Ramstein-Miesenbach
Das war auf dem Bauernmarkt los
„Wir haben 120 Kilogramm Wendelinuskartoffeln verkauft.“ Das Team der Wendelinusschule aus Ramstein-Miesenbach freut sich über das Interesse an seinen Bio-Kartoffeln. An ihrem Verkaufs- und Infostand halten die Lehrkräfte Bianca Michel, Julia Mahl und Carmen Backes am Nachmittag mit den Schülern Luca, Delia und Lara die Stellung. „Kids an die Knolle“ wird seit 2012 in Rheinland-Pfalz als Schulgartenprojekt durchgeführt. „Es hat sehr viel Spaß gemacht“, erzählt Luca. Selbst an das Einsammeln der Kartoffelkäfer hätten sich die Kinder gewöhnt, erinnern sich die Lehrerinnen. Unterstützt wurde das Ganze von Landwirt Christoph Donauer aus Ramstein-Miesenbach. Dieser bietet an seinem Stand ein paar Meter weiter „Grumbeere in verschiedenen Varianten“ zum Kauf an.
Herbstzeit ist Erntezeit – und das lässt sich auf dem Ramsteiner Bauernmarkt mit allen Sinnen erleben. Schauplatz des Geschehens ist fast die komplette Stadtmitte mit dem Marktplatz im Zentrum. Für Besucher gibt es beim Schlendern allerhand zu sehen, zu erfahren und zu entdecken. Rund 60 Aussteller haben sich für diesen Tag angekündigt. Darunter sind etliche Direktvermarkter aus der Region, die ihre Produkte und ihre Betriebe dem Publikum vorstellen. Zu ihnen zählt auch Dieter Fauß aus Spesbach. Fauß ist Vorsitzender des Ramsteiner Hühnerzuchtvereins. In vier großen Volieren stellt er verschiedene Hühnerrassen aus. Besondere Hingucker sind die schwarzen Holländer Haubenhühner mit ihren weißen Federpuscheln auf dem Kopf. Und dann sind da noch die langbeinigen Hühnchen, die „ursprünglich für Schaukämpfe und nicht auf Schönheit gezüchtet wurden“, erklärt Fauß. Sabine Weiß steht mit ihrem Handy davor und filmt die hübschen Tierchen. „Schön, so etwas einmal aus der Nähe zu sehen“, meint die Otterbacherin erfreut.
Ein „Pälzer Dreckstück“
Die Direktvermarkter offerieren eine Fülle an erntefrischen landwirtschaftlichen Produkten, ob zum Verzehr aus der Hand oder für die heimische Küche. Die Spannbreite reicht von Fleisch- und Wurstwaren über Käse aus der hauseigenen Manufaktur, Fischspezialitäten, Backwaren aus dem Holzofen, Äpfel, Mais und Kürbisse bis hin zu anderem Obst und Gemüse. Feilgeboten werden ebenso Kräuter und Gewürzpflanzen, Fruchtaufstriche und diverse Kartoffelprodukte. Stände mit traditioneller Handwerkskunst sind ebenfalls vor Ort. Zu ihnen zählt die Steinweilerer Seifenmanufaktur von Markus Scherrer und Udo und Michelle Zahneissen aus Steinweiler im Landkreis Germersheim. Ihr buntes „Pälzer Dreckstück“, wie sie scherzhaft eine ihrer wohlriechenden Seifen nennen, lockt die Besucher an.
Gewinnen können die Flaneure beim Sinnesparcours Gutscheine für den Besuch einer Veranstaltung im Congress Center Ramstein oder im Freizeitbad Azur, wie die Organisatorin des Bauernmarkts, Andrea Fauß, erläutert. Gras? Nüsse? Quitten? 15-mal muss der Teilnehmer ertasten, was sich in der kleinen Kammer versteckt hält. Katharina Hoffmann und Josie Geib, Auszubildende bei der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach, stehen den Besuchern hilfreich zur Seite. „Die Gewinner werden schriftlich benachrichtig“, sagt Katharina Hoffmann. Für gute Laune auf dem Marktgelände sorgen die Ramsteiner Straßenmusikanten mit zünftiger Blasmusik an verschiedenen Standorten.
Der Bauernmarkt wird von der Stadt Ramstein-Miesenbach veranstaltet. Andrea Fauß schätzt, dass trotz des Dauerregens immerhin 3000 bis 4000 Besucher den Weg in die Innenstadt gefunden haben.