Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Deutsch-amerikanisches Freundschaftsfest im Jubiläumsjahr

Große Gaudi vor allem für die Kleinen: Auf dem John-F.-Kennedy-Platz lädt ein mechanischer Bulle zur Mutprobe ein. Auf dem Foto
Große Gaudi vor allem für die Kleinen: Auf dem John-F.-Kennedy-Platz lädt ein mechanischer Bulle zur Mutprobe ein. Auf dem Foto versucht gerade Johannes, sich möglichst lange im Sattel zu halten.

Kaum eine Gemeinde ist mit den Amerikaner so eng verbunden wie Ramstein-Miesenbach, das seit 70 Jahren die Air Base zum Nachbarn hat: Umso schöner, dass im Jubiläumsjahr nach zwei Jahren Corona-Pause wieder die Freundschaft der beiden Nationen bei einem gemeinsamen Fest gefeiert werden konnte.

Strahlender Sonnenschein und strahlende Gesichter bei den Besuchern: So könnte man die Eröffnung des dreitägigen deutsch-amerikanischen Freundschaftsfestes auf dem John-F.-Kennedy-Platz auf einen Nenner bringen. „An absolutely wonderful evening“ brachte US-Oberst Denny Davies, der mit Bürgermeister Ralf Hechler das Fest eröffnete, die Stimmung auf den Punkt. Davies und Hechler waren sich einig darüber, dass sich in den 70 Jahren seit Bestehen des Flugplatzes Ramstein eine große deutsch-amerikanische Familie gebildet habe, die in freundschaftlicher Verbundenheit in der Region miteinander lebe. Grußworte sprach auch ein Vertreter des Projekts „Willkommen in Rheinland-Pfalz! Unsere Nachbarn aus Amerika“, einer der drei Hauptsponsoren der Veranstaltung.

Heiße Rhythmen, verführerische Düfte

Mit „United States Army Europe & Africa Soldiers Chorus“ hatte Organisationsleiter Joe Felka schon gleich zu Beginn ein musikalisches Schmankerl gesetzt: Der heiße Rhythmus dieser großartigen Gruppe ließ den Funken rasch aufs Publikum überspringen und erfasste sogar einige Kinder, die spontan vor der Bühne zu tanzen begannen. Ab 20 Uhr heizte die Gruppe „Changes“ mit Pop, Rock, Funk und Soul den Besuchern ordentlich ein.

Auch kulinarisch war auf dem Kennedy-Platz an einer Vielzahl von Ständen eine Mischung aus deutschen und amerikanischen Leckereien geboten: Die verführerischen Düfte von „German Bratwurst“, Burgern, Kartoffelspezialitäten, Buritos, Nachos, Churros und Crêpes lagen in der Luft. Keine Wünsche offen lassen sollte an den drei Festtagen laut Felka auch das Musikprogramm: Von „Gloria Adé“ und „Undercover“ am Samstag sowie den „Ramsteiner Stadtmusikanten“ und der „Jim-Everett-Band“ am Sonntag war wohl für jeden Geschmack etwas dabei.

Kurzweil bot dem einen oder anderen Besuchern auch „Tattoo Tattaa“, ein Stand, an dem man sich über die vielen Möglichkeiten der Tattookunst informieren konnte, der aber auch auf die Tattoo-Tattaa-Convention am 16. und 17. Juli im Congress Center Ramstein aufmerksam machen wollte. Schnellentschlossene konnten sich schon hier vor Ort kleinere Tattoos stechen lassen, nach einer der zahlreichen Vorlagen oder auch nach eigenen Entwürfen.

Der Bulle ist der Renner

Was ist wohl amerikanischer als Bull-Riding? Das Spektakel aus dem Land der Cowboys fand freilich nicht auf einem echten, sondern nur auf einem Elektro-Bullen statt, war aber besonders bei den jüngsten Besucher trotzdem der absolute Renner, wie schon beim Näherkommen am Geräuschpegel zu erkennen war: Eine ganze Schar begeisterter Kinder umringten das große Luftpolster, auf dessen Mitte der mechanische Bulle einen der mutigen jungen Reiter hartnäckig abzuwerfen versuchte. Anfeuerungsrufe schallten über den Platz – gefolgt von einem lauten „Ohhh“ als Ausdruck des Bedauerns, wenn der Bulle wieder einen der kleinen Reiter in die Kissen geworfen hatte.

Für den Sonntag war für die jungen Besucher zusätzlich eine Hüpfburg vorgesehen, das „Castle Ramstein“, wie Organisationsleiter Felka scherzhaft anmerkte. Nun, den Ramsteiner Löwen, der sich trotz der sommerlichen Temperaturen in seinem dichten Fell unter die Besucher gemischt hatte, dürfte es gefreut haben, dass Ramstein nun auch eine eigene Burg hat – wenn auch nur für einen einzigen Tag.

Info

Anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Air Base Ramstein findet im Docu Center in der Schernauer Straße ab Mittwoch, 15. Juni, eine Sonderausstellung statt. Unter dem Titel „Things You Should Know“ bietet sie einen Rückblick auf sieben Jahrzehnte des Zusammenlebens von Deutschen und Amerikanern in und um Ramstein. Die zweisprachige Ausstellung ist bis 31. August, täglich von 14 bis 17 Uhr (außer montags), zu sehen.

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