Enkenbach-Alsenborn
Die Enkenbacher Hauptstraße im Wandel der Zeit
Ihre Entstehung lässt sich gut einschätzen, denn die alte Postkarte trägt den Datumstempel 28. Dezember 1914. Es handelt sich dabei um eine „Soldatenpostkarte“, die mit der Feldpost portofrei befördert worden ist und deswegen auch keine Briefmarke trägt. Geschrieben hatte sie vermutlich der damalige Inhaber des abgebildeten Gasthauses, denn sie ist mit dem Namen Schramm unterzeichnet. Empfänger war ein Unteroffizier, der sich zu dieser Zeit in Miesenbach aufhielt.
Das Bahnwärterhäuschen ist längst der Spitzhacke zum Opfer gefallen
Sicher war, wie früher oft üblich, der Gaststättenbesitzer auch der Auftraggeber zum Druck dieser Postkarte. Vielleicht sogar „gesponsert“ von der Sickinger-Bräu AG, einer der beiden damals großen Brauereien Landstuhls – 1896 gegründet und eben auch Bierlieferant von Joseph Schramm. Ganz im Bildhintergrund ist das Schrankenwärterhäuschen noch gut erkennbar, schließlich war hier bis vor einigen Jahren noch ein beschrankter Bahnübergang gewesen. Nur wenige Meter entfernt befindet sich der Bahnhof von Enkenbach-Alsenborn. Er liegt an der Alsenztalbahn Hochspeyer - Bad Münster und wurde 1870 in Betrieb genommen. Fünf Jahre später wurde der Bahnhof auch Endpunkt der Bahnstrecke von Kaiserslautern nach Enkenbach, mit der man damals einen kürzeren Fahrweg für Züge der Alsenztalbahn nach Kaiserslautern erreichte.
Nach dem Bau einer Umgehungsstraße und einer Fußgängerbrücke über die Bahnstrecke wurde im vergangenen Jahrzehnt der alte Bahnübergang hier am Anfang der Hauptstraße geschlossen. Das Bahnwärterhäuschen und einige andere der abgebildeten Gebäude sind längst der Spitzhacke zum Opfer gefallen. Die Straßenansicht hat sich vollends verändert. So ist weiter unten auf der rechten Seite an der Spitze zur Einmündung der Hochspeyerer Straße der Saint-Mihiel-Platz entstanden, eine kleine Grünanlage mit einigen Parkplätzen, die den Namen der Partnerstadt Enkenbach-Alsenborns im Nordosten Frankreichs trägt.
An alle wichtigen überörtlichen Zentren angebunden
Die einst selbstständige Gemeinde Enkenbach schloss sich im Juni 1969 mit Alsenborn zusammen und zählt heute mit ihren 7300 Einwohnern zu einer der größten Gemeinden des Landkreises Kaiserslautern. Sie ist Sitz der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn, der nach der 2014 erfolgten Fusion mit der Verbandsgemeinde Hochspeyer insgesamt sieben weitere Gemeinden angeschlossen sind. Mit der A6 und der A63, dem Straßennetz und zwei Hauptbahnlinien ist die Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn an alle wichtigen überörtlichen Zentren angebunden. Auch mit der Landschaftsvielfalt, einem ausgedehnten Wanderwegenetz und neben der Mehlinger Heide viel anderem Sehenswerten kann die Verbandsgemeinde punkten.