Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Baum der Kinderrechte mutwillig beschädigt

Kaum mehr etwas übrig: Der Apfelbaum, den Grundschüler gepflanzt hatten, wurde irreversibel beschädigt. Äste und Schilder mit Hi
Kaum mehr etwas übrig: Der Apfelbaum, den Grundschüler gepflanzt hatten, wurde irreversibel beschädigt. Äste und Schilder mit Hinweisen auf die Kinderrechte wurden sinnlos abgerissen.

Der Baum für die Kinderrechte, den Grundschüler aus Ramstein-Miesenbach im vergangenen Herbst gepflanzt hatten, ist zerstört. Fast alle Äste seien abgerissen worden, teilt Bürgermeister Ralf Hechler mit. Ob Beobachtungen der Nachbarn zum Täter führen, ist noch unklar.

„Ich war geschockt“, berichtet Miriam Pfaff, wie es ihr beim Anblick des unwiederbringlich beschädigten Bäumchens ergangen ist. Die Schulsozialarbeiterin der Wendelinus-Grundschule Ramstein hatte im vergangenen Jahr mit Schülern der Ethikklasse die Kinderrechte der Vereinten Nationen erarbeitet und dann den Apfelbaum auf dem Gelände des Spielplatzes an der evangelischen Kirche in die Erde gebracht. Die Kinder hatten zudem selbstgemalte Schilder zum Thema dort aufgehängt. Erst Anfang vergangener Woche sei sie mit einem Grundschüler dort gewesen und habe die sich gerade öffnenden Blüten bestaunt. Wenige Tage später muss der zerstörerische Akt passiert sein.

Sollte ein Baum für alle sein

Auch die Schüler seien fassungslos, berichtet Pfaff. Für sie fühle es sich so an, als ob ihre Rechte gerade mit Füßen getreten würden. Zumal sie selbst immer besonders acht gegeben hätten, dem Bäumchen bei ihren Ausflügen auf den Spielplatz nicht zu nahe zu kommen, um sein Anwachsen und Gedeihen nicht zu gefährden.

Ganz bewusst sei 2020 entschieden worden, den Baum nicht auf dem Schulgelände zu pflanzen, sagt Pfaff, sondern auf dem öffentlich zugänglichen Spielplatz. „Es sollte ein Baum für die ganze Verbandsgemeinde sein, Kinder aus anderen Orten sollten hingehen können.“ Auch als Wandertagsziel sei der Apfelbaum mit den Hinweistafeln zu den Kinderrechten gedacht gewesen. Dass nun eingetreten ist, was damals schon von einigen befürchtet worden sei, nämlich die Beschädigung der Pflanze, mache sie traurig, sagt die Sozialarbeiterin.

„Wir werden einen neuen pflanzen“

Bürgermeister Ralf Hechler ist eher aufgebracht als traurig über solch sinnlosen Vandalismus. „Ich denke, dass das einfach Dummheit ist“, sagt er auf RHEINPFALZ-Anfrage. Außer den Ästen des Baumes seien auch Absperrbänder abgerissen worden, die eine frisch eingesäte Rasenfläche schützen sollten. Materiell sei zwar kein großer Schaden entstanden, aber ideell, verweist das Stadtoberhaupt darauf, wie die Tat auf die Kinder wirken müsse.

Im Amtsblatt und in den sozialen Medien hatte die Stadt Ramstein-Miesenbach mögliche Zeugen gebeten, sich bei der Polizei oder dem Ordnungsamt zu melden. Tatsächlich habe ein Anwohner beobachtet, dass am vergangenen Samstag ein Kindergeburtstag oder eine ähnliche Feier auf dem Platz stattgefunden habe, berichtet Hechler. Unklar ist noch, ob diese Feiernden für die Schäden am Baum verantwortlich sind. Fest steht, dass sie dort zu Zeiten, in denen wegen der Corona-Pandemie Kontaktbeschränkungen gelten, gar nicht hätten zusammenkommen dürfen.

Hechler rechnet nicht damit, dass sich der Baum noch einmal erholt. Aber er stellt Ersatz in Aussicht: „Wir werden einen neuen pflanzen.“

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