Kreis Kaiserslautern Demografie trifft auch die Bank

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Die Bilanz ordentlich, die Aussichten verhalten. Dass sich am Niedrigzinsniveau mittelfristig etwas ändern wird, glauben die beiden Vorstandsmitglieder der VR-Bank Westpfalz, Karlheinz Stemler und Alexander Kostal, nicht. „Das ist ein politisch gewollter Niedrigzins“, sagt Kostal, dem ein Konjunkturprogramm mit Landesbürgschaften lieber wäre als zu viel billiges Geld auf dem Markt.

Niedrige Zinsen sind ein Faktor, der die Arbeit der Bank nachhaltig beeinflusst. Trotz des schwierigen Marktumfeldes konnte 2014 die Bilanzsumme um 4,6 Prozent auf 489,3 Millionen Euro gesteigert werden. Die Null-Zins-Politik, wie sie Kostal und Stemler nennen, hat Folgen. „Die Leute geben ihr Geld lieber aus, konsumieren und zahlen Investitionen von ihren Ersparnissen“, sagt Kostal. Das hat auch die VR-Bank Westpfalz zu spüren bekommen. Die Kreditnachfrage ging leicht zurück auf 302,4 Millionen Euro (2013: 303,9 Millionen Euro). Hier mache sich auch der demografische Wandel und die Strukturpolitik bemerkbar. So gebe es in kaum einem Ort im Geschäftsgebiet der Bank noch Neubaugebiete. Folglich bestehe kaum Nachfrage nach Bau-Finanzierung. Wenn prognostiziert werde, dass bis 2025/30 etwa 20 Prozent weniger Menschen im aktuellen Geschäftsgebiet der Bank leben, „dann bedeutet das zugespitzt formuliert, dass ich 20 Prozent weniger Einzelhandel brauche und auch 20 Prozent weniger Bankgeschäft“, verdeutlicht Kostal. Die demografischen Auswirkungen verteilen sich nicht gleichmäßig. „Im Landstuhler Raum sowie links und rechts der Autobahnen sieht es noch ganz gut aus, aber der Kuseler und Pirmasenser Raum sind schon stark betroffen“, sagen sie zu den Entwicklungen. Mit dem Bau des US-Hospitals in Weilerbach „wird es wohl noch einmal Verschiebungen in diesen Raum geben“, sprechen sie die in der Westpfalz lebenden US-Amerikaner an, die für Kaufkraft sorgen. Erhebliche Kaufkraftverschiebungen erwartet der Vorstand auch durch die aktuellen Investitionen im Handel in Kaiserslautern, die ECE (Shopping-Mall), Ikea und Mömax vornehmen. Das werde Kaufkraft aus kleineren und mittleren Zentren abziehen, sind sich Kostal und Stemler sicher. Mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2014 sind sie zufrieden. „Das ist ordentlich, denn man darf nie vergessen, dass man dafür in einer strukturschwachen Region ordentlich strampeln muss“, sagt Kostal. 384,4 Millionen Euro Kundeneinlagen verwaltet die Bank. Gefragt sind aufgrund der aktuellen Marktsituation „nur noch kurzfristige Anlagen“, sagt Stemler. Ihr Eigenkapital erhöhte die Bank auf 47,8 Millione Euro. Der Jahresüberschuss sank gegenüber 2013 um 100.000 auf 1,1 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn ging von 700.000 auf 600.000 Euro zurück. Eine Folge: In der Vertreterversammlung im Juni wird der Vorstand vorschlagen, eine Dividende von vier Prozent an die Mitglieder auszuschütten. Ein Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Mitglieder ist um 1,8 Prozent auf 10.194 gestiegen. Der zurückgehende Zinsüberschuss hat weitere Folgen. „Wir müssen die Kosten senken und die Gebühren werden steigen“, prognostiziert Stemler. 128 Mitarbeiter, inklusive acht Auszubildender, hat die Bank. Alexander Kostal ist der Nachfolger des langjährigen Vorstandsmitglieds Dieter Jergens, der im Januar in den Ruhestand gegangen ist. Auf eine offizielle Abschiedsfeier wurde verzichtet, stattdessen werden von Bankseite 3000 Euro an mehrere Kindergärten gespendet. (add)

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