Landstuhl David Siegel übernimmt Notarstelle in Landstuhl

Notar David Siegel stammt aus Enkenbach. Nun ist er in Landstuhl tätig.
Notar David Siegel stammt aus Enkenbach. Nun ist er in Landstuhl tätig.

Seit dem 1. Oktober weht ein frischer Wind in den Räumen des Notariats im Alten Forsthaus in Landstuhl. Denn der 34-jährige David Siegel hat die Amtsgeschäfte übernommen.

Für Siegel ist der Wechsel nach Landstuhl eine Entscheidung für die Heimat. Der aus Enkenbach stammende Jurist kennt die Stadt. „Ich mag die Struktur der Stadt. Hier ist alles vorhanden, was man braucht, und der Zusammenhalt ist spürbar“, sagt er. Der 34-Jährige schätzt das Familiäre in Landstuhl, wo die Wege zum Rathaus und zum Amtsgericht kurz sind.

Siegel ist im „Nur-Notariat“ tätig. Anders als in Hessen oder Berlin, wo Anwälte gleichzeitig Notare sein können, konzentriert man sich in Rheinland-Pfalz ausschließlich auf das Notaramt. Ein Weg, den er nach Stationen als Notarassessor in der Vorderpfalz und Berlin sowie als Notariatsverwalter in Speyer und Ludwigshafen nun als Amtsinhaber fortsetzt.

Kulturelle Brücken schlagen

Für sein Studium verschlug es ihn auch ins Ausland. Zuletzt verbrachte er ein Jahr an der Stanford University in Kalifornien (USA), wo er im Jahr 2024 als einziger Deutscher im Jahrgang seinen Abschluss machte. Die Affinität zur USA kommt ihm in Landstuhl zugute. „Ich kommuniziere sicher auf Englisch und beurkunde auch in dieser Sprache, wenn gewünscht.“ Das sei in der Region mit der großen US-Community ein wichtiger Beitrag zur Rechtspflege. Dabei gehe es oft um Aufklärung: „Amerikaner haben oft ein anderes Verständnis von Rechtsgeschäften. Ein Hauskauf ist dort oft weniger prinzipiell als bei uns, wo man meist nur einmal im Leben kauft“, erklärt der Notar. Hier sieht er seine Aufgabe darin, die ausländischen Klienten für das deutsche Verfahren zu sensibilisieren.

Weitere Mitarbeiter gesucht

In den gemieteten Büroräumen stehen die Zeichen auf Erneuerung. Das Mobiliar wird nach und nach ausgetauscht. Sechs Mitarbeiter gehören aktuell zum Team, teils übernommen, teils neu eingestellt. Doch Siegel möchte wachsen: „Wir sind grundsätzlich auf der Suche nach qualifizierten Angestellten zur Unterstützung unseres Büros.“

Dass ein Notartermin oft als reines „Vorlesen“ wahrgenommen wird, weiß Siegel. Das habe aber einen tieferen Sinn: „Das laute Verlesen dient der Absicherung und deckt Unstimmigkeiten auf. Es ist eine Beurkundungsverhandlung.“ Erst wenn alle Fragen geklärt sind – ob beim Immobilienkauf, Ehevertrag oder Testament – wird unterschrieben.

Privat ist der 34-Jährige, der auch schon Station bei der Bundesnotarkammer in Berlin machte, ein Familienmensch. Er ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen.

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