Kreis Kaiserslautern Derzeit keine weiteren Bewerber in Sicht
Bei der Landratswahl im kommenden Jahr werden sich möglicherweise mit Martin Müller (SPD) und Ralf Leßmeister (CDU) nur die zwei Kandidaten der so genannten Volksparteien um die Nachfolge von Paul Junker (CDU) bewerben. Bündnis 90/Die Grünen, FDP und die Linkspartei wollen keine eigenen Bewerber aufstellen, wie ihre Kreisvorsitzenden auf RHEINPFALZ-Anfrage mitteilen. Die FWG hat noch niemanden ausgeguckt, ist derzeit aber noch auf der Suche. Unklar ist zudem, wann die Wahl überhaupt stattfindet.
„Wir überlegen noch“, sagt Peter Schmidt, Kreisvorsitzender der Freien Wähler. Bei der letzten Mitgliederversammlung sei über die Kandidatenfrage gesprochen worden, aber letztlich ohne Resultat. „Wir suchen weiter und werden in der Mitgliederversammlung im März nochmal über die Sache reden“, so der Weilerbacher Politiker, der auch das Amt des Kreisbeigeordneten inne hat und dessen Gruppierung derzeit mit der CDU eine Koalition im Kreistag pflegt. Auf die Frage, ob die FWG – sollte sich kein eigener Bewerber finden – den CDU-Kandidaten Ralf Leßmeister unterstützen werde, sagt Peter Schmidt: „Wir werden uns in diesem Fall neutral verhalten und keine Wahlempfehlung aussprechen. Unsere Mitglieder sollen selbst entscheiden, wem sie dann ihre Stimme geben werden.“ „Ich hätte sehr gerne einen Kandidaten aufgestellt, doch es hat sich leider niemand gefunden“, bedauert Andreas Markus, Kreisvorsitzender des Bündnisses 90/Die Grünen. Seine Partei habe einen „kreisweit bekannten Bewerber“ im Auge gehabt, doch dieser habe wegen der Vielzahl der Ämter, die er bereits inne habe, abgewunken. „Es ist schade, dass es damit wohl bei den Bewerbern der großen Parteien bleibt und wir keinen Alternativkandidaten bereitstellen können“, so der Otterberger. Auch bei der letzten Landratswahl war kein Grüner im Rennen. Die Linkspartei, die bei der Nachfolge von Rolf Künne (SPD) 2009 noch versucht hatte, mit Hüseyin Koçak aus Enkenbach-Alsenborn zu punkten, verzichtet diesmal wahrscheinlich ebenfalls auf einen eigenen Bewerber. „Wir wollen 2017 keinen reinen Zählkandidaten, der nur einen Achtungserfolg erzielen kann, antreten lassen“, sagt Kreisvorsitzender Alexander Ulrich. „Zumal wir auch eine Person haben müssten, die dafür zur Verfügung steht.“ Im Unterschied zu 2009, als Landrats- und Kommunalwahl zusammenfielen, sei der Wahlkampfaufwand für eine gesonderte Landratswahl sehr groß, nennt Ulrich einen weiteren Grund für den Verzicht. Bekanntlich wird vom Kreistag der 11. Juni 2017 als Termin angepeilt. „Würde der Landrat gleichzeitig mit dem Bundestag im September gewählt, müssten wir nochmal neu überlegen. Wir hätten dann ja auch mehr Zeit“, so Ulrich. Trotzdem sei es auch in diesem Fall „sehr unwahrscheinlich“, dass seine Partei noch einen Kandidaten aufstellen werde. Der Linkspolitiker aus Reichenbach-Steegen, der selbst 2017 wieder für den Bundestag kandidiert, hatte sich ursprünglich einen gemeinsamen rot-rot-grünen Bewerber für die Landratswahl gewünscht (die RHEINPFALZ berichtete mehrfach). „Doch diese Idee ist ja leider an der SPD gescheitert, die nicht auf den Vorschlag eingegangen ist“, bedauert er. Bei der letzten Landratswahl am 7. Juni 2009 konnte sich Paul Junker aus Hütschenhausen, damals Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach, mit 52,3 Prozent gegen drei Kandidaten durchsetzen: SPD-Politikerin Karin Decker aus Weilerbach kam auf 38,5 Prozent, Linkskandidat Hüseyin Koçak aus Enkenbach-Alsenborn auf 6,1 Prozent und die unabhängige Bewerberin Ingrid Wagner aus Hütschenhausen auf 5,8 Prozent. Wie mehrfach berichtet, bewirbt sich mit Ortsbürgermeister Ralf Leßmeister wieder ein CDU-Mann aus Junkers Heimatgemeinde für die Nachfolge des amtierenden Landrats, der am 8. Dezember 2017 in den Ruhestand tritt. Für die SPD hat der Otterberger Stadtbürgermeister und frühere Verwaltungschef der VG Otterberg, Martin Müller, seinen Hut in den Ring geworfen.