Otterberg
Die Ökumenische Sozialstation soll wachsen
Wer regelmäßig im Kreis Kaiserslautern unterwegs ist, kennt vermutlich die roten Flitzer der Ökumenischen Sozialstation. Mit 51 Autos macht sich der Pflegedienst alltäglich auf zu mehr als 1200 Patienten. Die Nachfrage ist groß. Dennoch geriet die Station zu Beginn des Jahres 2024 nach hohen Verlusten im Vorjahr in eine finanzielle Schieflage und stand auf der Kippe. Ein vom Trägerverein beantragtes Insolvenzverfahren in Eigenregie war die Folge. Ohne dieses hätte die Einrichtung zum 1. Juli geschlossen werden müssen. Aufgrund der Übernahme durch die Lebenshilfe konnte die Sozialstation gerettet werden.
„Wir sind sehr froh, dass wir dadurch weiter bestehen können“, sagt Verwaltungsmitarbeiterin Diane Paulat. Die 72 Mitarbeiter konnten erstmal aufatmen. „Unsere Angestellten können endlich wieder beruhigt und mit einem Lächen zur Arbeit kommen“, berichtet Paulat. Groß sei die Sorge gewesen, dass alle ihren Arbeitsplatz verlieren. Bis man wieder vollends auf einem festen wirtschaftlichen Fundament stehe, werde es allerdings noch ein wenig dauern. „Das geht nicht von heute auf morgen.“ Nicht nur für die Angestellten, sondern auch für die betreuten Personen hätte eine Schließung einen herben Verlust bedeutet. „Das wäre durch andere Mitbewerber nicht zu kompensieren gewesen“, betont Paulat.
Personal gesucht
Mit der nötigen Sicherheit im Rücken soll die Sozialstation personell wachsen. Sie sucht nach neuen Angestellten. Seit September wurden sieben neue Pflegefachkräfte eingestellt. Allerdings nicht aus der Not heraus. „Es gab nie einen kritischen Mangel“, betont Ivonne Asal, die Leiterin des Pflegedienstes.
Mit der Übernahme durch die Lebenshilfe konnte die Sozialstation das Gebiet ausweiten, in dem sie Personen betreut. Hinzugekommen ist neben dem Kreis Kaiserslautern, den die Sozialstation bis nach Waldleiningen und Frankenstein bedient, das Stadtgebiet inklusive der Stadtteile wie Morlautern und Siegelbach. Zuvor sei das aufgrund von Vorgaben der Krankenkassen nicht möglich gewesen, da diese keinen Bedarf sahen. „Dementsprechend wäre eine Finanzierung nicht genehmigt worden“, erklärt Paulat.
Mehr Essen auf Rädern
Neben der ambulanten Pflege und Essen auf Rädern bietet die Sozialstation auch Pflegepflichtbesuche sowie Friseurdienstleistungen und Fußpflege an. Nicht nur, um diesen Bedarf decken, sondern auch um weiter wachsen zu können, sei der Pflegedienst auf weitere Fachkräfte angewiesen. Mit diesen soll unter anderem das Essen auf Rädern ausgeweitet werden. „Zurzeit beliefern wir bereits 80 Personen täglich mit warmen Gerichten“, so Asal. Hinzu kommen 200 weitere, die mit gefrorenen Portionen versorgt werden. Um all das bewerkstelligen zu können, ist die Sozialstation täglich mit drei Touren unterwegs zu den Kunden. Das Gebiet reicht dabei weit über den Raum Kaiserslautern hinaus. Auch in das zum Donnersbergkreis zählende Sippersfeld bringt der Pflegedienst die warmen oder gefrorenen Speisen. „Wir bemühen uns, alle Anfragen unabhängig von der Entfernung zu bedienen“, betont Asal.
Ausgeweitet werden soll auch das Angebot der Wundversorgung. Eingesetzt werden dafür zusätzlich als Wund-Manager ausgebildete Pflegefachkräfte, die einen Verbandswechsel deutlich vereinfachen und diesen selbst durchführen dürfen. „Sonst wäre dies nur durch einen Arzt möglich“, schildert Asal. Doch Ärzte seien häufig auch so schon überlastet. Das Angebot sei also nicht nur für die Pflegebedürftigen, sondern auch für die Ärzte eine Entlastung.