Hochspeyer Die Blaskapelle Hochspeyer sucht einen Dirigenten

Zum Badestart und „beim entspanntesten Frühschoppen des Jahres“ unterhält bei reichlich Sonnenschein die Blaskapelle Hochspeyer.
Zum Badestart und »beim entspanntesten Frühschoppen des Jahres« unterhält bei reichlich Sonnenschein die Blaskapelle Hochspeyer.

Thomas Zell hat im März 2024 den Dirigentenstab bei der Blaskapelle Hochspeyer niedergelegt – nach zehn Jahren. Noch immer sucht die Kapelle einen Nachfolger.

Die Tätigkeit als Dirigent in Sembach und des Sinfonischen Blasorchesters Donnersbergkreis forderte ihren Tribut, dazu kam Zells Wegzug aus Hochspeyer. Seit dieser Zeit ist die Dirigentenstelle vakant. Beeinträchtigt wurde der Spielbetrieb dadurch jedoch nicht.

„Wir sind guten Mutes, dass wir auch im zweiten Halbjahr unsere Verpflichtungen erfüllen können“, sagte Steffen Mertel beim Saisonstart des Freibads Hochspeyer am 1. Mai. Den Job als Moderator, Sänger und Dirigent übernahm er selbst und begeisterte damit nicht nur Schwimm- und Badenixen. Nicht zu viel versprach die Werbung: „Den wohl entspanntesten Frühschoppen des Jahres“ genossen bei herrlichem Sommerwetter, Speisen und Getränken viele Besucher. Von traditioneller Marschmusik über moderne Volksmusik bis zur Popmusik reichte das Repertoire der Blaskapelle. Zur Daueraufgabe möchte Steffen Mertel das dennoch nicht machen. Sein Herz schlägt mehr für Chormusik. Also begab er sich auf die Suche nach einem Orchesterleiter.

Es heißt nicht mehr „Dirigent sucht Orchester“

„Es ist alles etwas schwieriger geworden“, sagt Mertel zur Dirigentensuche. Der lange geltende Grundsatz „Dirigent sucht Orchester“ habe sich ins Gegenteil verkehrt. „Heute heißt es: Orchester sucht Dirigent.“ Vorbei seien die Zeiten, in denen Vereine aus dem Vollen schöpfen konnten. Orchesterleiter seien ebenso Mangelware wie jugendliche Musiktalente. Der demografische Wandel zeige sich auch hier.

Motivation, Persönlichkeit, Begeisterungs- und Interpretationsfähigkeit müssten stimmen, um einen Dirigentenposten auszufüllen. Orchesterleiter und Gruppe müssten sich verstehen und zusammenfinden. „Die Bereitschaft muss bestehen, sich auch an den Verein zu binden.“ Aussichtsreichster Kandidat sei ein Musikschullehrer aus Ludwigshafen. Eine Herausforderung sei sicherlich die Entfernung. Aber auch da werde man sich einig. 2015 ins Amt gewählt, seit 2017 Leiter des Projektchors St. Laurentius, Dirigent beim MGV 1911 Hochspeyer und im Hauptberuf Lehrer an einer Grundschule in Eisenberg, weiß Steffen Mertel, wovon er spricht. Obwohl erst 32, hat er nebenbei für drei Jahre ein kirchenmusikalisches Studium am bischöflichen Institut in Speyer durchlaufen, sich zum Organisten ausbilden lassen und frönt seiner weiteren Leidenschaft, dem Schlagzeugspiel. „Der Schlagzeuger ist der Taktgeber.“

Info

Am Freitag, 8. August, spielt die Blaskapelle bei der Hochspeyerer Kerwe auf, beteiligt sich am Sonntag am Kerweumzug und unterhält anschließend im Festzelt das Publikum. Weitere Infos gibt es im Internet auf www.blaskapelle-hochspeyer.de.

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