Ramstein-Miesenbach
Blutspender: 200 Spenden sollen es werden
Eigentlich geht so eine Blutspende recht schnell: Spendenwillige können sich vorher einen Termin online buchen, checken sich am entsprechenden Tag mit einem Strichcode ein und sind rund eine halbe Stunde später wieder draußen. 500 Milliliter Blut haben sie dann weniger im Körper, dafür Süßigkeiten, Saft und Obst im Magen. Das Prozedere davor ist für alle gleich: anmelden, einen Fragebogen über den aktuellen Gesundheitszustand ausfüllen, Temperatur, Blutdruck und Hämoglobinwert messen lassen. Dann folgt noch ein vertrauliches Arztgespräch, um die Spendentauglichkeit festzustellen und danach geht es mit der eigentlichen Spende los.
Christian Stobbe aus Kaiserslautern kennt das Prozedere gut. Der 68-Jährige war schon 178 Mal spenden. Er hat bereits rund 89 Stunden damit verbracht und ebenso viel Blut, nämlich 89 Liter, abgegeben. Durch einen erwachsenen Mann werden vom Herz durchschnittlich fünf bis sechs Liter Blut gepumpt, Stobbe hat bisher 15-mal soviel zur Verfügung gestellt.
„So etwas habe ich noch nicht gesehen“
Auch an diesem Tag reiht er sich wieder ein, diesmal im Congress Center Ramstein (CCR). „Rund 50 Personen haben sich heute angemeldet“, erzählt Sebastian Wolf, Bereitschaftsleiter des ausrichtenden Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Der Verein kümmert sich um die Räumlichkeiten und die Verpflegung, sodass der Blutspendedienst West des DRK mit seinem Personal arbeiten kann. „Sowas habe ich noch nicht gesehen und ich arbeite seit zehn Jahre hier“, bemerkt kurz darauf die Ärztin des Blutspendedienstes beim Vorgespräch, bevor es zu Stobbes nächster Spende geht.
Der 68-Jährige erinnert sich noch an sein erstes Mal. „Das war als junger Mann bei der Bundeswehr. Damals gab es immer ein halbes Hähnchen. Das war mein Beweggrund, das erste Mal hinzugehen, und dann bin ich einfach dabei geblieben“, erzählt er. Weitermachen will er, „solange ich fit und gesund bin. 200 Spenden ist mein Ziel.“ Vertragen habe er bislang alle Spenden gut, sich danach „pudelwohl“ gefühlt.
Blutspenden als Passion
Selbst seine Eltern seien früher schon zur Spende gegangen, erzählt Stobbe, und nun hoffe er, dass er in der nächsten Generation jungen Menschen ein Vorbild ist, selbst zu engagierten Blutspendenden zu werden. „Blutspenden ist eine Passion, mein sozialer Beitrag für unser Gemeinwohl. Egal, ob durch eine Operation, einen Unfall oder wegen einer Krankheit, jeder kann schnell mal in die Lage kommen, Blut zu benötigen. Dass das dann da ist, ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt der Vielspender.
Neben dem erfahrenen Spender sind in Ramstein auch Erstspender gekommen. Beispielsweise Heike Rudolphi mit ihrem Mann Rolf Zemke. Sie erzählen, dass sie sich von Freunden haben motivieren lassen und wollen auf jeden Fall wiederkommen.
Regelmäßige Spender fehlen
Der Ortsverein Ramstein richtet die Spende im CCR viermal im Jahr aus. Es seien meist so 50 Leute, die an einem Tag spenden kämen. Nur während Corona gab es ein Hoch mit bis zu 90 Spendenden pro Tag, berichtet Sandra Schröder, Vorsitzende DRK-Ortsvereins. „Es kommen auch immer junge Menschen zu uns, jedoch fehlen uns regelmäßige Spendende, die wirklich viermal im Jahr kommen“, erzählt sie.
„Im Moment sieht es aber ganz gut aus“, ergänzt René Walther vom Blutspendedienst und ergänzt: „Wir haben Zulauf.“ Das liege unter anderem an der Neueröffnung des sogenannten ersten rheinland-pfälzischen Blutspende-Pop-Ups in Trier. In der Einkaufsgalerie, einem gut frequentierten Ort, können Menschen nun unkompliziert entweder geplant oder spontan zur Spende gehen.
Auch mit der heutigen Spendenaktion ist die Ramsteiner Vorsitzende Schröder zufrieden und Stobbe, der sich nach seiner Spende gut fühlt, lobt: „Es ist wie immer top organisiert gewesen.“