Kreis Kaiserslautern Das Handwerkliche am Arztberuf liegt ihr

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LANDSTUHL. Für Astrid Ludwieg ist es kein unbekanntes Terrain, auf dem sie sich seit Januar dieses Jahres befindet. Die Fachärztin für Lungenheilkunde verstärkt die Abteilung für Innere Medizin des Nardini-Klinikums in Landstuhl.

„Man ist so schnell wieder drin“, erzählt sie, schüttelt den Kopf und fügt lachend an: „Das gleiche Personal und die gleichen Patienten. Ich habe mich ganz schnell wieder zuhause gefühlt.“ Überhaupt ist die in Rodalben geborene Pfälzerin eine Frohnatur. Hinter ihrer Brille blitzt ihr Humor immer wieder hervor. Den braucht sie auch, wenn ihr Blick zur Seite auf die sechs Stapel mit Krankenakten auf dem Tisch in ihrem Büro fällt. „Stück für Stück arbeite ich mich am Abend voran“, beschreibt sie die Aufgabe, die nach Dienstschluss um 16.30 Uhr auf sie wartet. Eigentlich hatte die heute 34-Jährige nach dem Abitur in Pirmasens Sprach- und Literaturwissenschaften studieren wollen. „Aber das ist eine brotlose Kunst“, meint sie über den Sieg der Vernunft, den sie erneut mit einem Lachen quittiert. Stattdessen hat sie ein Medizinstudium in Homburg bis 2006 angeschlossen und war bis Ende 2010 als Assistenzärztin in Landstuhl tätig. Ihren Abstecher in die Pneumologie im Mannheimer Theresienkrankenhaus hat sie im Dezember 2013 mit ihrem Examen in der Lungenheilkunde abgeschlossen. Astrid Ludwieg ist seit Januar Oberärztin und neben Stefan Kniele, Chefarzt der Inneren Medizin, als zweite Fachärztin für Lungenheilkunde (Pneumologie) im fünften Stock des Krankenhauses tätig. Ein üblicher Arbeitstag beginnt für Ludwieg mit einer Frühbesprechung und geht dann über in Patientengespräche und Untersuchungen. Sie beschäftigt sich mit Fragen wie: Wo kommt die Luftnot her? Von Herz, Lunge oder Trainingsmangel? Die junge Ärztin erstellt Trainingspläne, führt Belastungsuntersuchungen und Messungen der Atemgase durch, um den Ursachen der Krankheitssymptome auf die Spur zu kommen. Daneben wirkt sie im Schlaflabor. Besonders gerne hantiert Ludwieg mit Instrumenten wie Endoskopen, um Erkrankungen von Lunge und Rippenfell auf die Spur zu kommen. „Kein Papier, keine Medikamente, eben das Handwerkliche“, beschreibt sie die Arbeit. Lungenentzündungen sind ihr „tägliches Geschäft“. Sie beschäftigt sich mit Krankheiten wie Krebs, asthmaähnlichen oder Asbesterkrankungen der Luftwege, die mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität einher und in der Folge häufig zum Tod führen. Bei dieser ernsten Seite ihrer Arbeit hilft ihre gute Laune den Patienten weiter. „Ein Späßje gehört dazu.“ Täglich pendelt Ludwieg von ihrem Wohnort Speyer zu ihrer Arbeitsstätte. 100 Kilometer für eine Strecke sind ihr nicht zu viel. Zuhause wird sie von ihrem Ehemann erwartet, ebenfalls ein Mediziner, der im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz beschäftigt ist. „Leider“, meint sie mit einem nicht ganz ernst gemeinten Bedauern und fügt an. „Manchmal ist es schön, sich abends über etwas anderes zu unterhalten.“ Kennengelernt hat sich das Paar 1999. „Bei einem Gartenzaungespräch. Eigentlich wollte jeder seine Ruhe haben“, erinnert sie sich lachend. Doch die Eltern ließen nicht locker und verwickelten die beiden in ein Gespräch. „2007 haben wir dann geheiratet.“ Für Hobbys bleibt der Ärztin wenig Zeit, aber einmal in der Woche packt sie doch ihre Sporttasche, um sich beim Judo auszupowern.

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