Kreis Kaiserslautern Banner weht auf selbstgezimmertem Turm

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Idylle pur. Eine schmale Straße schlängelt sich ins Tal und endet zwischen Wald und Wiesen. Mitten im Grünen befindet sich der Pfadfinderzeltplatz und Jugendhof Reuschbach. Er wurde am Wochenende von 100 Pfadfindern des Gaus Neuburgund bezogen, die aus der Vorderpfalz angereist waren, um für ihren „Pongo“ den Platz wieder auf Vordermann zu bringen.

Ähnlich einem L erstreckt sich die Wiese, auf der die sogenannten Kohten, die Zelte der Jugendschar, aufgebaut sind. An zentraler Stelle steht ein fünf Meter hohes Holzgerippe. Eric Siegrist und Tobias Deyle stehen auf halber Höhe. Die beiden 17-Jährigen nehmen einen hochgehievten Balken entgegen, passen ihn zwischen den Eckpfeilern an und hämmern ihn fest. Auf ihm soll im Laufe des Pfingstsonntags noch eine Plattform mit Geländer befestigt werden. An seinem Mast wird das Banner der Pfadfinder gehisst, die gerade auf dem Platz campieren. Doch der neue Turm ist nur eine der Arbeiten, die sich die Gruppe für dieses Wochenende vorgenommen und größtenteils auch schon erledigt hat. „Wir sind mit der Arbeit gut durchgekommen“, befindet Gauleiter Maximilian Nagel aus Deidesheim. Denn auch der Bretterzaun am unteren Ende des Waldstücks ist bereits erneuert und die Brücke über den Bach im Tal ebenfalls. Getreu dem Jahresmotto des Landesverbandes – „Hausgemacht“ – hatten sich die Gau-Mitglieder überlegt, den Platz mit Muskelkraft herzurichten, der von „Pongo“, alias Helmut Brachmann, verwaltet wird. Ein Dankeschön für dessen langjährige Treue und Engagement soll es sein. Das Material wurde von den Pfadfindern finanziert. Einer der fleißigen Helfer, der überall angepackt hat, war der 13-jährige Ben. Zudem hat er Nachtwache geschoben und aufgepasst, dass kein anderer Pfadfinderstamm das Gaubanner klaut und eine Auslöse einfordert. „Wir hatten nächtlichen Besuch“, berichtet Gruppenleiterin Leonie Nonnenmacher schmunzelnd über diesen Usus. Demnach müssen sich Ankömmlinge mit solch unlauteren Absichten in Wald und Hecken versteckt gehalten und sich mit Kuckucksrufen verständigt haben. Doch die Gefahr, entdeckt zu werden, war wohl doch zu groß. „Sie haben sich nicht herausgetraut.“ Auch Tim und Oliver machten sich mit Säge und Hammer mehr als nützlich. „Wir haben bei der Brücke geholfen“, erzählen die beiden Elfjährigen. Neben dem Zimmern des Steges waren auch das Reinigen des Bachlaufs und das Öffnen eines Dammes inbegriffen. Daneben musste Brennholz für das Lagerfeuer im Aufenthaltszelt gesammelt werden. An seinem Rand gart gerade eine Mini-Pizza im Topf. Auch hier gehen die Hämmer rund. Einen hält Lukas in der Hand. „Ich bessere die Bänke aus, damit sie stehen können.“ Der Elfjährige ist schon zum zweiten Mal auf dem Reuschbacher Zeltplatz, aber diesmal gefällt es ihm besser, weil es nicht wie im vergangenen Jahr ohne Unterbrechung regnet. Die Pfadfinder im Alter zwischen sieben und 30 Jahren arbeiten nicht nur. Spaß, Spiel und Erholung gehören genauso ins Zeltlager. Hier chillen die Älteren im Gras, die Jüngeren haben sich auf den Weg in den Wald gemacht, um Holunderblüten für Sirup zu sammeln, und es wurden Lavendelsäckchen gemacht. Die Mädchen sind genauso in alle Aktivitäten und kleineren und größeren Abenteuer involviert wie die Jungs. „Da gibt es keine Unterschiede im Programm“, bestätigt Nonnenmacher. „Unterschiede sind da nicht zu merken, und hysterische Schreie wegen Spinnen gibt es nicht oft.“ (lmo)

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