besuch von Stadtratsmitglied Joe Felka bei dem Ehepaar Helga und Horst Rudolphi hat die RHEINPFALZ diesmal vorbeigeschaut. Die beiden Senioren betonen, dass sie den Besuch der Gemeindevertreter sehnsüchtig erwarten. Das sei auch bei vielen anderen so. Dabei gehe es auch den Rudolphis nicht um das Geschenk, sondern um das Gespräch in gemütlicher weihnachtlicher Atmosphäre. „Wir freuen uns, dass die alten Leute nicht vergessen werden“, sagt Horst Rudolphi. Stolz präsentiert Helga Rudolphi (80) die fünf Weihnachtskarten, die ihr Mann, der 85 Jahre alt ist, bereits von der Stadt bekommen hat. Bei einem Gläschen Wein und selbst gebackenem Weihnachtsgebäck wird angestoßen und über „Gott und die Welt“ geplaudert. Helga Rudolphi verrät, dass sie beim Zimtwaffelbacken akribisch darauf achtet, dass sie nicht zu dick werden – und gibt Tipps zum Waffelbacken. Es sei schön, dass die Stadt nicht nur an Weihnachten für die älteren Bewohner etwas tue, sagen beide. Angebotene Theater- oder Konzertbesuche machten beispielsweise auch großen Spaß. „Es ist immer wieder schön, mit den Senioren zusammen zu sitzen und zu erzählen“, sagt Felka. Alle Vertreter der Stadt würden sich dafür genügend Zeit nehmen. Durchaus mit Mehrwert. „Man hört auch ab und zu mal, wo der Schuh drückt“, erklärt Felka. „Dann bringen wir das vor und versuchen Abhilfe zu schaffen.“

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