Ramstein-Miesenbach
CCR: „Sommer Lounge“ für Besucher wie Veranstalter positiv gelaufen
„Wie im Urlaub: Man sitzt in der Sonne, hört Musik und bekommt Essen und Getränke serviert“ – so lautete das Resümee eines CCR-Gasts, wie Guhmann zitiert. „Es war schon ein bisschen Aufwand. Durch die Corona-Vorschriften mussten wir einiges umplanen. Letztlich war es aber die richtige Entscheidung. Wir wollten nicht den gesamten Sommer ausfallen lassen, sondern den Leuten Kultur bieten und ein wenig die Angst nehmen. Es war natürlich anstrengend, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht.“ Und war erfolgreich: Achtzehn Konzerte waren es insgesamt, jedes Wochenende vom 10. Juli bis zum 20. September. Zwischen 200 und 250 Gäste kamen pro Konzerttag. „Wir hatten auch sehr viel Glück mit dem Wetter und konnten alle Veranstaltungen durchziehen“, berichtet Guhmann.
Rundum sei das Team „sehr zufrieden. Wir konnten Musiker und Techniker, die es zurzeit besonders schwer haben, beschäftigen. Es waren Musiker dabei, die in diesem Jahr eigentlich bei uns im Haus gespielt hätten, deren Auftritt aber verschoben oder abgesagt werde musste. Musiker, die wir teilweise jahrelang kennen und denen wir helfen wollten. Und alle haben sich direkt bereit erklärt. Deshalb auch ein Dank an die Musiker für die gute Zusammenarbeit. Denn am Ende kommen wir aus dieser Krise nur zusammen raus – Musiker und Veranstalter“, meint Guhmann.
Je länger die „Sommer-Lounge“-Reihe dauerte, desto besser wurde sie angenommen
Ein großes Lob richtet er an das Organisations-Team. „Die Reihe war gut organisiert und wurde positiv aufgenommen. Am Anfang waren die Leute etwas zögerlich und unsicher, ob man mit Maske und Handdesinfektionsmittel ein Konzert genießen kann. Aber je länger die Reihe dauerte, desto besser wurde sie angenommen. Die Leute waren froh, raus zu kommen.“ Und zum Teil kam die „Sommer Lounge“ fast „noch besser bei dem Publikum an, als die beliebten Ramsteiner Sommernächte. Wir planen deshalb, die ,Sommer Lounge' für nächstes Jahr beizubehalten oder beide Konzepte zu mischen – wenn es im nächsten Jahr überhaupt sein darf.“
Bei dem finanziellen Konzept der Sommer-Konzerte fuhr Guhmann eine klare Linie. „Ich habe mich bewusst gegen freien Eintritt und Hutsammlungen entschieden. Ich bin selbst auch Musiker und habe mich immer gegen Hutsammlungen gewehrt. Natürlich gibt es in Corona-Zeiten auch Musiker, die teilweise mehr gesammelt haben als normal. Aber wir wollten ein Konzept schaffen, mit dem jeder Musiker gut leben kann. Deshalb gab es fünf Euro Eintritt, von denen am Ende vielleicht zwei Euro hängenblieben, und eine feste Gage, mit denen die Musiker rechnen konnten. Das ist gut aufgegangen.“ Auch dank kleiner Finanzspritzen. „Wir haben glücklicherweise auch Zuschüsse von den Stadtwerken erhalten. Deshalb wird die Reihe am Ende wahrscheinlich Null auf Null aufgehen. Das hat, ehrlich gesagt, unsere Erwartung übertroffen. Denn für gewöhnlich legt man als Veranstalter schon bei Stadtfesten mehrere tausend Euro drauf.“
„Wir möchten einfach Kultur anbieten – heute nötiger als zuvor“
Jetzt wird wieder im Inneren des Congress Centers gespielt – mit allen notwendigen Sicherheitsmaßnahmen. Bammel vor mangelhaftem Zulauf hat der Geschäftsführer nicht. „Wir halten uns zu hundert Prozent an die Hygiene- und Sicherheitsvorgaben. Alles andere können wir nicht beeinflussen. Wir möchten einfach Kultur anbieten, was heute, meiner Meinung nach, noch wichtiger ist als vorher. Die Frage ist, wie die Nachfrage sein wird. Der Vorverkauf lief gut. Aber man muss schauen – vielleicht haben einige dann doch Respekt vor Indoor-Veranstaltungen.“ Respekt, aber keine Angst. „Ich plädiere für gesunden Respekt in Zeiten von Corona, aber keine Angst, wie sie oft auch durch die Medien verbreitet wird. Man sollte sich an die Sicherheitskonzepte halten, mehr können wir nicht machen. Ich hoffe, dass der Winter nicht so schlimm wird wie gedacht.“
Was das nächste Jahr bringt, steht auch für das CCR-Team noch in den Sternen. „Normalerweise würde ich schon für 2022 vorplanen. Aber heute weiß man nicht, was morgen ist. Im November machen wir das Programm für Dezember, Januar und Februar. Und dann muss man nach und nach reagieren können. Denn du hast zwar die Verträge gemacht, aber ob die Veranstaltungen stattfinden können, weiß man nicht.“