Kreis Kaiserslautern Die erste Erntewelle rollt an

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Die Landwirte im Landkreis stellen sich auf eine unterdurchschnittliche Ernte ein. Schuld ist die ungewöhnliche Trockenperiode von Mitte April bis Mitte Juni. „Wir müssen mit jedem Wetter leben“, ordnet es Günter Albrecht, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Kaiserslautern, ein.

In den Frühdruschgebieten der Vorderpfalz fahren die Mähdrescher bereits und befreien die Gerstenkörner vom Stroh. In der Westpfalz geht es ganz langsam los. Die erste große Erntewelle wird wohl ab dem Wochenende rollen. „Die Körner sind gut reif, nur ist das Stroh noch nicht richtig mürbe“, beschreibt Albrecht, was sich im Moment auf den Wintergerstenfeldern zeigt. „Ein schöner Landregen und dann die Wärme, wie sie jetzt ohne Regen brütet, das wäre für uns viel besser“, lautet das Wunschdenken des Bauernvorsitzenden. Nutzt nur nichts, Wirtschaften in der Landwirtschaft hatte noch nie etwas mit einem Wunschkonzert zu tun. Dabei fing alles gut an. Die Herbstaussaat hatte keine Probleme mit dem Winter. Der war bekanntlich mild. Und auch das Anfang des Jahres ausgesäte Sommergetreide entwickelte sich durch die milde Temperatur im Verbund mit ausreichend Niederschlag zunächst wüchsig, jedenfalls bis zur drastischen Trockenperiode, die fast vier Wochen anhielt. Im April/Juni fielen 30 Prozent weniger Niederschläge als im langjährigen Mittel. Ab Anfang Mai sah selbst der Laie, die Getreidepflanzen leiden. Es entwickelten sich vor allem bei den Sommerungen, aber auch beim Weizen weniger ährentragende Halme. Ohne Ähre am Halm fehlt das Korn. Das Fehlen des Wassers führte auf vielen Standorten dazu, dass die Pflanzen frühzeitig den Zuwachs herunterfahren, um wenigstens den vorhandenen Fruchtansatz zur Reife zu bringen. Die Notreife blieb dank der langen kühlen Witterung dann aber weitgehend aus. „Wir ernten in diesem Jahr ein bis zwei Wochen vor dem Durchschnitt der Jahre“, blickt Albrecht dem Geschehen draußen auf dem Feld entgegen. Durch die Trockenperiode zeichnet sich laut dem Landwirt zudem genau ab, was ein benachteiligtes Gebiet ist und wo sich die Natur nicht ganz so bescheiden gibt. Getreide, das seine Wurzeln in Sand oder Kies stecken muss, verspricht eine deutlich magere Ernte als die Bestände, die sich im lehmigen Boden noch etwas besser mit gehaltenem Bodenwasser versorgen konnten. Albrecht: „Die Ernte wird punktuell ganz schlecht ausfallen und auf manchen Standorten, etwa rund um Enkenbach, durchaus im Durchschnitt liegen“. Wenn in den nächsten Tagen die Mähdrescher immer mehr die Arbeit aufnehmen, wird zunächst die Wintergerste geerntet. In ein paar Tagen folgt dann der Raps, und in zehn bis 14 Tagen werden die Maschinen die Weizenbestände, den Roggen und die Sommerungen, wie Hafer, Sommergerste oder auch Sommerweizen nach und nach vor die große Haspel nehmen. Bereits in der Scheune ist der erste Heuschnitt. „Wir haben etwa zwei Drittel weniger eingefahren“, bilanziert Albrecht die zurückliegende Heuernte. Ohne Regen konnte das Gras einfach nicht ausreichend wachsen. Auch nach der Ernte hat den gemähten Wiesen die Feuchtigkeit gefehlt, sie blieben lange gelb. Der Regen, der Mitte Juni einsetzte, der kam für einige Standorte so spät, dass der zweite Schnitt wohl ganz ausfällt. Im Landkreis Kaiserslautern ist Weizen (rund 2000 Hektar) nach wie vor die Hauptfrucht unter den Getreidearten, gefolgt von Gerste (rund 900 Hektar Wintergerste und etwa 400 Sommergerste), Triticale (gut 800 Hektar), Roggen (rund 700) und Hafer (etwa 200 Hektar). Die landwirtschaftlich genutzte Fläche im Kreis Kaiserslautern erstreckt sich insgesamt auf knapp 18 000 Hektar, davon gelten etwa 9500 als Ackerfläche und rund 8000 als Dauergrünland. (thea)

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