Landstuhl RHEINPFALZ Plus Artikel Burgerlebnistage entführen ins Mittelalter

Mit mittelalterlichen Trommeln, Sackpfeife und Gitarrencister sorgt die Gruppe Fremitus schon seit Beginn der Burgerlebnistage f
Mit mittelalterlichen Trommeln, Sackpfeife und Gitarrencister sorgt die Gruppe Fremitus schon seit Beginn der Burgerlebnistage für die passende Musik.

Freitag, 18 Uhr: Ein Gaukler, Bedienstete, Spielleute, kostbar gekleidete Würdenträger und Adlige führen die Besucherschar in den Innenhof der Burg Nanstein. Nun beginnt das mittelalterliche Treiben. Die Burgerlebnistage sind eröffnet.

Festlich gewandet zeigen sich die hohen Herren zur Eröffnung der vierten Burgerlebnistage und des Sickingen-Gedenkens auf der Burg Nanstein. Beim Marsch in den Innenhof ist auch Franz von Sickingen höchstselbst dabei. Mit „Jubel!“- und „Huld!“-Rufen begrüßt das gemeine Volk den Burgherren. Der Vorsitzende der Heimatfreunde, Frank Zimmer, sowie sein Stellvertreter, Andreas Franz alias Franz von Sickingen, stellen bereits bei der Eröffnung ihr schauspielerisches Talent unter Beweis.

Narrenkai spielt mit dem Feuer

Franz von Sickingen fordert seinen Schultheiß, gespielt von Bürgermeister Peter Degenhardt, und den Adjunkt, Stadtbeigeordneter Sascha Rickart, auf, „Worte an die Unfreien zu richten“. Degenhardt grüßt mit: „Erfreuet euch am Lagerleben, esst und trinkt!“ Rickart zeigt sich erfreut, dass die Burg „wieder zum Leben erweckt“ wurde. Auf „drei Tage des Frohsinns und der Glückseligkeit“ stimmt Franz von Sickingen die Besucher ein. Auch die amerikanischen Gäste werden nicht vergessen. Als ihren Repräsentanten begrüßt der Reichsritter den „Herren der Donnervögel“, wie er den Standortkommandanten der Air Base Ramstein, Brigadegeneral Joshua M. Olson, nennt. In Gestalt des Gauklers Narrenkai veralbert und belustigt Kai Jordens in bunter Tracht die hohen Herren. Mit Jonglieren, Feuer speien und allerlei Schabernack schlüpft er seit 35 Jahren hauptberuflich in die Rolle des Hofnarren, wie er berichtet.

Zum vierten Mal seit 2015 hatten die Heimatfreunde Landstuhl in Zusammenarbeit mit der Stadt Landstuhl für das Burgerlebniswochenende ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Ein besonderer Hingucker sind die drei majestätischen Greifvögel von Graf Thomas von Strzemieczny aus dem Raum Pirmasens. Auf seinem und dem Arm seiner beiden Begleiter thronen Irene, ein Deutscher Uhu, der Sibirische Uhu Ronja und Paula, ein amerikanischer Wüstenbussard. Die imposanten Tiere stören sich nicht an dem Trubel um sie herum. „Wir sind oft auf Mittelaltermärkten. Die kennen das und können die Situation einschätzen“, erklärt der Falkner.

Rüstungen, Schaukampfwaffen, Trinkhörner

Mit mittelalterlichen Trommeln, Sackpfeife und Gitarrencister spielen die vier Musiker von Fremitus seit Beginn der Burgerlebnistage vor sieben Jahren für die Gäste vor der Burgschänke auf. Viele Besucher sind selbst mittelalterlich gewandet. Zu ihnen zählt auch Sibylle Wolff aus Landstuhl. Mit einem selbstgenähten Kostüm aus Schurwolle und Leinenhosen, versehen mit Gürtel- und Schuhrepliken, erinnert ihr Gewand an die späte fränkische Merowingerzeit des achten Jahrhunderts, wie sie erklärt. Wolff tauscht sich intensiv mit Lederwarenhersteller Skelmir aus Kaiserslautern aus. Sein Name bedeute auf skandinavisch Schelm, sagt Daniel Gilius. Jede Menge besondere Lederwaren wie Pestmasken und Rüstungen, mittelalterliches Schuhwerk, Schaukampfwaffen und Trinkhörner hat er im Angebot. Den passenden Met für die Trinkhörner gibt es gleich um die Ecke bei Met-Uwe. An seinem Stand aus Holz und Segeltuch bietet Uwe Hoyer selbstgekelterten, sehr verführerischen Honigwein an.

Der weite Panoramablick über die Stadt und das Landstuhler Bruch lässt bei herrlich warmem Frühsommerwetter die Herzen der Besucher höher schlagen. „Ich fühle mich wie auf einer Zeitreise. So echt wirkt das alles hier“, stellt Claudia Scheer aus Hütschenhausen begeistert fest. Ingrid und Josef Reis aus Bann haben sich vorgenommen, mit ihrer neuen Nachbarin, einer US-Amerikanerin, am Samstag vorbeizukommen. Das Paar will ihr das Burg-Spektakel zeigen. Ganz besonders interessiert sind die beiden am Auftritt des Werkvolk-Fanfarenzugs Bann in traditioneller Landsknecht-Tracht sowie an dem der Aktiven der Burgspielgemeinde und der Burgschützen.

Die letzten Minuten Franz von Sickingens

Diese stellen am Samstag die letzten Minuten im Leben Franz von Sickingens nach, welcher am 7. Mai 1523 verstorben war. Selina Schulze, Pauline Bußer, Oliver Quartier und Sibille Sandmayer von Spots, einer Einrichtung der protestantischen Kirchengemeinde Landstuhl/Atzel, werben in kreativer Kostümierung für Darsteller eines Musicals. Geplant sei, die Geschichte der Stadt Landstuhl, insbesondere in Hinblick auf den 500. Todestag Franz von Sickingens im kommenden Jahr, auf die Bühne zu bringen. Interessenten können sich melden unter E-Mail: spots@jugendhaus-spots.de oder unter Telefon 06371 917130.

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