Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Beste Stimmung beim Chorkonzert in der Pfarrkirche St. Nikolaus

Beeindruckender Beginn: Alle drei Chöre singen gemeinsam das Eingangslied.
Beeindruckender Beginn: Alle drei Chöre singen gemeinsam das Eingangslied.

Unter dem Titel „Danke für die Lieder“ hatte der katholische Kirchenchor Ramstein für Sonntagabend zum Auftritt mit Gästechören in die Pfarrkirche St. Nikolaus geladen.

Die Kolping-Singers aus Obermohr unter der Leitung von Sabine Huber und der Taizé-Chor aus Schönenberg-Kübelberg unter der Leitung von Stefan Pappon waren mit von der Partie. Den Ramsteiner Kirchenchor leitet Carmen Backes. Sie führte auch durch das Programm.

Die hellen Sopranstimmen der Sängerinnen schweben in schönen Bögen dahin. In die Höhe geht es dabei mit erstaunlicher Klarheit der Aussprache. Im Zurückgleiten erwärmt sich die Tonlage gleich wieder und schmeichelt sich förmlich ein ins Gehör des staunenden Publikums. „Für die Schönheit dieser Welt“ heißt dieses Lied mit einem über hundert Jahre alten Text. „John Rutter hat dazu die Musik geschrieben“, hatte Carmen Backes zuvor erklärt. Musikalisch könne er der Postmoderne zugeordnet werden. Sein Stil wurzele in der Tradition der englischen Chor- und Kathedralmusik. Diese habe er weiterentwickelt.

Feine Dialoge in schöner Harmonie

Den eleganten Klangbögen der Sängerinnen begegnen die dunklen Tenorstimmen der Herren aus den hinteren Reihen. Für eine Zeit lang entfaltet sich gemeinsam die gewaltige Tonmacht des Ramsteiner Chores. Aber das währt nicht lange. Die Stimmlagen streben nur allzu bald weit auseinander. Sie schaffen dabei einen Klangteppich, der sich bei den Gästen im Publikum fast plastisch im Tonraum entfaltet. Auf diese Weise entwickeln sich feine Dialoge, die am Ende in schöner Harmonie ausklingen.

Der Altarraum von St. Nikolaus bietet den Chören eine vorteilhafte Bühne. Der große Leuchtenkranz über den Köpfen der Aktiven setzt jedes einzelne Mitglied sehr persönlich in Szene. Die Kolping-Singers aus Obermohr legen dabei ganz offensichtlich Wert darauf, dass alle in der vielköpfigen Truppe individuell erkennbar bleiben. Ganz nebenbei zeigt sich, dass es sich um einen Chor aller Altersstufen handelt.

Beim Fingerschnippen wird mitgeklatscht

„Siyahamba ist eine südafrikanische Hymne, die in den 1990er Jahren in nordamerikanischen Kirchen populär wurde, kündigt die Moderatorin an. Der Rhythmus eines schnellen Schrittes zeigt dem Publikum dann auch vom ersten Takt an, dass es hier aus dem traditionellen Rahmen eines geistlichen Liedes hinausgeht. Die ganze Truppe schlägt ein hohes Tempo an. Kreiselnd wechselt die Lautstärke zwischen verhaltenem Hauchen und akustischem Aufleuchten des Titels. Die flotte Gangart entpuppt sich zusehends als Stimmungsmotor im Kirchenschiff. Als dann noch die Chormitglieder mit Fingerschnippen den Takt markieren, klatscht das Publikum fast geschlossen mit.

Die Gäste im Saal sind also aufgetaut. Die Besinnlichkeit des bisher eher geistlichen Liederreigens im strengen Sinne weicht zusehends den Klängen leichterer Muse. Der Taizé-Chor aus Schönenberg-Kübelberg beginnt mit dem Gospel-Song „Soon and very soon“ und dem Spiritual „Rock my Soul“. Alle Mitglieder des Ensembles sind schwarz gekleidet. Die Herren tragen scharlachrote Krawatten, die Damen regenbogenfarbige Schals. Vielleicht sind diese Kontraste schon ein Zeichen für die Breite des Repertoires. Mit dem Titel „Zwei kleine Italiener“ leitet die Truppe jedenfalls über zum Gute-Laune-Teil des Abends. Die Stimmen der Damen dominieren deutlich. Der beschwingte Rhythmus und wohl auch die Erinnerung an längst vergangene Schlagerzeiten sind dem Publikum sichtlich angenehm.

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