Neuhemsbach
Breitbandausbau in der VG Enkenbach-Alsenborn hat begonnen
Wenn das Land einen Minister schickt, der Geld im Gepäck hat, braucht es eine Zeremonie: Am Samstag gab es deshalb in Neuhemsbach auch einen symbolischen Spatenstich für den Gigabitausbau. Digitalisierungsminister Alexander Schweitzer (SPD) zeigte sich dabei überzeugt davon, dass Menschen und Unternehmen im Land von dem Ausbau profitieren.
Im Gebiet der alten VG Enkenbach-Alsenborn, also in den Ortsgemeinden Mehlingen, Enkenbach-Alsenborn, Neuhemsbach und Sembach, koordiniert die Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) MEANS das Projekt. Damit sind die Kommunen selbst Empfänger der Fördergelder. Das sind immerhin 2,6 Millionen Euro von Landesseite und noch einmal 3,4 Millionen, die der Bund dazugibt. Den zu der anberaumten Investitionssumme von 6,8 Millionen Euro fehlenden Betrag muss die AöR aufbringen.
1400 statt 291 Adressen
Allerdings beziehen sich diese Zahlen auf den ursprünglich gestellten Förderantrag, wie Hartwig Pulver, der Vorstand der MEANS, im RHEINPFALZ-Gespräch erläuterte. Denn zunächst sollten nur die sogenannten weißen Flecken im Land vorrangig ausgebaut werden, also Gebiete, in denen derzeit mit Internetgeschwindigkeiten von weniger als 25 Megabit gesurft werden kann.
Zwischenzeitlich habe das Land dieses Förderprogramm jedoch um die sogenannten Beifangadressen erweitert. Das bedeute, dass nun auch die Gebäude mit einem schnellen Glasfaseranschluss versorgt werden könnten, die an der ohnehin zu verlegenden Trasse liegen. So sei es möglich, in diesem ersten Ausbauschritt nicht mehr nur 291, sondern rund 1400 Adressen zu erreichen. Das zu realisieren koste jedoch rund 2,8 Millionen Euro mehr. Daher erwartet Hartwig Pulver, dass die Gemeinden noch deutlich mehr Geld von Bund und Land erhalten werden.
„Wert der Liegenschaft steigt“
Wie wichtig es ist, die Digitalisierung nun rasch voranzutreiben, lasse sich derzeit in Sembach beobachten. Dort hätten sich fast 93 Prozent aller Haushalte für den Glasfaseranschluss entschieden. „Vor zwei Jahren hatte ich noch gedacht, wir müssten sehr viel Marketing dafür machen“, sagte Pulver, aber nun habe sich die Situation komplett verändert. Die Pandemie habe einen entscheidenden Anteil daran, weil die Menschen in dieser Zeit gemerkt hätten, welche Vorteile ein schneller und zuverlässiger Internetanschluss mit sich bringe. Nicht zuletzt werde dadurch der Wert der Liegenschaft gesteigert.
Die gesamten 42 Trassenkilometer müssen bis Anfang 2023 im MEANS-Gebiet mit Glasfaserkabeln versorgt sein. Dann werden einschließlich der jetzt schon existierenden 650 Glasfaseranschlüssen, die es zum Beispiel in Neubaugebieten gebe, rund die Hälfte aller Adressen in den vier Orten versorgt sein. „Den Rest erschließen wir dann mit dem Förderprogramm der ,Grauen Flecken’ bis 2025 oder 2026“, teilte Pulver mit. Dieses Programm umfasse alle Anschlüsse, bei denen schon heute mit bis zu 100 Megabit gearbeitet werden könne.