Kreis Kaiserslautern Der Umwelt zuliebe
WEILERBACH. In Deutschland werden jährlich über sechs Milliarden Plastiktüten verbraucht. Die Marktkette Penny will sich als erster Discounter diesem Trend nun entgegenstellen und schafft bis Ende Juni in allen Filialen ihre Plastiktüten ab, um sie durch Mehrwegtrage- und Baumwolltaschen sowie Papiertüten zu ersetzen. Gestern war der Startschuss in Weilerbach. Die RHEINPFALZ hat vor dem Markt Kunden nach ihrer Meinung befragt.
(29) aus Weilerbach findet die Umstellung auf die umweltschonenden Mehrwegtaschen super: „Es macht einfach weniger Dreck und produziert keinen Plastikmüll. Außerdem kosten Plastiktüten ja zehn Cent und das summiert sich auf Dauer“, sagt sie. In der Regel habe sie auch immer einen Korb für den Einkauf zur Hand, das sei am umweltfreundlichsten. Die 67-jährige Rita Volles aus Nerzweiler hat noch nie Bezahltüten aus Plastik in Gebrauch gehabt: „Wenn man sich anschaut, was da im Jahr für Müll anfällt, das ist der reine Wahnsinn. Die Meere sind bereits so stark mit Plastik verschmutzt, da muss man was tun.“ Deshalb findet sie die Umstellung auf Mehrwegtragetaschen „toll, gerade der Umwelt zuliebe“. Sie selbst müsse ihre Gewohnheiten gar nicht erst umstellen, denn sie habe bereits seit Jahren immer eine Stofftasche zum Einkauf dabei, berichtet Volles. Auch der Heiligenmoscheler Joachim Wohlgefahrt (55) befürwortet die Umstellung auf Mehrwegtaschen: „Ich finde es gut und absolut notwendig, dass da endlich einmal etwas passiert. Plastiktüten verursachen einfach nur unnötigen Müll.“ Die Bezahltüten seien ihm zudem auf Dauer sowieso zu teuer, deshalb habe er auch immer eine Stofftasche im Kofferraum liegen. Schade nur, dass er sie dort häufig vergesse, schiebt er mit einem Lächeln hinterher. Sigrid Sonnenberg aus Weilerbach verwendet schon aus Prinzip keine Einwegtüten: „Wenn ich mir anschaue, was in den Weltmeeren wegen des Plastikmülls los ist, bekomme ich einen dicken Hals. Da muss definitiv was getan werden, deshalb finde ich die Aktion super − auch wenn es nur ein erster Schritt ist.“ Die 76-Jährige benutzt immer eine alte Bananenkiste, um ihre Lebensmittel nach Hause zu transportieren, aber Mehrweg-Tragetaschen habe sie natürlich auch auf Lager, berichtet Sonnenberg. Nicole Fischer ist 45 Jahre alt und kommt aus Reichenbach-Steegen. Auch sie unterstützt die Abschaffung der Einwegtüten. Sie verwendete schon früher der Umwelt zuliebe grundsätzlich nur Stofftaschen oder einen Karton, denn alles sei besser als eine Plastiktasche: „Ich finde die Plastiktüten müssten eigentlich noch viel teurer werden, damit die Leute endlich mal aufwachen“, betont Fischer. Selbst für Obst und Gemüse benötige man in der Regel keine Plastiktüten, dennoch sei das Meiste doppelt und dreifach verpackt, beklagt sie. Vanessa Lambert (41) aus Otterberg findet, Plastiktüten ließen sich beim Einkauf auf alle Fälle vermeiden:„Ich finde die Umstellung der Umwelt, aber auch der Kosten wegen eine tolle Sache. Ich habe sowieso immer eine Stofftasche dabei, aber auch die Mehrwegtasche des Discounters finde ich total praktisch.“ Einwegtüten zu benutzen, ist ihrer Meinung nach heutzutage vollkommen absurd, weil man sich sogar eine Mehrwegtasche leihen und beim nächsten Einkauf einfach zurückgeben könne. Auch die 57 Jahre alte Karin Haag findet, dass es bessere Alternativen zur Plastiktüte gebe: „Ich finde die Aktion toll, man kann ja auch Körbe, Kisten oder Stofftaschen benutzen. Ich finde es sowieso unnötig, dass man Sachen frisch einkauft und dann in Plastik verpackt“, meint die Rodenbacherin. „Ganz schlimm“ findet sie aber die neuen Verkaufsideen, wo zum Beispiel geschältes Obst in Plastikverpackung verkauft werde. Da müsse auch mal was getan werden, meint sie. Timo Kropp (35) aus Otterbach versucht schon aus Prinzip, keine Plastiktüten zu verwenden: „Ich mache das der Umwelt wegen, ich habe im Fernsehen schon viele Berichte gesehen, was der Plastikmüll mit unserer Erde anrichtet.“ Nur wenn es gar nicht anders ginge, kaufe auch er mal eine Einwegtasche. Meistens benutze er aber eine Isoliertasche, wegen der Kühlung und weil man die eigentlich ewig verwenden könne, erklärt Kropp. Auch wenn andere Handelsketten bereits vorangeschritten sind, Penny-Bezirksleiterin Sandra Fuhrmann ist stolz auf die Aktion: „Wir sind der einzige Discounter in Deutschland, der die Plastiktüten flächendeckend abschafft.“ Zwar habe man noch Restbestände, deren Vernichtung der Umwelt ja auch nicht gut tue, betont Fuhrmann. Die Geschäftsführung habe sich dazu entschlossen, da die Kette etwas für den Umweltschutz tun werde. Die neue Tasche mit Frosch-Logo koste 99 Cent, dafür werde dem Kunden aber bei jedem Einkauf mit dieser Tasche ein Rabatt von zehn Cent gewährt, erklärt die Bezirksleiterin. Zusätzlich spende Penny weitere zehn Cent für einen guten Zweck.