Kaiserslautern
Der Landkreis hat ein neues Försterpaar
Das Forstamt Kaiserslautern ist, wie fast alle Forstämter im Land, im Umbau. Die ältere Generation geht nach und nach in Ruhestand. Junge Förster sind gesucht, aber schon ein bisschen rar. Mit dem 26-jährigen Christian Kappich aus Malsch in der Nähe von Karlsruhe ist seit dem vergangenen Herbst ein weiterer junger Förster ans Forstamt Kaiserslautern gekommen. Kappich, der an der forstwirtschaftlichen Hochschule im oberbayrischen Weihenstephan-Triesdorf studiert hat, hat sich ganz bewusst für die Pfalz entschieden. Weder in Bayern noch in seiner baden-württembergischen Heimat ist die Ausbildung im Anwärterjahr vergleichbar mit der im Land Rheinland-Pfalz. Das sagt zumindest Kappich.
Die Pfalz gleich ins Herz geschlossen
Nach dem Studium war im Forstamt Bad Dürkheim gerade eine Stelle frei. Er hat sich beworben und kam in die Pfalz. „Das war ja nicht so weit von daheim“, muss er dann doch lachen, sagt aber auch: „Schon beim Vorstellungsgespräch wurde ich als Bewerber wertgeschätzt.“ So hat der junge Förster die Pfälzer gleich mal ins Herz geschlossen. Folglich fiel seine Wahl nach dem Anwärterjahr weiter auf einen Platz in der Pfalz. Beim Forstamt Kaiserslautern wurden passenderweise gleich zwei neue Förster gesucht.
„Es ist schön, mit etwas so langlebigem wie Wald zu arbeiten. Viel an der frischen Luft und in der Natur zu sein, hat natürlich auch seinen Reiz. Außerdem ist der Werkstoff Holz faszinierend“, gibt Kappich Einblicke in seine Beweggründe, Forstwirtschaft zu studieren und nun das Revier Neubau zu übernehmen.
Während der Anwärterschaft kennengelernt
Ähnlich äußert sich auch die 27-jährige Franziska Herbig aus Regensburg, die seit Januar kommissarisch das Revier Rodenbach betreut. „Ich bin eher praktisch veranlagt, bin gerne und viel draußen und wollte einen Beruf, der für mich persönlich einen tieferen Sinn hat und womit auch für die nachfolgenden Generationen etwas bewegt werden kann. Außerdem ist Holz ein super Werkstoff, mit dem ich gerne arbeite“, beschreibt sie ihre Beweggründe, an der Hochschule Rottenburg Forstwirtschaft zu studieren und in Salzburg den Master in Holztechnologie nachzulegen.
Im Forstamt Boppard, Rhein-Hunsrück Kreis, hat sie ihr Anwärterjahr absolviert. „Das Konzept in Rheinland-Pfalz hat mir gut gefallen“, hat auch sie das Bundesland im Südwesten der bayrischen Heimat vorgezogen. So hat also Rheinland-Pfalz den Förster aus Baden-Württemberg und die Försterin aus Bayern angelockt – und hat sie verbandelt. Die beiden haben sich während der Anwärterschaft kennengelernt und sind nun beide am Forstamt Kaiserslautern tätig.
Während Franziska Herbig das Revier Rodenbach (Gemarkungen Ramstein, US-Hospital Weilerbach, Rodenbach, Weilerbach, Siegelbach und militärische Lager) und damit ein ganz spezielles Revier mit vielen Kiefernbeständen vor allem aber zu weiten Teilen hinterm Zaun – also ohne Erholungssuchende – betreut, ist Christian Kappichs Revier Neubau (Gemarkungen Ramstein, Hütschenhausen, Kaiserslautern-Einsiedlerhof) schon gut besucht.
Illegale Müllentsorgung ist wirklich ärgerlich
„Gerade jetzt unter Corona sind viele Waldbesucher unterwegs“, sagt er. Konflikte blieben da nicht aus. Die können durchaus auch ihn betreffen. „Ich habe immer noch ein Karlsruher Nummernschild, da werde ich im Wald schon komisch angeschaut!“ Was ihm schon nach der kurzen Zeit im Revier aufstößt, sind die illegalen Müllentsorgungen. „Verrückt und wirklich unschön, was da im Wald alles abgeladen wird“, kann es der junge Förster nicht verstehen. Ansonsten ist er in seinem Revier gut angekommen, findet die kleinräumige Abwechslung – etwa zwischen Birken und Erlen auf feuchten Bruchstücken direkt neben den Eichen, die sich auf trockenen Parzellen wohlfühlen – schon spannend.
Bei dem Försterpaar dominiert übrigens nicht nur die gemeinsame Liebe zum Wald, beide schätzen auch das Arbeiten mit Holz. So hat die junge Försterin eine Drechselbank mit in die Beziehung gebracht, der junge Förster die Tischlerbank. „Das ergänzt sich gut“, sind sich die beiden Wahlpfälzer einig.