Kreis Kaiserslautern Die Eichen-Kinderstube will gehegt sein

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Der Schopper Gemeindewald weist einen recht großen Bestand an Eichen auf. Doch dieser wächst nicht von allein heran, sondern muss vom Menschen angelegt und gepflegt werden. Denn die Eiche ist ein sehr langsam wachsender Baum und wird ohne Schutz von Buchen und anderen Pflanzen schnell verdrängt.

700 Hektar Wald nennt die Holzlandgemeinde Schopp ihr Eigen. Der zuständige Förster Winfried Schleyer kennt die Verteilung der Baumarten: „Rund 30 Prozent sind Buchen, je 20 Prozent Kiefern und Traubeneichen und je zehn Prozent Fichten, Douglasien und Lärchen.“ Ein gesunder Mix, der trotzdem schon lange nicht reine Natur ist: Der Mensch greift ein und sorgt im Wald für natürliche Kultur. Außerdem muss der Förster einiges tun für einen gleichbleibenden oder gar anwachsenden Eichenbestand. Auch in Schopp wäre ohne menschlichen Einsatz die Traubeneiche, die Geld in die Gemeindekasse bringt, irgendwann „abgewirtschaftet“. Dies liegt vor allem am Lichtbedürfnis der sehr jungen Eiche. Doch das Licht nehmen ihr oft Buchen, schnellwachsende Farne oder Brombeergestrüpp, so dass die Eiche stirbt. Erschwerend kommt hinzu: Die Buche setzt deutlich öfter Früchte an, aus denen sie sich natürlich verjüngt. Wenn die Eicheln mal wieder purzeln, die Wildschweine sie nicht sofort fressen und im nächsten Jahr tatsächlich zarte Pflänzchen durch die Humusdecke streben, dann ist die Buche schon vorausgeeilt. Schafft es die kleine Eiche dennoch, genügend Sonnenlicht zu erhaschen und Blätter auszutreiben, dann wird sie oft Opfer von hungrigen Rehen oder Hasen. „Der Fokus liegt im Gemeindewald, genau wie im Staatswald, auf einer nachhaltigen, naturnahen Waldbewirtschaftung“, erklärt Förster Schleyer, warum auf der Traubeneiche gerade in der sogenannten Etablierungsphase ein ganz besonderes Augenmerk liegen muss. Das „Augenmerk“ ist nicht ganz billig und setzt voraus, dass ein Großteil der im Gemeindewald erwirtschafteten Einnahmen wieder reinvestiert werden. Sei es in Verbissschutz, in Freischneidearbeiten oder auch in Pflanzen- und Pflanzungskosten. In Schopp wird nämlich nicht nur auf die Naturverjüngung gewartet, es werden auch zertifizierte Eichensämlinge aus Pfälzer Herkunft gepflanzt. „Unser Verjüngungsziel versuche ich mittels jährlicher Herbstpflanzungen zwei- oder dreijähriger Traubeneichen sowie über Aussäen zu erreichen“, zeigt Schleyer den Weg zu konstanten Eichenbeständen auf. Insgesamt werden jährlich 4550 Festmeter Holz im 700 Hektar großen Gemeindewald eingeschlagen. 540 Festmeter entfallen dabei auf die Eiche, 1340 auf die Buche, 930 auf Fichte, 510 auf Douglasie und 1220 Festmeter auf die Kiefer. Der Rest bleibt als nicht aufgearbeitetes Holz im Wald liegen. Den Erlös 2014 beziffert der Förster auf 210.000 Euro. Davon geht ein dicker Brocken für die Holzernte drauf. Der Rest wird geschmälert durch den Wegebau, die Pflegearbeiten, Verwaltung und durch erhebliche Ausgaben, die in den Waldbestand reinvestiert werden. 10.000 Euro bleiben der Gemeinde als Einnahmen aus ihrem Wald. Damit das künftig so bleibt, gibt es richtige Eichen-Kinderstuben zu bestaunen: Auf einem Klumpen stehen einzeln geschützte Jungpflanzen. Ein Stück weiter hat Schleyer großflächig Platz für junge Eichen geschaffen und alles schützend eingezäunt. Und es gibt noch die zweimal zwei Meter großen Gatter aus Holzlatten und Knotengeflecht, die wie überdimensionierte Hasenkästen wirken. Hier wird deutlich: Ohne Arbeits- und finanziellen Einsatz tut sie sich schwer, die Eiche. Um das Gatter herum lässt sich so gut wie keine zweijährige Eiche sehen. Alles ab- und aufgefressen. Hinterm Schutz schieben sich die Eichen dicht an dicht nach oben. Vielleicht steht hier ja mal in 300 Jahren eine prachtvolle Furniereiche. Das ist das Ziel, sagt Förster Schleyer. Wertvolle Eichenbestände auch für nachfolgende Generationen auf den Weg zu bringen. Das Ziel und die Vorgabe des Forsteinrichtungswerkes. Dort ist geregelt, dass für jede gefällte Furniereiche mindestens 300 Quadratmeter als natürliche oder künstliche Eichenverjüngung angelegt werden müssen. „Im Schopper Eichenwald wächst dreimal so viel heran wie gefordert“, sagt der Förster. (thea)

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