Eingekreist RHEINPFALZ Plus Artikel Die Bestürzung über die Firmenschließung im Industriegebiet West in Ramstein ist groß

flohmark

Die Dittrich J. und Söhne Vliesstoffe GmbH in Ramstein-Miesenbach mag zwar zu den kleineren mittelständischen Unternehmen zählen, trotzdem ist ihre Bedeutung für die Region hoch. Deswegen war die Bestürzung in der vergangenen Woche groß, als bekannt wurde, dass die Firma im Industriezentrum West (IZW) bis zum Ende des Jahres geschlossen wird. Gut 55 Menschen haben hier zum Teil über Jahrzehnte hinweg Arbeit bekommen und ihr täglich Brot verdient. Die Firma hat Abgaben und Steuern an die Kommune gezahlt. Dass der bisherige Inhaber sein Unternehmen aus Alters- und Gesundheitsgründen verkaufen musste, ist menschlich nachvollziehbar. Es muss ja eine Lösung gefunden werden, wenn kein Nachfolger da ist. Firmenübernahmen sind gang und gäbe. Bestenfalls geht es für die Beschäftigten gut aus, wenn der Standort erhalten bleibt und – mit frischem Wind und neuem Kapital – weiterproduziert werden kann. Dass es in Ramstein anders kommt und der Standort entgegen der ursprünglichen Planung geschlossen wird, hat auch den bisherigen Geschäftsführer überrascht und ist für die Mitarbeiter bitter. Traurig auch, wie die neue Geschäftsleitung, die TWE Vliesstoffwerke GmbH & Co KG in Emsdetten, mit den Menschen vor Ort umgeht: Nur zehn Tage blieb diesen Zeit, sich zu entscheiden, ob sie einer Transfergesellschaft beitreten wollen oder nicht. Um sich von einem Fachanwalt beraten und Verträge prüfen zu lassen, ist das reichlichst knapp! Auch wenn dieses Vorgehen so nach dem Motto: „Was kümmern mich diese Leute in der Ramsteiner Provinz“ rechtlich okay sein sollte, menschlich verwerflich ist es allemal.

Ein Lichtblick ist, dass es im IZW im August aber auch einen Neuzugang gegeben hat: Die Firma Charrak Nutrition GmbH, die gluten- und kohlenhydratarme Backmischungen herstellt, und rund 40 Arbeitsplätze schaffen will. Bleibt zu wünschen, dass andere Firmen nachziehen, denn es sind noch Flächen im IZW frei. So deutet sich laut Bürgermeister Ralf Hechler (CDU) derzeit auch eine Lösung für das rund 100.000 Quadratmeter große Areal oberhalb der Firma Rettenmeier an.

Schnelles Internet

Auch wenn inzwischen die meisten aus dem Homeoffice ins Büro zurückgekehrt sind: Vielen, die auf dem Lande wohnen, wird aus der Zeit des Von-Zuhause-Arbeitens während des Corona-Lockdowns eines in besonders unguter Erinnerung sein: Ständige Computerabstürze und ruckelnde Videokonferenzen, bei denen man kaum etwas verstehen konnte. Nicht zu vergessen, der Knatsch in der Familie, weil ständig jemand Filme gestreamt hat, oder im Internet surfte und damit das Netz blockiert hat! Diese Woche kam die gute Nachricht aus dem Kreishaus, dass jetzt endlich nach langem Warten die Förderbescheide von Bund und Land für den Breitbandausbau im Kreis Kaiserslautern vorliegen. Schneller Datentransfer dank Glasfaserkabel soll jetzt bald möglich sein! Auch wenn Landrat Ralf Leßmeister (CDU) für die lange Bearbeitungszeit der Anträge kein Verständnis hat, überwiegt die Freude, denn ohne diese Fördermittel hätte der Kreis mit seinen Kommunen den Ausbau nicht stemmen können. Das bedeutet, dass der Kreis jetzt die Verträge mit den verschiedenen Telekommunikationsunternehmen zum Breitbandausbau abschließen kann. In den nächsten Wochen soll mit den Kommunen der konkrete Zeit- und Bauplan abgestimmt werden. Auch wenn Bauarbeiten normalerweise ja nerven, in diesem Fall werden sich die Bürger über die Bagger freuen!

Freiluftbasar in Weilerbach

Voll eingeschlagen hat der Freiluftbasar, den der Förderverein der protestantischen Kindertagesstätte Weilerbach am vergangenen Wochenende im Ort initiiert hat und der den Besuchern einen vergnüglichen Tag bescherte. Normalerweise finden die Second-Hand-Basare drei Mal im Jahr im Bürgerhaus mit 28 Tischen statt. Weil das wegen Corona derzeit nicht möglich ist, wurde der Basar nach draußen verlegt. Sprich, jeder, der Lust hatte, etwas zu verkaufen, konnte einen Stand vor der eigenen Haustür aufbauen. Das hatte den Vorteil, dass die Verkäufer ihre Sachen nicht ins Bürgerhaus transportieren mussten. Rote und grüne Luftballons wiesen den Schnäppchenjägern den Weg über den Basar, der sich schlussendlich über das ganze Dorf verteilte. Insgesamt haben sich mehr als 100 Haushalte an der Aktion, bei der übrigens nicht nur gebrauchte Kinderkleidung, sondern auch allerlei anderes nicht mehr Benötigtes verkauft wurde, beteiligt. Anstatt der Standgebühr, die für die Tische fällig gewesen wäre, bat der Förderverein um Spenden. „Toll, das könnte man öfter so machen“, lautete das Fazit. Die Aktion ist ein schönes Beispiel, dass aus der Not nicht nur eine Tugend, sondern eine völlig neue Idee entstehen kann.

x