Kreis Kaiserslautern Der Abriss hat begonnen

Die Alte Posthalterei in Landstuhl ist bald Geschichte: Auf dem Gelände des früheren Landwarenhandels Jung an der Königstraße hat die Abrissbirne bereits ganze Arbeit geleistet, noch im Oktober soll auch das historische Gebäude an der Kaiserstraße zur Gänze verschwunden sein. Auf dem Areal entsteht ab nächstem Frühjahr der „Wohnpark Alte Posthalterei“ – ein Projekt, in das die drei Gesellschafter insgesamt zehn Millionen Euro investieren wollen.
Lange hatte sich nichts mehr getan in Sachen Alte Posthalterei: Nachdem bereits Anfang des Jahres 2012 die Pläne für eine Neugestaltung des Anwesens der Öffentlichkeit vorgestellt worden waren, wurde es still um das Vorhaben. Dem Vernehmen nach hatten die Investoren Probleme, die Finanzierung des Großprojekts zu stemmen. Die drei neuen Gesellschafter – die beiden Fachärzte Peter Jung und Antonio Baker-Schreyer, letzterer medizinischer Direktor des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Landstuhl, sowie Projektentwickler Jörg Schattner von der Palatina Wohnbau GmbH in Kaiserslautern – haben das rund 5500 Quadratmeter große Grundstück von ihren Vorgängern erworben und wollen auf deren Pläne aufbauen, wie Schattner auf RHEINPFALZ-Anfrage erläutert: Im hinteren Teil des Geländes soll ein Wohnheim für behinderte Menschen gebaut werden. „Hier stehen wir mit der Caritas in Kontakt, die als Mieter Interesse gezeigt hat.“ An der Kaiser- und Königstraße sind weitere Gebäude geplant, die in den oberen Stockwerken 26 barrierefreie, altersgerechte Eigentumswohnungen beherbergen sollen. „Die Wohnungen sind zwischen 60 und 160 Quadratmeter groß, am größten sind die Penthouse-Wohnungen unterm Dach“, skizziert Schattner die Pläne und ergänzt: „Die Häuser werden nicht auf einen Schlag, sondern je nach Nachfrage sukzessive gebaut.“ Doch über mangelnde Nachfrage können sich die Investoren nicht beklagen. „Wir führen bereits eine Interessentenliste“, sagt Schattner. Er rechnet mit einer endgültigem Umsetzung des Gesamtprojekts innerhalb von drei Jahren. Damit die künftigen Wohnungsinhaber genügend Parkplätze haben, soll im Hof des Gebäudeensembles ein zweistöckiges Parkdeck errichtet werden. Im „Wohnpark Alte Posthalterei“ werden darüber hinaus Geschäfts-, Büro- und Praxisräume entstehen; Letztere könnten helfen, die medizinische Versorgung in der Stadt langfristig zu verbessern. „Es gab bereits Gespräche mit einer Praxis für Allgemeinmedizin, die sich vergrößern will und einen Umzug in die Posthalterei erwägt“, berichtet Gesellschafter Antonio Baker-Schreyer. Wünschenswert wäre auch ein ambulanter Pflegedienst, findet er. Geplant sei ferner eine Kooperation mit den Fachärzten im MVZ – wovon die künftigen Bewohner des Wohnparks, beispielsweise bei Terminanfragen, profitieren könnten, so Baker-Schreyer. Doch zunächst muss das Gelände geräumt werden: Mehrere Bagger sind derzeit auf dem Areal in Aktion. Die Gebäude hinter der Posthalterei sind bereits abgerissen, das Grundstück gleicht einem Trümmerfeld. „Im Oktober sollen die Abrissarbeiten abgeschlossen sein“, umreißt Jörg Schattner den Zeitplan. Über Winter wollen die Investoren den bereits im März 2012 beschlossenen vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf den neuesten Stand bringen und danach die Bauanträge stellen. „Je nach Wetterlage können die Bauarbeiten dann wohl im März 2015 beginnen.“ (oef)