Kreis Kaiserslautern Der Mix macht’s

Dass der Himmel grau ist, stört niemanden. Am frühen Samstagabend ist das Zentrum von Landstuhl bevölkert. Während sich die einen vom Nachmittagsbummel verabschieden, zieht es die anderen auf die Piste. Jene zieht sich zum Stadtfest im Dreieck rund um den Kern, die Endpunkte bilden die Bühnen.
Der Lothar-Sander-Platz ist bevölkert und auch die Kaiserstraße gehört an diesen drei Festtagen ausschließlich den Besuchern. Dort, wo sonst Autos auf Grün warten, stehen Stände und Tische. Das orangene Signal der Ampel blinkt fast im Takt der Rocksongs von „Katana“ auf der Bühne der VR-Bank Westpfalz. „Die sind richtig gut“, meint Burgel Stein und hebt den Daumen. Die Ramsteinerin ist mit ihrem Mann Peter zu Fuß zum Stadtfest gelaufen. „Wir sind gerne in Landstuhl“, erzählt das Paar. So schnell tritt es noch nicht den Heimweg an. „Mal sehen, was der Abend noch bringt“, sagen die Zwei lachend. Mit erlebnishungrigem Blick sind die einen unterwegs, die anderen schlendern gemütlich. Man bleibt stehen, unterhält sich, stößt miteinander an. Aus dem Festzelt auf dem Alten Markt tönen die Schlussakkorde vom „Whitesnake“-Klassiker „Here I go again“. Hier steht „Purple Haze“ auf der Kreissparkassen-Bühne und heimst Applaus vom Publikum ein. Doch noch sind einige Plätze frei. Die Besucher haben sich wohl noch nicht festgelegt, wo sie den Rest des Abends verbringen. In der Budengasse haben Händler ihre Waren auf Tischen ausgebreitet. Schuhe, Bekleidung, Hüte, Sonnenbrillen, Schals und Taschen – jeder, der will, findet etwas zum Mitnehmen. Auch der Landstuhler Lionsclub ist zum zweiten Mal mit einem Stand vertreten. Zu Büchern bietet er diesmal auch Flohmarktartikel an. „Heute ist es hervorragend gelaufen“, erzählt Peter Heitzmann im Hinblick auf die verregnete Eröffnung am Abend zuvor. „Der Sonntag mit den geöffneten Geschäften ist der bessere Tag“, schaut er zudem positiv nach vorne. Natalie Sartorio lässt die Bohrmaschine laufen. Allerdings dreht sich kein Bohrer im Futter, sondern eine Scheibe, auf der eine Kartoffel aufgespießt ist, die gegen einen Gemüsehobel gepresst wird. „Spiralkartoffeln“ heißen die hauchdünnen Erdapfelscheiben, die in die Schüssel fallen. Frittiert und gewürzt bringen sie ein krosses Geschmackserlebnis. „Sie gehen gut, sind aber eher ein Snack“, weiß ihre Tochter Janina. An der Bude sind verschiedene Kartoffelspezialitäten zu haben. „Man muss sich immer etwas Neues einfallen lassen“, meint die Betreiberin, die zum ersten Mal auf dem Stadtfest anzutreffen ist. „Wir sind erstaunt, dass so viele Leute hier sind und es gibt gute Musik“, beschreibt sie ihre Eindrücke. Der Gewerbeverein sei als Veranstalter sehr engagiert. „Wahrscheinlich kommen wir wieder.“ Überhaupt ist das kulinarische Angebot groß und international. Neben den Klassikern Steak, Bratwurst und Frikadellen sind chinesische Nudeln, Pizza, Lyoner-Pfanne oder mexikanische Fleischbällchen zu haben. Salate und Hausmacher Wurst oder Feinkost aus Italien fehlen ebenfalls nicht. Der Dame fällt es schwer, sich für eine Sorte des Mandelgebäcks mit unterschiedlicher Füllung zu entscheiden. Doch die gereichte Kostprobe hilft. „Ich nehme das mit Limonen-Füllung“, meint sie. Die bunten Lichter der Stände und Buden heben sich vom dunklen Himmel ab. Die Band „Amox“ schlägt auf der Pfalzwerke-Bühne härtere Töne an. Sie strotzt vor Technik, wird doch im Anschluss die Rammstein-Coverband „Völkerball“ mit aufwendiger Show erwartet. „Es ist schön, dass es diese Tradition gibt“, findet Bernd Blauth, der in Begleitung zweier Damen unterwegs ist. In den vergangenen Jahren hat er sich kein Stadtfest entgehen lassen. Der Mix aus Musik, Essen und Trinken macht für ihn das Besondere aus. Nach Hause geht’s so schnell noch nicht. „Open end“, meinen die Drei gut gelaunt.