Weilerbach RHEINPFALZ Plus Artikel Bauernmarkt lockt etliche Besucher an

Großes Angebot, bestes Wetter und Menschenmassen: Auf dem Weilerbacher Bauernmarkt war Hochbetrieb angesagt.
Großes Angebot, bestes Wetter und Menschenmassen: Auf dem Weilerbacher Bauernmarkt war Hochbetrieb angesagt.

84 Stände und verkaufsoffener Sonntag: Der 20. Bauernmarkt in Weilerbach war ein Magnet für Sonntagsausflügler und Ortsansässige. Menschenströme waren ab dem Kreisel am Ortseingang unterwegs Richtung Dorfplatz, Von-Redwitz-Straße und Hauptstraße, wo das bunte Treiben stattfand.

Bei bestem Sommerwetter führten die Besucher eisschleckend ihre luftigen Sommerkleidchen, kurzen Hosen und Sonnenhüte aus. Wer noch „unbehütet“ war, konnte sich direkt vor Ort mit dem passenden Sommeroutfit eindecken. Die bunte Vielfalt an Ständen ließ keine Wünsche offen – weder bei Freunden von kulinarischen Genüssen noch bei Shoppingliebhabern. Viele Angebote kamen aus der Region und konnten gleich verköstigt werden.

Lust auf Wild

Die Forellenzucht Schneider aus Katzweiler versorgte hungrige Besucher mit Fischbrötchen, Back- und Räucherfisch. Zwei Stände weiter verfolgte Familie Leist aus Weselberg-Harsberg das Ziel, die „Lust auf Wild das ganze Jahr“ zu wecken. Sie betreibt einen Bauernhof mit Schweine- und Rinderhaltung. Da Friedrich Leist auch noch als Jäger aktiv ist, gibt es zudem ein reichhaltiges Angebot an Wildprodukten. Frisch gebratene Bratwürste und Frikadellen vom Wild, Leberwurst, Schinken und Salami gingen über die Theke. „Wild hat ein gutes Image bekommen. Es ist gesund und mehr Bio geht ja auch nicht. Und die Tiere sind keinem Stress ausgesetzt“, erklärt Birgit Leist.

Wer zuhause selbst etwas ernten will, konnte sich mit jungen Tomaten-, Kürbis- und Zucchinipflanzen und Kräutern am Stand des Biohofs Ganter aus Zellertal eindecken. Süßes und Salziges bot Anna Wüstenberg aus Wartenberg-Rohrbach in ihrem gelben Verkaufswagen an. 2018 hatte sich die junge Frau mit „Nuxeria“ selbstständig gemacht, um fermentierte Nüsse herzustellen und zu vertreiben. „Das war schon immer mein Ziel und ich hatte dafür gespart“, sagt die Start-up-Unternehmerin. Durch den Fermentierungsprozess werden die Nüsse verträglicher und die Nährstoffe können besser verwertet werden. Extra aus Frankreich angereist war Gabriel Frumholtz aus Ormersviller in Lothringen, der traditionell Eingemachtes und Konfitüren von seinen Zwetschgen-, Mirabellen- und Apfelplantagen mitgebracht hatte.

Sturm auf das Bistro-Café Stellwerk

Die Besucher schlugen sich aber nicht nur den Bauch voll, auch die Taschen wurden eifrig gefüllt. Ob mit Keramik, kreativen Hand- und Näharbeiten, Gartendeko, Schmuck oder Mode – an jedem Eck gab es etwas Neues zu entdecken, wie zum Beispiel ein hölzerner Löffel mit der Aufschrift „Nutella-Schaber“. Heidrun Fritz aus Mehlbach hatte einige Tische aneinandergereiht, um ihre hölzernen Küchen- und Dekoartikel aus Metall für Haus und Garten zu präsentieren. Ehemann Bruno Fritz steht seiner Frau seit 30 Jahren tatkräftig zur Seite. Man benötige drei Stunden für den Aufbau, weswegen sie schon um 7 Uhr vor Ort waren. Wenn um 18 Uhr das Marktende nahe, stünden zwei Stunden für den Abbau an. „Ich habe mir mal den Spaß gemacht und alles gewogen, was da im Bus verstaut wird. Da kommen tatsächlich 700 Kilogramm zusammen“, meint Fritz.

Während Kinder mit dem Karussell fahren konnten, suchten Erwachsene zur Erholung einige der wenigen Sitzgelegenheiten des Dorfplatzes auf. Viele stürmten das Bistro-Café Stellwerk, um bei Eisschokolade oder Schorle zu entspannen. Der Inklusionsbetrieb hatte alle Hände voll zu tun. Um die Tische wurde gebuhlt, jeder wollte einen Platz ergattern. Auch Michelle Walz aus Weilerbach „kämpfte“ um zwei weitere Stühle, da sie noch auf Freundinnen wartete. Die junge Frau wusste nur zu gut, welchen Stress das Stellwerk-Personal gerade hatte, arbeitet sie doch selbst dort als Kellnerin. Für Unterhaltung sorgte Saxophonist Dominik Engel aus Merzig, der seine Musik an verschiedenen Stellen darbot.

Die längste Theke des Ortes

Ortsbürgermeister Horst Bonhagen (SPD) und Harry Dinges, Vorsitzender des Vereinsrings, zeigten sich sehr zufrieden mit der Resonanz. Organisator Dinges betonte, dass solch ein Event ohne die tatkräftige Unterstützung der Mitarbeiter des Bauhofes der Ortsgemeinde nicht zu stemmen sei. Toilettenanlagen, Absperrungen, Wasserversorgung seien nur einige der gefühlten 100.000 Dinge, die es zu regeln gelte. So habe auch der Hausbesitzer des „Ochsen“ dafür gesorgt, dass der Fußballverein Weilerbach und seine wohl längste Theke des Ortes an der Hauptstraße mit Strom und Wasser versorgt wurden. Profitiert hatten auch die Geschäfte rund um den Bauernmarkt. Hilke Rheinheimers Lädchen „Flair – Leben & mehr“ war brechend voll. Viele erwarben bei ihr Wohnaccessoires und Modeartikel.

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